Sogar mit der Schlüsselgewalt für Notre Dame

Von: Georg Schmitz
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Geilenkirchen. Zahlreiche Freundschaften sind im Rahmen der über 45 Jahre währenden Städtepartnerschaft zwischen Geilenkirchen und Quimperlé hervorgegangen. Und fast ein Dutzend Ehepaare aus der bretonischen und der rheinischen Kommune haben sich schon das „Ja-Wort” gegeben.

Das „Begegnungskarussell” dreht sich im Sinne der Völkerverständigung prächtig, und in jedem Jahr kommt es dabei auch zum Austausch von Praktikanten.

Katrin Rulands ist eine von denen, die kürzlich das schmucke Städtchen in Frankreich kennengelernt hat. Als Katrin ihre Reise antrat, war sie noch 17 Jahre jung, zwischenzeitlich feierte die Schülerin des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula Geilenkirchen ihren 18. Geburtstag. Dass die junge Frau neben Englisch seit der neunten Klasse auch Französisch lernt, war sicherlich sehr hilfreich für den Aufenthalt in Quimperlé.

Französisch-Lehrerin Sieglinde Böhmer-Maus hatte eines Tages in der Klasse 12 für ein Praktikum im „Office de Tourisme” in Quimperlé geworben. Klaus Striebinger, 2. Vorsitzender des Vereins zur Pflege der Städtepartnerschaft Geilenkirchen-Quimperlé, entschied sich bei vier Anmeldungen für Katrin Ruland.

„Weil Katrin am besten ins Bild rein passte und auch bereit war, im Gegenzug Schüler aus Quimperlé aufzunehmen. Sie war penetrant, sie rief dauernd an und wollte unbedingt, das gefiel mir”, nennt Striebinger den Grund für die Entscheidung. „Eine Praktikantin ist auch Botschafterin unseres Landes, da nehme ich nicht jede”, fügt der 2. Vorsitzende hinzu. So fand sich die 18-Jährige aus Niederbusch nach der langen Zugfahrt über Paris mit dem TGV bald am Bahnhof in Quimperlé wieder, wo sie von Gastvater Bruno Goenvic abgeholt wurde.

Bruno ist der Ehemann von Karin Goenvic, und die ist bekanntlich die Vorsitzende des Komitee de Jumelage auf französischer Seite. Weil während der Schulferien in Frankreich logischerweise auch die Franzosen mal Urlaub machen, wechselte die junge Frau aus Niederbusch zwischendurch einmal die Gastfamilie, ein Umstand, der ihr aber nichts ausmachte.

Kaum angekommen, wurde sie zwei Tage später von der Leiterin des Tourismusbüro, Cecile Berthebte, freundlich begrüßt. Schon war Katrin mittendrin im Arbeitsrhythmus der Franzosen und schnell oblag ihr sogar die „Schlüsselgewalt” über die Kirche Notre Dame auf dem Place St. Michel, denn hier musste sie für Touristen das Portal des Gotteshauses aufschließen. Daneben legte Katrin Rulands die Broschüren aus und verkaufte Tickets für den „Petit Train”, einen kleinen Zug der Touristen zu den Sehenswürdigkeiten fährt.

Schon in der zweiten Woche wurde Katrin auch die Verantwortung für die Verkaufsstatistik übertragen. Daneben galt es die Wetteraussichten zu erfragen, auszudrucken und den Touristen zur Verfügung zu stellen.

Während ihres einmonatigen Praktikums traf das Mädel aus Niederbusch mehrere Deutsche, darunter sogar zwei Ehepaare aus Hastenrath. „Ich höre Ihnen gerne zu, denn Sie können sehr gut Deutsch”, hätte eines Tages ein deutscher Tourist zu ihr gesagt. Schmunzelnd habe sie ihm erklärt, dass sie aus Deutschland komme. „In meiner Freizeit bin ich mit meinen Gastfamilien oft ans Meer gefahren, zum Beispiel nach Le Pouldu”, erinnert sich Katrin Rulands. „Das Wasser des Atlantiks war aber sehr kalt, darum bin ich wenig geschwommen”, blickt sie zurück.

Von der Bretagne mit der wunderschönen Landschaft und der herrlichen Natur war Katrin sehr angetan. „Sehr gut gefallen hat mir die Stadt Concarneau, eine geschlossene Festung im Meer und eine Bootsfahrt in Loreint, wo wir sogar Delphine gesehen haben”, freut sich Katrin. Das Essen sei ähnlich wie in der Heimat gewesen, nur etwas umfangreicher. „Es gab immer gesalzene Butter und viel Käse zum Nachtisch”, sagt die 18-Jährige.

Schmunzelnd beichtet sie abschließend: „Ich kam drei Kilo schwerer nach Hause, denn ich habe fast alle Spezialitäten einer Bäckerei in Quimperlé durchprobiert.”
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