Übach-Palenberg - „Seniorenverein Scherpenseel“ geht im März an den Start

„Seniorenverein Scherpenseel“ geht im März an den Start

Von: Markus Bienwald
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Monika und Dietmar Lux brüten derzeit mit Heijo Kohnen (v.l.) noch über den Details für die Gründung des künftigen Seniorenvereins in Scherpenseel, der am 13. März gegründet wird. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Der Vergleich mit einem gewissen gallischen Dorf drängte sich bislang auf, wenn von den Senioren- und Invalidenvereinen in der ehemaligen Zechengemeinde die Rede war. So wuchsen überall in der von Bergbaukultur geprägten Stadt Übach-Palenberg solche Vereinigungen in den zurückliegenden Jahren schnell heran. Einzig Scherpenseel machte die Ausnahme, aber nicht, weil die Bewohner das nicht wollten.

„Es scheiterte bislang ganz einfach am fehlenden Versammlungsraum“, sagt Heijo Kohnen und zuckt mit den Schultern. Kaum zu glauben, aber wahr, unterstreichen auch Monika und Dietmar Lux, während die drei im Luxschen Wohnzimmer die Köpfe über den Gründungsunterlagen für den ersten Seniorenverein im Ort zusammenstecken.

„Eigentlich ist das ja nicht nur für Scherpenseel gedacht“, sagt Dietmar Lux, „genauso gut wollen wir die Menschen der Drei-Dörfer-Gemeinschaft mit Windhausen und Siepenbusch ansprechen.“ Und höchst wahrscheinlich kommt mit Grotenrath noch ein viertes Dorf dazu, das im unmittelbaren Einzugsgebiet liegt. „Denn dort gibt es auch keinen Treffpunkt“, sagt Kohnen.

Der Ur-Scherpenseeler und erklärter Vereinsmensch bemängelt schon lange, dass es im Ort kaum noch öffentliche Treffpunkte gibt. „Früher hatten alle Menschen eine kleine Bank vor dem Haus stehen. Dort entwickelten sich ungezwungene Treffpunkte von ganz alleine“, weiß er. Gerade in Zeiten des demografischen Wandels sei es aber nun an der Zeit, für die nicht mehr so agilen Menschen oder einfach diejenigen, die ihre Zeit mal im Ort und mit ihren Nachbarn verbringen möchten, einen neuen Treffpunkt zu schaffen.

Aber auch in den Neubaugebieten, die das Dorf nun in Sachen Einwohnerzahl an der 2000er-Schwelle kratzen lassen, gibt es Menschen, die sich rege für das Vereinsleben interessieren. „Wir möchten auf keinen Fall den anderen Vereinen, die es ja hier gibt, die Mitglieder abspenstig machen“, betont Dietmar Lux. Auch darum zog sich die Suche nach einem passenden Raum und den passenden Zeiten im Vorfeld der Gründung im kommenden März etwas hin.

„Aber jetzt haben wir mit dem Donnerstagnachmittag eine Zeit gefunden, die nicht nur in das Schema des von unserem Verein künftig mitgenutzten Pfarrheims passt, sondern auch nicht mit anderen üblichen Versammlungszeiten der bereits agierenden Vereine kollidiert“, sagt Monika Lux freudestrahlend.

Das Pfarrheim an der katholischen Kirche St. Rochus bietet nach Ansicht der drei kommenden Gründungsmitglieder ideale Voraussetzungen, auch für Treffen in größerer Runde. Die Feuerprobe hat es zumindest für den laut Arbeitstitel „Seniorenverein Scherpenseel“ zu nennenden Verein schon bestanden. „Bei einer Versammlung im Vorfeld der Gründung hatten wir dort 25 Interessierte zusammen“, so Dietmar Lux.

Und noch ein paar mehr haben sich Nasen und Ohren am Pfarrheimfenster platt gedrückt, denn das Interesse an dem, was denn da drin besprochen wurde, war groß. „Rund ums Pfarrheim und am Friedhof treffen sich die Menschen, und da ist eine Versammlung, von der keiner der eingefleischten Scherpenseeler weiß, was da besprochen wird und wer sich da trifft, natürlich sehr interessant“, meint Heijo Kohnen lächelnd.

Angst vor der Vereinsgründung zu haben, gerade in einer Zeit, da solchen Gruppierungen nicht zum ersten Mal ein schnelles Ende vorhergesagt wird, haben alle drei nicht. „Wir wollen einen Treffpunkt bieten, Anlaufstelle sein und Leuten, die bisher Mitglied von anderen Seniorenvereinen im Stadtgebiet sind, weil sie in Scherpenseel keinen Verein dieser Art hatten, eine Alternative vor Ort bieten“, unterstreicht Dietmar Lux seine Überzeugung.

Für die vorzulegende Satzung haben sie sich fundierte Hilfe von befreundeten Vereinen aus Boscheln und Marienberg geholt, der Mitgliedsbeitrag soll ebenso wie die Verpflegung bei den Treffen günstig bis sehr günstig ausfallen, und die Eigenleistung, da sind sich die drei Motoren hinter dem neuen Verein sicher, können sie auch sicherstellen. „40 wären schön“, meint Dietmar Lux abschließend noch zur Wunschzahl der Mitglieder bei der Vereinsgründung. Und wenn diejenigen, die sich die Nase platt gedrückt haben, tatsächlich nach drinnen trauen, könnte das mit einem starken neuen Seniorenverein in Scherpenseel wirklich funktionieren.

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