Geilenkirchen - Situationskomik und jede Menge Lokalkolorit

Situationskomik und jede Menge Lokalkolorit

Von: Renate Kolodzey
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Tränenreiche Begegnung: Die Mitglieder proben seit November ihr neues Stück „Wunder, Zoff und Zunder“, in dem es Streit um ein Gotteshaus gibt. Foto: R. Kolodzey

Geilenkirchen. Seit Dienstag gibt es die Karten zu kaufen, und wer welche möchte, sollte sich beeilen, denn „wir haben sogar Anfragen aus Aachen, wann es losgeht. Seit 17 Jahren spielen wir, und inzwischen zieht das Kreise“, freut sich Petra Storms, Geschäftsführerin und Mitbegründerin der „Fidelen Bühne Waurichen“.

Marianne Berger, die 1. Vorsitzende, betont: „Wir möchten die Theaterkultur in unserem Dorf weiter pflegen, die Menschen sollen sich treffen, austauschen und Spaß miteinander haben.“ All dies könne man beim Theaterspielen prima miteinander verbinden. „Es macht einfach zufrieden“, sind sich die beiden einig, und das meinen auch die übrigen Mitglieder der 25-köpfigen, quirligen Laienschauspiel-Truppe vor und hinter den Kulissen. Interessierte sind immer herzlich eingeladen, sich einzubringen.

Seit November wird eifrig geprobt und „bei den Samstagsproben gibt es immer Kuchen“, erzählt Storms. Dies sorgt für den nötigen Kaloriennachschub bei den mitunter turbulenten Szenen in dem vergnüglichen Bühnenspaß „Wunder, Zoff und Zunder“ von Bernd Gombold.

Darin gibt es jede Menge Verwicklungen um den aufschneiderischen Bürgermeister Karl Doornkaat (Rüdiger Tamm) mit deftig-kölschem Akzent und seinen Nachbarn, Dorfpfarrer Josef Keusch (Peter Berger-Noth). Sie streiten sich wie Hund und Katz – wie Bürgermeisters Mops „Herkules“ und Pfarrers Katze „Peterle“.

Der Grund für die Streitereien ist die alte Kapelle des Ortes. Die ist nämlich dringend sanierungsbedürftig, und der Seelenhirte fordert beharrlich einen Zuschuss der Gemeinde, den ihm der Bürgermeister strikt verweigert, hat er doch andere Pläne für das Grundstück. Zu gerne würde er den Wunsch der extravaganten Heidrun von Zickenbach (Ute Stallbaum, Lilian Boelaars) erfüllen und die Kapelle abreißen, um dort ein gemeinsames Liebesnest zu bauen.

Jedoch hat nicht nur der Pfarrer Einwände gegen dieses Vorhaben: Auch Bürgermeisters aufmüpfiges Töchterchen Tina (Nicole Schieren), von ihrem Papa neckend „Jakkelina Schantall“ genannt, ist über die Pläne ihres Vaters entsetzt. Zu seinem Leidwesen ist sie obendrein mit Thomas (Robin Finken), dem Sohn des verhassten Bürgermeisters des Nachbarortes zusammen.

Glücklicherweise verweigert der konservative Pfarrer die Trauung der beiden, da Thomas geschieden ist. Doch der clevere, junge Mann schleicht sich als italienischer Bettelmönch verkleidet in das Pfarrhaus ein, um in der Nähe seiner geliebten Tina zu sein. Dort bringt er nicht nur die Welt des angestaubten Gottesmannes gehörig durcheinander.

Maria (Marianne Berger), die resolute, aber gutherzige, sächselnde Pfarrhaushälterin kommt dem Paar bald auf die Schliche, behält den Schwindel aber aus Mitleid zunächst für sich. Die Witwe Gerda (Petra Storms) wiederum ist von dem modernen Mönch ganz hingerissen und schmachtet ihn regelrecht an, wenn sie nicht gerade lautstark um ihren kürzlich verstorbenen Fritz trauert.

Nur den gewieften Gemeindearbeiter und Messner Franz (Christian Storms) kann wie immer nichts aus der Ruhe bringen: Bei all dem Zoff und Zunder bleibt er ganz gelassen – auch wenn bald auftretende „Wunder“ alle gehörig in Aufruhr versetzen...

Als Souffleusen bei diesem kurzweiligen Stück fungieren Anneliese Schaps und Alina Heutz. Die Maske übernehmen Christine und Julia Jung, Regie und Bühnengestaltung liegen in Händen von Ulli Sausen-Malka, der „Mutter der Compagnie“, wie Storms es ausdrückt, und für die Moderation ist Uwe Goertz zuständig. Viele fleißige Helfer der Theatergruppe sorgen zudem im Hintergrund für einen reibungslosen Ablauf.

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