Seniorenberater helfen beim „Wiedereinstieg”

Von: disch
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Sie soll älteren Menschen helfen im Öffentlichen Personennahverkehr: Elsbeth Gotzes (l.) ist die erste Seniorenberaterin. Von diesem Projekt im Kreis Heinsberg zeigte sich Ingrid Breuer-Grafen angetan: „Eine klasse Idee!”. Foto: Georg Schmitz

Kreis Heinsberg. Der demografische Wandel macht sich auch im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bemerkbar: „Junge Menschen als Nutzer der Angebote des ÖPNV werden in Zukunft vergleichsweise weniger in Bussen und Bahnen anzutreffen sein, ältere Menschen werden dagegen als Nutzergruppe und damit auch als Zielgruppe verstärkt in das Interesse der Verkehrsunternehmen ­rücken”, so Udo Winkens, der Bereichsleiter für Verkehr bei West Energie und Verkehr (West).

Da bei Senioren die Hemmschwelle, die ÖPNV-Angebote umfassend anzunehmen, aber besonders hoch sei, besonders dann, wenn die Nutzung eines Linienbusses schon mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte zurückliege, war guter Rat gefragt.

Über die Kreisverwaltung und die Arbeitsgruppe „Älter werden im Kreis Heinsberg” wurden Kontakte geknüpft. Und vor wenigen Monaten konnte dann von der West in Kooperation mit dem Selbsthilfe- und Freiwilligen-Zentrum (SFZ) ein Projekt gestartet werden, das Senioren Hilfestellung bieten soll.

Freiwillige nehmen die Aufgabe als Seniorenberater im ÖPNV wahr. Sie werden geschult - vom SFZ im Umgang mit älteren Menschen und von der West im Umgang mit Fahrplänen und Tarifen. „Wie kommt man mit Rollator oder Gehstock in den Bus rein?”: Dieser Aspekt war da genauso von Bedeutung wie die Frage: „Wie funktioniert das Multi-Bus-System?”

Die erste geschulte Seniorenberaterin für den ÖPNV im Kreis Heinsberg ist Elsbeth Gotzes. Die gelernte kaufmännische Angestellte, die sich auch bei den Johannitern ehrenamtlich in der Seniorenbetreuung engagiert, hatte in der Zeitung von dem Projekt gelesen und sich gedacht: „Wenn ich in Rente gehe, ist das eine Aufgabe für mich.” So will sie nun Senioren mit Rat und Tat zur Seite stehen, um ihnen den Zugang zum Busverkehr zu erleichtern.

Über die West können die kostenlosen Beratungen nachgefragt werden, die dann bei den Senioren vor Ort erfolgen - zu Hause oder auch an einer nahen Haltestelle. Die Seniorenberaterin vermittelt wissenswerte Informationen und übt gegebenenfalls mit den älteren Menschen die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ein. Die Senioren sollen zudem ein Heft erhalten, in dem sie unter anderem ihre persönlichen Fahrplan-Favoriten eintragen können.

„Ich denke schon, dass dieses Angebot angenommen wird von Senioren, die weiterhin mobil sein wollen, auch wenn sie nicht mehr Auto fahren können”, so Elsbeth Gotzes. Vor allem in Senioreneinrichtungen sieht Margrit Hils vom SFZ eine Zielgruppe. Vieles dürfte zudem über Mund-zu-Mund-Propaganda laufen.

Vom Land Nordrhein-Westfalen wird das Projekt (Gesamtkosten: 24.000 Euro) zu 60 Prozent gefördert. Bis Ende 2012 läuft es, doch bei entsprechender Resonanz werde schon an eine Fortsetzung gedacht, so Winkens und Hils.

Sie sind einerseits gespannt, wie groß die Nachfrage nach Beratungen sein wird. Andererseits suchen sie weitere Freiwillige, die älteren „Wiedereinsteigern” zur Seite stehen wollen. Dabei bittet die West auch ehemalige eigene Mitarbeiter um Mithilfe und Unterstützung.

Die West möchte die Attraktivität und Qualität des ÖPNV für Senioren steigern - und damit natürlich auch eine bessere Nutzung und Auslastung des ÖPNV, sprich höhere Fahrgastzahlen erreichen.

Ausgestattet werden die Seniorenberater übrigens mit einer Tasche samt Informationsmaterialien, mit einem Namensschild, mit einer Kappe - und mit einem Regenschirm...

Interessierte Senioren oder auch Institutionen wie Altenheime oder Seniorentreffs können Beratungstermine zum Thema Busverkehr über die West Energie und Verkehr unter Tel. 02431/886666 vereinbaren.

Interessierte Bürger, die künftig auch als Seniorenberater tätig sein möchten, sollten sich beim Selbsthilfe- und Freiwilligen-Zentrum im Kreis Heinsberg unter Tel. 02452/156790 melden. Ansprechpartnerin ist Margrit Hils.

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