Übach-Palenberg - Siedlung Weidenstraße: Wegerecht nur auf einem Papier

Siedlung Weidenstraße: Wegerecht nur auf einem Papier

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
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Proteste und Fragen der 19 betroffenen Familien rund um den Holunderplatz wurden deutlich bei einem Treffen von rund 50 Interessierten mit den Stadtspitzen, das Rene Serf (stehend) arrangiert hatte.

Übach-Palenberg. Eine gewisse Kuriosität wird dem Fall nicht abgesprochen, von keiner Seite. Wie eine juristische Lösung aussehen könnte, mag sich auch niemand so recht vorstellen. Denn es steht noch in Frage, ob der Klage gegen ein Wegerecht erhoben werden muss. Anlass gibt ein 41 Meter langes Stück Fußweg in Boscheln.

Die schmale, aber gut ausgebaute Verbindung zwischen Holunderplatz und Römerstraße ist ein sicherer Weg für die vielen Kinder der Siedlung Weidenstraße zur Schule und Kita. Den gibt es seit Ende der 1990er Jahre – und ein Wegerecht dafür ebenfalls.

Wie berichtet, gehört der Pfad zu einem Privatgrundstück, dessen Eigentümer aufgrund ihm zugefügter Sachschäden und Belästigungen den Weg nicht mehr freigeben will. 19 Anwohner des Baugebiets haben plakativ dagegen protestiert, Stadtverwaltung und Politik um Hilfe gebeten. Zwischenzeitlich ist es auch zu einem offenen Treffen Beteiligter gekommen, dessen Verlauf die Sache nicht unkomplizierter aussehen lässt.

Anwohner-Sprecher Rene Serf und Nachbarn hatten Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, den Ersten Beigeordneten Helmut Mainz, und den Dezernenten Hans-Peter Gatzen sowie einige Fraktionsvertreter vor rund 50 Interessierten zusammenbekommen, um das Thema aufzubrechen, „ohne eine juristische Beratung“ anbieten zu können, betonte Helmut Mainz.

Die Anwohner bestanden darauf, dass sich die Stadt mit ihnen „ins Boot“ setzt und Hilfe leistet, auf dass die Kinder und andere Nutzer nicht den langen, gefährlichen Umweg über die Roermonder Straße nehmen müssten. Was die Androhung betrifft, die 19 Parteien gerichtlich zum Verzicht auf das Wegerecht zwingen zu wollen, ist auffällig, dass die betroffenen Anwohner einen solchen Grundbucheintrag gar nicht besitzen.

Der ist nur auf den Kläger notiert – der das Recht aber mit den 19 Parteien zu teilen hat. Die Stadt betont, dass sie die Proteste der Nutzer ernst nimmt und mit ihnen eine vernünftige Lösung sucht. Wichtig ist ihr jedoch auch, dass sie nicht in einen privaten Rechtsstreit eingreift. Denn ihr eigenes Wegerecht ist schon gelöscht.

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