Geilenkirchen - Silke Müller: „Der Mensch soll sich als Mensch fühlen”

Silke Müller: „Der Mensch soll sich als Mensch fühlen”

Von: Stephan Vallata
Letzte Aktualisierung:
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Silke Müller, Bürgermeisterkandidatin der Partei Die Linke, betreibt eine Pferdepension. „Prinz” scheint das Angebot zu gefallen. Foto: Stephan Vallata

Geilenkirchen. Silke Müller ist wohl das, was man eine Quereinsteigerin nennen könnte. Das politische Geschäft mit seinen bisweilen gewöhnungsbedürftigen Gepflogenheiten ist der Bürgermeisterkandidatin der Linken, Ortsgruppe Geilenkirchen, aber alles andere als ein Graus.

Sie will lernen, wie es funktioniert. Und sie will nicht zu denen gehören, die ständig schimpfen auf „die da oben”. Sie will zu denen gehören, die etwas verändern. Gerne auch von unten.

Irgendwann hat Silke Müller, Jahrgang 1965, zu sich selbst gesagt: „Es nützt nichts, immer nur zu meckern. Du musst selbst etwas tun.” Das ist noch gar nicht so lange her. Genauer gesagt, ist es im vergangenen Jahr passiert. Da ist die ehemals „eingefleischte SPD-Wählerin” der Linken beigetreten, hat sich kurze Zeit später als Sprecherin in den Vorstand wählen lassen und dann Anfang 2009 als Kandidatin für das Bürgermeisteramt zur Verfügung gestellt. Niemand hatte etwas dagegen, sie wurde einstimmig gewählt.

Silke Müller weiß ziemlich genau, wie es ist, wenn man nicht so viel Geld in der Tasche hat und jeden Cent zweimal umdrehen muss. Die gelernte Einzelhandelskauffrau verlor krankheitsbedingt ihre Arbeitsstelle im Aachener Universitätsklinikum. Zwei Jahre lebten sie und ihre drei Kinder von Hartz IV. Um ihre Familie einigermaßen über Wasser zu halten, ging sie putzen und trug Zeitungen aus.

Für Silke Müller ist Hartz IV seitdem eine Art Unwort. Am schlimmsten findet sie, dass man Menschen von Ämterseite „menschenunwürdig” behandle. Man sei nicht nur Bittsteller, man werde auch als „potenzieller Lügner” behandelt. „Man schämt sich.” Silke Müller, die gerade dabei ist, eine Pferdepension aufzubauen, will diese Erfahrung nie wieder machen müssen. Sie möchte aber auch nicht, dass andere diese Erfahrung in Zukunft machen müssen.

„So kann es doch nicht weitergehen”, sagt sie. Deshalb hat sie sich vorgenommen, im Falle ihrer Wahl eine Politik „im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung” zu betreiben. Das bedeutet für sie zum Beispiel: „Der Mensch soll sich als Mensch fühlen, wenn er ins Amt kommt.” Die Gesetzgebung könne man nicht so ohne weiteres ändern, wohl aber die Art und Weise, wie man Menschen behandle. Dafür will sie an allererster Stelle Sorge tragen.

Silke Müller verweist auf ein Angebot ihrer Partei in Geilenkirchen, mit dem Missstände angepackt werden sollen: Wer Probleme mit Ämtern oder der Arge habe, dem verhelfe die Linke kostenlos zu einer juristischen Beratung. Es gehe darum, gemeinsam Schwierigkeiten und Ungerechtigkeiten anzupacken. Damit der kleine Mann nicht immer die Zeche zahlen müsse.
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