Selfkantbahn-Fans starten in die Saison

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Bevor das Abfahrtssignal für die Selfkantbahn-Lok „Schwarzach” gegeben wird, wird abgeschmiert. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt-Schierwaldenrath. Ostersonntag, 10.15 Uhr. Ein schriller Pfiff schallt über den Bahnhof Schierwaldenrath. Langsam setzt sich die „Haspe” in Bewegung, der schwarze Rauch kündet die Eröffnung der Saison bei den Selfkantbahnern an.

Schon im ersten Zug sitzen zahlreiche Gäste. „Unsere Fans sind treu und pünktlich”, lacht einer der vielen Helfer, die für einen geregelten Fahrbetrieb der Museumsbahn zwischen Schierwaldenrath und Gillrath sorgen.

„Untätig waren wir den Winter über aber nicht”, erzählt Helmut Kommans, der 2. Vorsitzende der „Interessengemeinschaft historischer Schienenverkehr” (IHS).

Das Hauptgleis wurde zur Hälfte erneuert, zwei Weichen in Schierwaldenrath bekamen neue Schwellen. An der V-11, der „Afrika-Lok”, wurde weiter gearbeitet.

„Wenn alles gut geht, können wir in diesem Jahr noch das Getriebe und den Motor einbauen”, hofft Kommans, der sich nach zehn Jahren ein neues Uniformjacket - historisch natürlich - geleistet hat.

Der Kessel der Lok 5 sei zur Zeit in Reparatur. Man hofft, dass er Ende des Jahres wieder da ist und die Lok zum Osterbetrieb 2010 einsetzbar ist. „Nur für die 80.000 Euro an Kosten suchen wir noch Sponsoren”, so Kommans.

Zum Nikolausbetrieb im Dezember hofft man, den behindertengerechten Wagon einsetzen zu können. Der wird zur Zeit in Erkelenz in Kooperation mit der Lebenshilfe aufgebaut. „Aber dafür haben wir nur einen Mitarbeiter.”

Während Günter Steinhauer, IHS-Vorstandsmitglied, sich im Lokschuppen mit einigen Helfern um Technik und Reparaturen kümmert, wird die Schwarzach vor den Zug gespannt, der um 11.15 Uhr den Bahnhof Schierwaldenrath verlässt.

Die Techniker heizen den Kessel, schmieren da, wo es nötig ist, und lassen immer wieder Dampf ab. Das wollen die Fotografen auf dem Bahnsteig so.

Während dessen schreitet Gerhard Teeling, 77 Jahre alt und Ex-Profi bei der niederländischen Staatsbahn, den Zug ab, notiert Gewicht und andere Zahlen der Wagons und der Lok, um am Ende die Bremskraft zu ermitteln.

Er ist es auch, der das Signal zur Abfahrt gibt und später als Zugführer Fragen beantwortet, für Fotos mit den Kindern posiert und die Fahrkarten entwertet.

Wenn beide Züge unterwegs sind und der Bahnsteig leer, bleibt für Helmut Kommans ein Moment Zeit, vom Programm des kommenden Jahres zu berichten.

Er erzählt die Geschichte der Lok 4805, die 30 Jahre nicht mehr in Betrieb war, denkt über das Programm des 40jährigen Bestehens der IHS im Winter nach und er grübelt immer wieder darüber, wie schön es doch wäre, einen Sponsor für die 80.000-Euro-Reparatur der „Schwarzach” zu finden.

Dann kommt die „Haspe” zurück, und die Arbeit auf dem Bahnhof geht weiter.
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