Sinnvoll: Parkplätze vor dem St. Ursula-Gymnasium?

Von: Udo Stüßer
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Wichtige Aufgabe für die Verk
Wichtige Aufgabe für die Verkehrsinfrastruktur der Geilenkirchener Innenstadt: der im Zug der Sanierung angelegte Kreisverkehr vor dem Markt. Und er ist zudem ein farbenfroher Punkt fürs Auge. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Ist der dritte Bauabschnitt zur Sanierung der Geilenkirchener Innenstadt überhaupt noch sinnvoll? Die ursprünglich geplante und im Integrierten Handlungskonzept „Stadtzentrum Geilenkirchen” der Aachener Planungsgruppe MWM dringend empfohlene Verlegung der Parkplätze vor dem St.-Ursula-Gymnasium fällt mit Sicherheit dem Rotstift zum Opfer.

Empfohlen hatten die Stadtplaner Meyer-Brandis, bei der Neugestaltung des Platzes eine Blickachse zum Gymnasium zu schaffen. Die Lehrerparkplätze müssten demnach um einige Meter verlegt werden.

Und so hat sich der Stadtrat in der Juli-Sitzung trotz knapper Kassen der Meinung des Bürgermeisters Thomas Fiedler angeschlossen und für die Verlegung der Parkplätze gestimmt. Trotz Protestes der Grünen.

Mittlerweile hat die Bezirksregierung mitgeteilt, eine Verlegung der Parkplätze sei von der Stadt angesichts ihrer Haushaltslage nicht finanzierbar. „Wenn die Parkplätze vor dem Gymnasium jetzt doch bleiben, macht der dritte Bauabschnitt überhaupt keinen Sinn”, argumentiert SPD-Fraktionschef Horst-Eberhard Hoffmann.

Und auch die Grünen möchten diese Maßnahme ebenso wie die weiteren Bauabschnitte der Innenstadtsanierung vorläufig gar nicht angepackt wissen.

Eines steht fest: In diesem Jahr wird kein Bagger mehr vor St. Ursula anrollen. Auch im Oktober wird der Stadtrat keine Entscheidung treffen: Die Beratung des dritten Bauabschnittes wurde auf das nächste Jahr vertagt.

Und dann stellt sich noch die Frage: Was ist mit dem vierten Bauabschnitt? Will man überhaupt noch eine Sanierung der Herzog-Wilhelm-Straße vom Kreisverkehr bis zum Einkaufszentrum? Will man eine neue Baustelle in der Stadt?

Und was ist mit dem fünften Bauabschnitt, Konrad-Adenauer-Straße von der Kreuzung Theodor-Heuss-Ring bis zur Kreissparkasse? Und will man Bauabschnitt 6, die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes, verwirklichen?

Würde man im dritten Bauabschnitt die ursprüngliche Planung mit Verlegung der Lehrerparkplätze verwirklichen, müssten mit Kosten von 721.000 Euro kalkuliert werden, 372.000 Euro würden an Förderung fließen, so dass bei der Stadt eine Eigenleistung von 349.000 Euro verbliebe.

Doch der Verlagerung der Parkplätze hat die Bezirksregierung bereits einen Riegel vorgeschoben. Somit würden nun Baukosten in Höhe von 595.000 entstehen. Abzüglich der Fördergelder in Höhe von 357.000 Euro verbliebe bei der Stadt Geilenkirchen eine Eigenleistung in Höhe von 238.000 Euro.

Fiedler entgegnet Kritikern dieser Maßnahme: „Investive Ausgaben werden über mehrere Jahre gestreckt und niedrig verzinst. Das bedeutet, dass die Belastung im Jahr nur einige Tausend Euro ausmacht.

Auf die Fördersumme jetzt zu verzichten, würde auch bedeuten, dass wir die dringend notwendige Sanierung der Einfahrt von St. Ursula aus eigenen Kräften stemmen müssen. Entweder wir nehmen die Fördergelder und gestalten den Platz so wie geplant oder wir müssen die Einfahrt selbst bezahlen.”

Wenn Bauabschnitt 3 nicht verwirklicht wird, ist der Bürgermeister sicher, sei auch die Förderung der weiteren Bauabschnitte gefährdet. „Die Bezirksregierung will jetzt die nächsten Fördergelder bereitstellen, weil sie Planungssicherheit haben will.

Sie hat bereits signalisiert, dass sie 2013 eine Ausfinanzierung vornehmen möchte. Bis 2013 müssen also unsere weiteren Bauabschnitte beantragt werden.”

Die Politik muss also bereits in den nächsten Monaten wegweisende Entscheidungen treffen. Doch Thomas Fiedler ist sich sicher: „Für die Mehrzahl der Politiker ist es keine Frage. Wir haben uns entschieden, mit dem Inte­grierten Handlungskonzept vorzugehen.”

Sicherlich fehlen, nach Fiedlers Meinung, in dem „Inte­grierten Handlungskonzept” aus dem Jahr 2006 einige wesentliche Punkte. Der Bürgermeister nennt hier an erster Stelle den Synagogenplatz und die Haihover Straße, die „mit kleinen Mitteln” neu gestaltet werden könne. Aber mit Blick auf die Bauabschnitte drei bis sechs sagt er: „Wenn ich ein großes Paket bekommen kann, nehme ich kein kleines.”

Die Bauabschnitte vier und fünf betrachtet er als „eine Verlängerung der Aufwertung der Stadt durch die Bauabschnitte eins bis drei”. Und auf Bauabschnitt drei könne man nicht verzichten, weil die Stadt dann die Auffahrt zum Gymnasium auf eigene Kosten stemmen müsse. Eines steht für Fiedler fest.

Entscheidet sich Geilenkirchen nicht bald für die nächsten Bauabschnitte, „ist der Zug nach 2013 abgefahren”. Wörtlich sagt er: „Für andere Gedankenspiele haben wir keine Zeit.”

„Das Stadtzentrum von Geilenkirchen wurde wie in anderen Städten auch durch die Gesamtentwicklung im Handel und konkurrierende Entwicklungen an der Peripherie geschwächt. Es zeigt in Teilbereichen gravierende Nutzungsmängel und hat seine Potentiale bisher zu wenig ausgeschöpft”, schreibt Stadtplaner Dipl.-Ing. Jochen Meyer-Brandis in seinem 127 Seiten umfassenden Abschlussbericht „Integriertes Handlungskonzept Stadtzentrum Geilenkirchen” von Juni 2006.

Und er empfiehlt: „Der Standort Stadtzentrum muss zukunftsfähig aufgestellt werden; dabei stehen Gesamtattraktivität und Anziehungskraft in einem direkten Wechselverhältnis.” Seitdem arbeiten Rat und Verwaltung mit Hochdruck daran, gemeinsam mit den Bürgern Geilenkirchen fit für die Zukunft zu machen.

Nach mehreren Versuchsphasen von 2007 bis 2009, in denen die verkehrliche Funktionsfähigkeit der Konrad-Adenauer-Straße zwischen Alte Poststraße und Herzog-Wilhelm-Straße und die Zufriedenheit der Bürger ermittelt wurden, fiel in der zweiten Jahreshälfte 2009 der Startschuss zur Umsetzung des ersten Bauabschnittes.

Dieser umfasste eine Einbahnstraßenregelung im Bereich Konrad-Adenauer-Straße zwischen Alte Poststraße und Herzog-Wilhelm-Straße, eine Neuordnung der Stellplätze in Blockparktaschen, einen Kreisverkehr am Markt und eine Verlegung der Bushaltestelle vor dem Hotel Jabusch.
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