Gangelt-Langbroich - Selfkanttheater: Hormone geraten außer Rand und Band

Selfkanttheater: Hormone geraten außer Rand und Band

Von: agsb
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Idda und Dillke schleppen die falschen Käthe ab, eine der vielen lustigen Szenen im Stück. Foto: agsb

Gangelt-Langbroich. Das Langbröker Selfkanttheater garantiert den Besuchern stets einen lustigen Abend – und auch diesmal hatten die Mitglieder den Besuchern nicht zu viel versprochen.

Vor der offiziellen Premiere des Luststückes in drei Akten mit „Hommelwäre on staaze Vrolü“ (übersetzt Sauwetter und stolze Frauen) dankte Leo Horrichs den 300 Theaterfreunden in der ausverkauften Bürgerhalle.

Den ersten großen Applaus des Abends gab es, als Leo Horrichs erklärte, dass das Eintrittsgeld für wohltätige und soziale Zwecke gespendet werde. Den zweiten großen Applaus gab es beim Anblick des Bühnenbildes, das die Zuschauer ins Jahr 1954 versetzte.

Schon wenige Minuten, nachdem sich der Vorhang gehoben hatte, wurde deutlich, dass das Selfkanttheater wieder den richtigen Riecher gehabt hatte: alle Rollen waren glanzvoll besetzt.

Es funkt gewaltig

Das Stück „Hommelwäre on staaze Vrolü“ dreht sich um Tante Billa (Marianne Heutz), die die Herrin auf Landwirtschaftshof ist. Die beiden Nichten Idda (Doris Niessen) und Dillke (Stefanie Schröder) sind eingefleischte Jungfrauen. Männer sind für die Frauen tabu. Lediglich Knecht Föns (Arndt Horrichs) wird geduldet. Sein Reich ist der Hühnerstall.

Viehhändler Verkes Woelm (Willi Jütten) ist stets aktiv – er wittert überall Geschäfte, hat aber ein Problem. Er möchte seine Tochter Seef (Anja Wagner) an den Mann bringen. Und tatsächlich funkt es zwischen Seef und Föns. Doch da mischt Dorftratsch Schustere Lies (Elisabeth Palmen) kräftig mit, im Grunde sucht diese auch ihren Mann, oder wie sie es nennt, ihr „Rindvieh“ (Ich brauche einen Mann zum Heckenschneiden), fürs Leben.

Plötzlich aber bricht eine wahre Schreckensnacht über Langbroich herein: Regen, Blitz, Donner und Sturmböen lassen alle Wände wackeln, eine turbulente Nacht beginnt – und Tante Billa erlebt ihren Alptraum als Jradese Mathes (Sebastian Arnusch) Zuflucht im Haus sucht und auf Dillke trifft. Deren Hormone spielen auf einmal verrückt. Dillke versteckt Mathes im Schlafzimmer. Danach erreicht Lommele Kresch (Helmut Schürkens) den Hof, trifft auf Idda und auch diese entdeckt plötzlich ein Kribbeln am ganzen Körper. Auch sie zieht Lommele Kresch in die Schlafkammer. Ungekrönte Leistung zeigen beide dann in der Verkleidung, aus Mathes wird Mathilde und aus Lommele Kresch Käthe.

Föns versucht indes, als verkappter Künstler seine Seef zu malen. Die schauspielerische Leistung der Darsteller beeindruckte. Besonders Willi Jütten erntete Applaus, als er sich in seiner Rolle wie ein Jüngling in Käthe verliebt.

Das Publikum erlebte an diesem Abend einzigartige Stunden mit jeder Menge Witz und Humor. Und am Ende folgte ein turbulentes Ende mit Glückseligkeit für alle.

„Das Stück hat durch das Platt natürlich seine Würze. Nicht jeder Spruch steht im Drehbuch, das Stück haben wir für uns umgeschrieben“, erklärte Leo Horrichs nach der letzten Szene. Überschwänglichen Applaus gab es auch für die Souffleusen Hedwig Barion und Christina Schroten, für die Maske von Isabelle Schlicher und Sandra Hausmann und für den Bühnenbau von Andrea Hausmann, Christoph Goertz, Karl-Heinz Gossen und Franz-Josef Ronkartz. Regie führte Gino Ronkartz.

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