Übach-Palenberg - Seniorenverein Palenberg: Aus dem Pavillon in den Postwagen

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Seniorenverein Palenberg: Aus dem Pavillon in den Postwagen

Von: Jan Mönch
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Sie müssen dem Pavillon in der Barbarastraße wohl oder übel den Rücken kehren: Günter Wintz, Vorsitzender des Seniorenvereins St. Barbara Palenberg, Geschäftsführerin Annette Beisecker, stellvertretender Vorsitzender Helmut Mallmann (v.l.) und ihre rund 300 Mitglieder. Foto: Jan Mönch
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Der Postwagen in der Bahnhofstraße ist die neue Heimat des Vereins. Foto: Jan Mönch

Übach-Palenberg. Das Gute vorneweg: Den Seniorenverein St. Barbara Palenberg wird es auch weiterhin geben. Die meisten werden in dieser Nachricht keinen großen Neuigkeitswert erkennen, kaum einer hat mitbekommen, dass hinter der Zukunft des Vereins in den vergangenen Monaten ein dickes Fragezeichen stand.

Das kleine Drama, das sich hinter den Kulissen abspielte, hing zusammen mit dem Ende der Stadtbücherei, dem Pavillon in der Barbarastraße und und vor allem mit dem traditionsreichen Kaffeenachmittag.

Mittlerweile ist klar, dass der sechsmal im Jahr stattfindende Termin nun in den Postwagen verlegt wird, also in die Bahnhofstraße. Eine Lösung ist damit gefunden, doch die Kommunikation empfand der Vorstand, der die Interessen von rund 300 Mitgliedern vertritt, als zumindest unglücklich. „Mit dem größten Sozialverein der Stadt ist äußerst unrühmlich umgegangen worden“, sagt der Vorsitzende Günter Wintz.

Der Kaffeenachmittag fand schon seit vielen Jahren in dem Pavillon statt, der im Schatten der Gemeinschaftsgrundschule Palenberg an der Barbarastraße liegt. Seit Anfang der 90er Jahre schon ist der Seniorenverein dort beheimatet. Dass damit bald Schluss sein wird, ahnte man auf der Vorstandsebene des Vereins zunächst nicht, als man im Mai und im Juni zu Gesprächen ins Rathaus gebeten wurde.

Man nahm an, es würde um eine Terminüberschneidung mit der Arbeiterwohlfahrt gehen, die den Pavillon ebenfalls nutzt. Doch dann sei plötzlich von Problemen mit dem Brandschutz die Rede gewesen, die eine Nutzung durch den Seniorenverein angeblich in Frage stellten. Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch hätte sich auf ein entsprechendes Schreiben der Bezirksregierung berufen, das dem Rathaus vorläge. So schildern es Geschäftsführerin Annette Beisecker und Schatzmeister Manfred Wilmeroth, die bei beiden Gesprächen dabei waren.

Dass möglicherweise etwas ganz anderes dahinterstecken könnte, dämmerte dem Vorstand erst, als im Juli in der Zeitung stand, dass die Stadt die Überreste der Stadtbücherei zwecks gelegentlichen Buchverleihs nun doch nicht im Mehrgenerationenhaus unterbringen möchte, sondern eben im Pavillon. Und tatsächlich sei der Vorstand des Seniorenvereins kurz darauf telefonisch darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass man den Pavillon verlassen müsse, und zwar bitte bis Ende September.

Nun musste also ein neuer Ort her, an dem man sich zu guten Gesprächen bei Kaffee und Brötchen treffen kann. Das mag einfach klingen, ist es aber nicht. Denn erstens erscheinen zu den Kaffeenachmittagen 70 bis 100 Vereinsmitglieder. Und zweitens, wie sollte es anders sein, sind die nicht mehr die Jüngsten. Viele kamen bislang zu Fuß in die sehr günstig gelegene Barbarastraße, manche mit Unterstützung eines Rollators. So schafft man es aber natürlich nicht rauf nach Marienberg in die alte Schule oder ins Bischof-van-der-Velden-Haus oben am Kirchplatz.

Diese beiden Orte waren als neue Heimat im Gespräch. Ein weiterer Vorteil des Pavillons bestand darin, dass die Senioren dort die gesamte Organisation selbst übernehmen konnten, die Damen kochten Kaffee und schmierten Brötchen, die Herren bereiteten die Räume vor. Das wäre in mehreren privat betriebenen Lokalitäten, die man anfragte, nicht möglich gewesen, was sich natürlich auf die Kosten ausgewirkt hätte. Mit dem Postwagen passte dann alles: In einem Nebenraum können die Vorbereitungen selbstständig getroffen werden, die Küche muss nicht genutzt werden.

Eine schriftliche Aufforderung zum Verlassen das Pavillons habe man bislang nicht bekommen, sagen die Vorstandsmitglieder, ebenso wenig das ominöse Schreiben der Bezirksregierung zum Brandschutz. Trotzdem hat man mittlerweile Nägel mit Köpfen gemacht, der Umzug ist beschlossene Sache. Denn man wollte die Betreiberin des Postwagens nicht länger hinhalten.

Zumindest habe die Stadtverwaltung bei der Suche nach einer neuen Heimat geholfen und auch das ihre dazu beigetragen, dass es mit dem Postwagen geklappt hat, heißt es aus dem Vereinsvorstand. Das ist ein Glück, denn der Verein organisiert zwar auch Urlaubsfahrten und Festlichkeiten, der Kaffeenachmittag ist jedoch so etwas wie der soziale Kitt im Kalender. „Ohne den Kaffeenachmittag hätten wir zumachen können“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Helmut Mallmann. So weit ist es nun nicht gekommen.

Das Rathaus teilte am späten Dienstagnachmittag auf Nachfrage mit, es sei „scheinbar“ zu „Missverständnissen“ gekommen. Am Donnerstag werde dazu im Rathaus ein Gespräch mit dem Vereinsvorstand stattfinden. Worin die Missverständnisse bestanden haben sollen und was dies für den Seniorenverein und die Nutzung des Pavillons bedeutet, wurde nicht erklärt.

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