Übach-Palenberg - „Senioren helfen“: Freiwillige für Kleinstaufträge

„Senioren helfen“: Freiwillige für Kleinstaufträge

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
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Mit vielerlei Dingen, handwerklich oder pädagogisch, wissen die Aktiven von „Seioren helfen“ (im Bild ein Teil der 18-köpfigen Gruppe) umzugehen. Donnerstagvormittags ist allgemeiner Treff im Obergeschoss des Feuerwehrhauses Frelenberg, vor dem das .

Übach-Palenberg. Wenn Klaus Waltersdorf die Geschichte erzählt, löst er immer noch Heiterkeit in der seriösen Herrengruppe aus. Wegen einer winzigen Reparatur nach Übach gebeten, fanden er und ein Kollege im Flur der Wohnung einen Fernsehapparat. Älteres Produkt mit Röhren – und kaputt. Ob er nicht mal durchmessen könnte? So begann der Überraschungstag mit den technischen Finessen einer fehlenden Glasrohrsicherung und einer gelösten Hauptplatine. Warum man eigentlich gekommen war? Wegen zwei tropfender Wasserhähne.

Ähnliche Schilderungen gibt es reichlich in dieser Gruppe, die sich nach dem benennt, was sie sich ehrlich vornimmt: „Senioren helfen“. Es sind bislang 18 Herren, weil Damen noch kein Interesse zeigten, die sich ganz freiwillig und über ihr Fachwissen hinaus für ehrenamtliche Arbeit zur Verfügung stellen.

Siegfried Klose brachte die Idee aus Aachen mit, etablierte die nicht vereinsstrukturierte Runde, die schon seit 2004 aktiv ist. Der Gründer stand früher im Dienst des Kreises Heinsberg bei der Lebensmittelüberwachung. Mittlerweile gehören allerlei Handwerker, Mechaniker, aber auch Beamte „a.D.“ und Architekten zum Helferkreis.

Früher starteten die helfenden Senioren aus dem Mehrgenerationenhaus (MGH) Palenberg zu ihren Einsätzen im Privatwagen. Seit rund einem Jahr hat sie die Stadtverwaltung – auch technisch gut ausgerüstet – im Frelenberger Feuerwehrhaus untergebracht, das zudem vielen Vereinen offen steht. Regelmäßig donnerstags findet die Gruppe dort zusammen. Dann wird besprochen, welche Anfragen vorliegen (s. auch Kasten) und wie man vorgeht.

Grundsätzlich sieht sich die Gruppe nicht als Konkurrenz lokaler Handwerker und Fachbetriebe. „Wir übernehmen Kleinstaufträge, die sonst wohl niemand machen würde. Wenn ein Siphon verstopft ist, wenn Gardinen abgehängt werden sollen, also das, wenn die Anfahrt des Firmenmonteurs teurer ist als die Reparatur“, erklärt Willi Steins. „Aber sobald es in eine Wand hineingeht, hören wir auf.“ Und Anfragen nach Rasenmähen gibt man gerne weiter an die Jugendorganisationen im MGH, zum Aufbessern deren Taschengelds.

Helfen heißt auch, bei Behördengängen zu unterstützen – oder beim Besuch einfach mal zuhören oder reden. Soziale Kontakte sind der Gruppe sehr wichtig; schließlich hält sie auch untereinander fest zusammen, gönnt sich jährlich ein gemeinsames Essen, unternimmt Ausflüge oder Museumsbesuche. Hilfe zur Selbsthilfe ist den Männern. Deshalb arbeitet man auch an Kursen, beispielsweise „Senioren am PC“. Vorträge über Hygiene, Steuerrecht für Rentner, Senioren im Straßenverkehr (auch im Austausch mit der Partnerschaftsgruppe aus Landgraaf) sind schon in Vorbereitung, worüber auch die Internetseite der Stadt Übach-Palenberg im Kultur/Senioren-Link informiert.

Die „Kundschaft“ der helfenden Gruppe ist selten jünger als 50 Lebensjahre. Was sich in den Aufgaben der Seniorenhelfer niederschlägt. Oft geht es „auf die Leiter“, oder Wissen um die Elektrik ist gefragt. „Man muss auch mit dem Risiko leben, dass schon mal versucht wird, uns auszunutzen“, weiß Hermann Schaub. „Wenn man schon mal da ist, kommt eins zum anderen“, hat auch Willi Steins erfahren. „Aber das ist ja nicht schlimm.“

Den Geholfenen nützt es schließlich und weckt die Bereitschaft, dem Ehrenamtler eine Spende in die Hand zu drücken. Das Geld kommt in eine Kasse, aus der Kosten für die Kurse und Anschaffung von Werkzeug geleistet werden.

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