Übach-Palenberg - Skat: Rechnen und eine Portion Glück

Skat: Rechnen und eine Portion Glück

Von: Renate Kolodzey
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Der begeisterte Skatspieler Walter Thoennessen mit seinen kürzlich beim „19. Eurostrand-Cup Leiwen“ errungenen Pokalen. Foto: Kolodzey

Übach-Palenberg. „Skatspielen bedeutet in erster Linie rechnen – und ich konnte immer gut rechnen“, meint Walter Thoennessen aus Übach. Doch er räumt ein: „Glück gehört auch dazu – man muss die richtigen Karten bekommen.“

Kürzlich sicherte er sich beim deutschlandweit renommierten „19. Eurostrand-Cup Leiwen“ Platz eins in der Einzelwertung mit 10.050 Punkten und belegte auch im Tandemspielen, zusammen mit Albert Schuwirt, den Spitzenplatz mit 18.669 Punkten.

Der Wettkampf im idyllisch zwischen Koblenz und Trier an der Mosel gelegenen Ort Leiwen zog sich über mehrere Tage hin. Insgesamt 279 Einzel-Skatspieler und 100 Tandem-Paare waren am Start. Bei letzteren wurde ausgelost, wer zusammen spielt. Die Einzel- als auch die Tandem-Wettkämpfe waren sogenannte Acht-Serien-Turniere, wobei eine Serie aus 48 Spielen zu je vier Personen bestand.

Skat wurde vor rund 200 Jahren in Altenburg erfunden. Dort gibt es sogar ein „Internationales Skat-Gericht“, das über strittige Fälle beim Spiel mit den 32 Karten entscheidet. Der Begriff „Skat“ kommt vom italienischen „scartare“ beziehungsweise französischen „écarter“ und bedeutet sinngemäß „das Weggelegte“. Damit sind die beiden Karten gemeint, die beim Geben verdeckt beiseite gelegt werden. Einige Skat-Ausdrücke haben Einzug in die deutsche Umgangssprache gefunden, etwa „aus dem Schneider sein“, „mit offenen Karten spielen“ oder „sich schwarz ärgern“.

Das Strategie-Spiel setzt mathematisches und phantasievolles Denkvermögen voraus. Es wird auch in der Bundesliga gespielt. Die UNESCO-Kommission erkannte Skat Ende 2016 als „Immaterielles Kulturerbe“ an, da es geschlechter-, generations- und schichtenübergreifend sei, Menschen verschiedener Nationalitäten zusammenführe und die Gemeinschaft fördere.

Dies kann Walter Thoennessen bestätigen: „Mit 20 Jahren habe ich angefangen, Skat zu spielen – zu Hause mit Vater und Bruder“, erinnert sich der in Übach geborene und noch heute dort lebende Champion. Damals habe seine Leidenschaft jedoch in erster Linie dem Fußball gehört, bekennt er. Bis zu seinem 33. Lebensjahr sei er dem Ball hinterhergelaufen, dabei 13 Jahre lang in der höchsten Amateurklasse Übach-Palenbergs.

Ebenso liebte der 82-Jährige das Tennisspielen, errang auch dort Pokale und frönte diesem Hobby bis zu seinem 63. Geburtstag. Intensiv angefangen, Skat zu dreschen, habe er erst 2009, als seine Frau gestorben war, verrät er. Seitdem spiele er Turniere und sei seit 2016 Mitglied im Verein „Herz Dame Stahe-Niederbusch“. Doch engagiere er sich nicht nur dort, sondern auch in Randerath und Heinsberg in den Monats-Einzel-Turnieren – immer am ersten Freitag in Heinsberg, am zweiten in Stahe und am dritten in Randerath.

Die Wertung der einzelnen Spiele werde für ein ganzes Jahr aufgeschrieben und dann der Sieger ermittelt, beschreibt Thoennessen das Procedere. Groß sei seine Freude gewesen, als er 2016 das Jahresturnier in Stahe-Niederbusch gewann. Mit seinen Skat-Kollegen käme er gut aus, betont er. Alle seien nett, man würde sich duzen und habe ein freundschaftliches Verhältnis. „So komme ich unter Leute“, schätzt er diesen Zeitvertreib.

Ein weiteres Hobby sei das Fahrradfahren, erzählt der agile Übacher. Mit einigen seiner früheren Fußball-Truppe radle er einmal im Monat. Viele Touren drehe er auch alleine mit seinem E-Bike, das er seit zwei Jahren besitze. Schon rund 2000 Kilometer habe er durch tägliches Fahren in die nähere Umgebung zurückgelegt.

Bei seinen Touren kehre er oft zum gemütlichen Kaffeetrinken bei seinen Töchtern Wilma und Elke ein, die in Geilenkirchen und Übach leben und erfreue sich an seinen vier Enkelkindern, plaudert der Skatbegeisterte. Er denke noch lange nicht daran, die Karten aus der Hand zu legen. Drücken wir ihm die Daumen, dass er noch viele Turniere gewinnt und sich bei ihm nicht das Sprichwort bewahrheitet: „Du kriegst Arthrose, Nierensteine oder Gicht, doch die Karten, die du willst, die kriegst du nicht!“

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