Selfkant-Kaserne: Der Biwak zeigt das gute Miteinander

Von: Georg Schmitz
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Leutnant Natallia Sparysh aus Weißrussland erhält von Oberfeldwebel Johannes Wolters wie auch die anderen Teilnehmer beim Gästeschießen des ZVBw eine Einweisung in das Gewehr G 36. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Niederheid. Noch immer erfreut sich das Gästeschießen auf der Standortschießanlage in Niederheid mit anschließendem Biwak in der Selfkantkaserne großer Beliebtheit. In diesem Jahr konnte der stellvertretende Kommandeur des Zentrums für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr, Oberst i.G. Jürgen Buchholz, als Gastgeber weit über 500 Biwakteilnehmer begrüßen.

Darunter mit Oberst i.G. Tae-Sik Kim auch den Militärattaché aus Südkorea. Viele weitere hochrangige Gäste aus Politik, Behörden, Wirtschaft, Organisationen, Vereinsleben und Geschäftswelt waren am Nachmittag auf die Standortschießanlage in Niederheid gekommen, um sich dort beim Vergleichsschießen mit dem Gewehr G36 zu messen.

Zu den Teilnehmern zählte auch ein Dutzend Offiziere aus verschiedenen Ländern, die derzeit beim Bundessprachenamt in Hürth Deutsch lernen. Nach einer Einweisung am G36 durch die Offiziere des Verifikationszentrums durften die Gäste sitzend auf eine 10er-Scheibe in 100 Meter Entfernung schießen, sieben Schüsse kamen in die Wertung. Dr. Rita Freches-Heinrichs, Vorsitzende des Aktionskreises Geilenkirchen, zitterten nach der Schießübung immer noch die Hände. „Ich habe das erste Mal mit einem Gewehr geschossen”, gab sie zu bedenken.

Die alten Hasen indes gingen die Sache gelassener an, vielen war anzumerken, dass sie den Umgang mit der Waffe gewohnt sind. Am Abend trafen sich die meisten der Schützen beim Biwak auf der Wiese neben dem Barbara Kasino wieder und hatten hier bei Trank und Speise Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen oder auszubauen. Zu Beginn seiner kurzen Rede begrüßte Buchholz auch die Mitarbeiter der kanadischen Unterstützungseinheit Europe mit ihrem Kommandeur Oberstleutnant Turbide. Buchholz entschuldigte den vor zwei Monaten in sein Amt eingeführten neuen Kommandeur des ZVBw, Brigadegeneral Beyer, der noch bis November seine Aufgaben als Leiter des deutschen Verbindungsstabes in Tampa/Florida wahrnehmen müsse.

Anlass zu Spekulationen

Oberst i.G. Buchholz ging kurz auf die Diskussionen um die Verkleinerung der Bundeswehr ein, die wieder Anlass zu Spekulationen gebe. „Was ich aber an dieser Stelle sagen kann, ist, dass die Rüstungskontrolle auch Bestandteil der neuen Bundeswehr sein wird und dass das ZVBw seinen wichtigen Auftrag auch in einer neuen Struktur durchführen wird”, machte Buchholz auf die Daseinsberechtigung der Einrichtung in der Selfkantkaserne aufmerksam. Die Soldaten und Mitarbeiter könnten also optimistisch in die Zukunft schauen, „wenn Sie sich Sorgen darüber gemacht haben, ob es auch in Zukunft dieses Biwak und Gästeschießen geben wird”.

Buchholz blickte wieder in die Region: „Veranstaltungen wie das Biwak des ZVBw oder die Landpartie der Stadt Geilenkirchen dokumentieren eindrucksvoll gerade den zwischenmenschlichen Aspekt der sehr guten Beziehungen zwischen Militär und zivilem Umfeld.” Dabei diene der ein oder andere Blick hinter die Kulissen, beziehungsweise hinter den Kasernenzaun dazu, das gegenseitige Vertrauen zu stärken und partnerschaftliches Handeln auf- oder auszubauen. Getreu dem Motto: „Vertrauen schaffen durch Transparenz und Offenheit, Kooperation und Freundschaft”.

Bevor sich die über 500 Gäste dem geselligen Teil mit musikalischer Unterhaltung durch die Band „Missing Link” zuwandten, zeichnete Buchholz noch die Sieger des Vergleichsschießens vom Nachmittag aus. Den Damenpokal gewann Renate Lubberich von der Vereinigten St.-Sebastianus- und Junggesellenschützenbruderschaften Geilenkirchen mit 62 von 70 möglichen Ringen. Platz 1 beim Gästepokalschießen belegte Marko Banzet, Mitglied des Stadtrates Geilenkirchen (65 Ringe). Den Sportpokal nahm der ehemalige Kommandeur des ZVBw, Brigadegeneral a.D. Hans Hübner, mit nach Hause. Mit 67 von 70 Ringen wurde Hübner auch Gesamtbester. Nach Einbruch der Dunkelheit sorgten Stabshauptmann Kurt Litwin, Stabsfeldwebel Jürgen Wölk und Oberleutnant Stephan Krasenbrink noch für ein weithin sichtbares furioses Feuerwerk.
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