Geilenkirchen - Selbstbehauptungskurs: Frühe Einstimmung auf Alltagsgefahren

Selbstbehauptungskurs: Frühe Einstimmung auf Alltagsgefahren

Von: g.s.
Letzte Aktualisierung:
7706475.jpg
Nach ausführlicher Theorie und dem vermittelten Hintergrundwissen über Reaktionen bei einer Begegnung mit einem möglichen gewaltbereiten Menschen übten die Kinder in der Praxis Griffe. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Menschen schon im Kindesalter für Gefahren sensibilisieren, die ihnen im Alltag stets begegnen können, ist die Intention eines Projekts der Tai-Shin-Do-Kan-Akademie in Kooperation mit der SPD Geilenkirchen und dem FC Germania Bauchem.

„Starke Kinder“ ist der Titel des Konzepts, das in einen Selbstbehauptungskurs mündet, für dessen Realisierung mit Polizeihauptkommissar Thomas Klein ein kompetenter Fachmann gewonnen wurde. Der Trainer der Tai-Shin-Do-Kan-Akademie vermittelte den in zwei Gruppen agierenden 30 Jungen und Mädchen in drei Unterrichtseinheiten an drei Samstagen sein Fachwissen in Sachen Selbstverteidigung und Selbstbehauptung.

Vier- bis zwölfjährige Kinder sind die Zielgruppe, denn gerade in diesen jungen Jahren müssen die Kinder lernen, sich vor Übergriffen zu schützen und im Notfall verteidigen zu können, so die Lage. „Jedes Kind kann Opfer von Gewaltstraftätern werden, einen absoluten Schutz gibt es nicht. Aber es gibt Prinzipien, die man lernen kann“, erklärt Thomas Klein.

Dazu müsse das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt werden, denn starke Kinder könnten sich am wirksamsten vor Gewalttaten schützen. „Ihr müsst lernen, euch durchzusetzen“, beginnt Thomas Klein die letzte Unterrichtsstunde. Die Jungs und Mädchen haben sich in der Turnhalle der GGS Geilenkirchen im Halbkreis aufgestellt und hören dem Trainer aufmerksam zu. „Wir müssen die Kinder stark machen, Opfer werden meistens die Schwachen“, gibt Klein zu bedenken. Wenn jemand einem Kind zu nahe komme, könne es die Person auf Distanz halten, indem es ganz laut „Stop!“ schreie. Dies ziehe auch immer die Aufmerksamkeit anderer Menschen auf sich. Auf den Ton komme es an, so der Ausbilder.

Und deshalb sollte die Stimme trainiert werden. In bestimmten Situationen laut und bestimmt „Nein!“ sagen sei wichtig. Denn: „Es gibt böse Menschen, die wollen Kinder mitnehmen.“ Aber auch auf die Körpersprache käme es an. „Ihr müsst aufrecht auf jemanden zugehen und mit dem Gegenüber Blickkontakt aufnehmen“, sagt Thomas Klein den Kindern. Wer nur wegschaue, gebe sich als Schwächling aus.

Angst sei ein Gefühl, das zeige, dass eine Situation gefährlich ist, dieser Lage müsse dann richtig begegnet werden. So lernten die Kinder, wie bei Angriffen gezielt Schläge und Tritte eingesetzt werden, aber auch sich aus einem Griff zu befreien. „Im Notfall müsst ihr dem Gegner immer in die ,Sonne‘ schlagen“, so Klein, das wäre die Mitte der Rippen. Auch ein Tritt gegen das Schienbein könne dem Angreifer Schmerzen zufügen.

Sicheres und selbstbewusstes Auftreten verschaffe Respekt, und ein Mensch, dem Respekt entgegen gebracht wird, sei im Vorteil. Aber: „Die Techniken dürft ihr nur bei Gefahr einsetzen – und nicht einfach mal bei euren Schulkameraden ausprobieren“, ermahnte Klein, dessen Ehefrau Gabi ihn bei dem Kurs unterstützte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert