Serienkiller Bluthochdruck kommt in aller Stille

Von: Udo Stüßer
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Knapp 200 Besucher kamen zur Informationsveranstaltung zum Therma „Bluthochdruck” ins St.-Ursula-Gymnasium. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Mediziner des Geilenkirchener Krankenhauses und niedergelassene Fachärzte warnen vor einem „Serienkiller”, vor einem „Serienkiller”, der in aller Stille kommt. Denn: Der Betroffene hat jahrelang keine Beschwerden, es findet also auch jahrelang keine Behandlung statt.

Im Rahmen der bundesweiten Herzwoche hatte die Klinik für Innere Medizin des Geilenkirchener St.-Elisabeth-Krankenhauses zu einer Informationsveranstaltung über Bluthochdruck in die Aula des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula eingeladen.

Sechs Referate standen unter dem Thema „Unter Druck - Bluthochdruck vorbeugen, erkennen, behandeln”. Da ging es um das Herz, „ein prominentes Organ als Hochdruckopfer”, wie Ulrich Sudhues, Chefarzt der Kardiologie im Geilenkirchener St.-Elisabeth-Krankenhaus, erklärte.

Da ging es aber auch um Nieren, Augen, Gefäße und Gehirn, die von dem Serienkiller heimgesucht werden. Mit den Konsequenzen beschäftigte sich Dr. Ulf Klönne, Facharzt für Innere Medizin im Geilenkirchener Krankenhaus, bevor sich Dr. Volker Hanhoff, in Geilenkirchen niedergelassener Facharzt für Allgemeinmedizin mit der Frage beschäftigte „Was tun bei Anzeichen von erhöhtem Blutdruck?” Seine klare Aussage: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.”

Auf die Frage „Herr Doktor, gibt es auch was Pflanzliches?” antwortete Dr. Günther Fussen, in Geilenkirchen niedergelassener Internist. Während sich Dr. Dirk Galke, Facharzt für Psychiatrie der Röher Parkklinik Eschweiler mit dem „gestressten Alltag” beschäftigte, widmete sich Dr. Julia Klönne, Internistin im Schlaflabor des Geilenkirchener Krankenhauses, dem „Blutdruck, der des Nachts entsteht”: „Wenn der Schlaf zur Plage wird . . .”

„Bluthochdruck ist eine große Volkskrankheit. Etwa 35 Millionen Menschen sind davon betroffen”, erklärte Sudhues und warnte vor den katastrophalen Folgen, vor den Veränderungen an großen und kleinen arteriellen Gefäßen, vor Durchblutungsstörungen, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Er empfahl, einmal im Jahr den Blutdruck zu messen. „Eine kleine Maßnahme mit großem Effekt. Das Herz wird es Ihnen danken”, sagte er. Dies unterstrich auch Dr. Ulf Klönne: „30 Prozent der Hypotoniker wissen nichts von ihrem hohen Blutdruck”, warnte er. „In Deutschland verzeichnen wir 250.000 Schlaganfälle im Jahr. Bei 15 Prozent der Hypertoniker ist Schlaganfall die Todesursache.”

Auch Nierenerkrankungen könnten Folge des Bluthochdrucks sein. „Anhand von Schäden am Auge kann man Rückschlüsse auf den Zustand der Gefäße ziehen. Das Auge ist der Spiegel des erhöhten Blutdruckes”, erklärte der Internist. Hoher Blutdruck könne aber auch Magen und Darm schädigen.

Kopfschmerzen, Schwindel, ein gerötetes Gesicht seien Symptome für Bluthochdruck, erklärte Dr. Volker Hanhoff. „Bluthochdruck ist gut behandelbar, man muss ihn nur erkennen”, sagte Hanhoff. „Jeder sollte seinen Blutdruck kennen und einen Wert von 140/90mmHg nicht überschreiten.”

„90 Prozent der Bluthochdruckpatienten haben einen falschen Lebensstil”, sagte Dr. Günther Fussen und warnte vor Übergewicht, ungesunder Ernährung, zu viel Alkohol, Stress, Rauchen und vor allem vor zu viel Salz. „Ein gesunder Lebensstil spart Medikamente.” 66 Prozent der Männer und 50,6 Prozent der Frauen seien übergewichtig.

Deshalb warb Fussen dafür, die Essgewohnheiten umzustellen. „Reduziert man die Nahrungsaufnahme am Tag um eine Scheibe Brot, kann man im Jahr vier Kilogramm abnehmen”, sagte er und und empfahl viel Bewegung. „Mindestens dreimal in der Woche 30 bis 45 Minuten Ausdauertraining. „Jeder Schritt ist besser als keiner. Aber wenn man die Ernährung nicht umstellt, führt auch der Sport nicht zu einem Kalorienverlust”, sagte er.

Weiter warnte er: „Die Industrie bombt uns mit Salz zu. Mit 100 Gramm Salami ist der Salzbedarf für einen Tag schon gedeckt.” Aber auch Alkohol erhöhe den Blutdruck, mehr als einen halben Liter Bier dürfte es nicht sein. Und den auch nicht täglich. Rote Beete, Knoblauch, Hibiskusblütentee könnten als Ergänzung befürwortet werden, seien aber keinesfalls ein Ersatz für Medikamente.

„Stress gehört zu unserem Leben”, stellte Dr. Ulrich Sudhues , auch Moderator der Veranstaltung, seinen Kollegen Dr. Dirk Galke, Facharzt für Psychiatrie, vor.

Doch dieser verteufelte, wie viele es erwartet hatten, den Stress nicht, sondern hielt ein Plädoyer für den Stress: „Durch Stress wird schnell Energie bereitgestellt. Der Blutdruck muss auch schon einmal höher sein, damit der Mensch schneller zist.”

Er wies aber auch auf die Bedeutung der Ruhephasen hin. „Je länger ich belastet bin, desto länger muss ich mich erholen.” Jeder müsse für sich herausfinden, wie er nicht zum berühmten HB-Männchen werde. Für den einen könne es autogenes Training oder Yoga sein, für den anderen fünf Minuten am Tag im Grünen.

Der Schlaf diene der Erholung, erläuterte Dr. Julia Klönne, Internistin im Schlaflabor des Krankenhauses. Es könne jedoch eine behandlungsbedürftige Erkrankung des Schlafes oder auch eine Erkrankung durch gestörten Schlaf vorliegen.

Besonders bedroht seien stark schnarchende Patienten durch nächtliche Atemstörungen. Nächtliche Atemstörungen seien ein Risikofaktor für Bluthochdruck. Im Schlaflabor des Geilenkirchener Krankenhauses könne die Qualität des Schlafes gemessen werden.
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