Selbstbewusstsein lernen: Mäuschen werden stark wie Bären

Von: mabie
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Auch auf die richtige Körpersprache kommt es an. Dazu muss man nicht unbedingt die Statur von Trainer und Kampfkunstmeister Tom Klein haben. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Wie eine Maus versteckt sich Thomas Klein in einer Ecke der Sporthalle am Berufskolleg in Geilenkirchen. Er schleicht um die Ecken, sucht Deckung und meidet die Gruppe Kinder, die sich auf Bänken um ein Rechteck aus Sportmatten verteilt hat.

Sich so wie diese Maus zu verhalten, was der erfahrene Kampfsport- und Selbstverteidigungstrainer ganz an den Anfang seines jüngsten Selbstbehauptungstrainings gestellt hat, das kommt bei ihm selbst nicht gut an. „Wir machen Kinder stark“, sagt er selbst, und sein auch „Little Lions“ getauftes Programm zeigt nun in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportverband Geilenkirchen und dem FC Germania Bauchem, wie das geht.

So baut sich Klein in einer zweiten kurzen Spielszene groß und breitschultrig vor den Kindern auf. Seine Mimik sagt schon, dass er keine Angst vor ihnen hat, und als er kurz zuckt, springt eins der Kinder reflexartig auf. Das Ganze ist natürlich nur ein Spiel, bei dem die Realität aber durchaus abgebildet wird. „Im Mittelpunkt des Trainings stehen kinderspezifische Konfliktsituationen, denen die Kinder im Alltag ausgesetzt sind“, erklärt Klein.

Die Situationen werden mit den Kindern besprochen, gemeinsam wird in kleinen Rollenspielen nach Lösungen gesucht. Und bei den Rollenspielen darf es mit Erlaubnis des Trainers auch mal richtig laut werden. „Nein!“, schreit ein Kind dem Kampfsportler dabei entgegen, als es sich einer Situation ausgesetzt sieht, die ihm Angst macht. „Kinder lernen, auch gegenüber Erwachsenen mal ‚Nein‘ Sagen zu dürfen, denn das kann in kritischen Situationen hilfreich sein und stärkt das Selbstbewusstsein“, erklärt Klein.

Und wer genau hinschaut, der erkennt auch, dass hier selbst die eingangs beschriebenen „Mäuse“, die es in allen Kindergruppen gibt, erkennen lernen, in welchen Situationen es besser ist, den eigenen Standpunkt klar und deutlich zu vertreten.

Dazu gehört auch ein gezielter Tritt gegen das Schienbein, wenn es die Situation erfordert. „Das tut nämlich richtig weh“, weiß Thomas Klein, der natürlich unter seinen dicken Schützern nichts davon spürt. Dass die Kinder am Ende spüren, dass richtiges Handeln in der Situation gut sein kann, und dass sie in den Übungssituationen den Respekt vor den anderen nicht verlieren, ist gut erkennbar. Und so werden dank Thomas Klein und seinen gezielten Übungen auch die Mäuse am Ende zu überzeugten Selbstbehauptern.

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