Blende Freisteller

Selbst der Bahnhof hat etwas Verspätung

Von: Georg Schmitz
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Das Empfangsgebäude des Geile
Das Empfangsgebäude des Geilenkirchener Bahnhofs wurde mit einem Aufwand von mehr als einer Million Euro umgebaut. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Der Umbau und die Instandsetzung des Bahnhofs in Geilenkirchen sind abgeschlossen. Anfang Dezember können Fahrgäste und Besucher alle Einrichtungen im Bahnhofsgebäude problemlos und barrierefrei nutzen. Von der Gestaltung des im Ursprung 112 Jahre alten Gebäudes sind viele Passanten angetan.

Der Rat der Stadt hatte im Jahr 2007 die Sanierung des Bahnhofs beschlossen und das Gebäude im Dezember 2008 von der Deutschen Bahn AG erworben. Die Planung sah vor, das Empfangsgebäude zu modernisieren und neu zu nutzen. Die umfangreichen Bauarbeiten wurden im August 2009 begonnen. Die Arbeiten gestalteten sich jedoch problemreicher als erwartet, was den geplanten Termin der Fertigstellung verzögerte.

Zu den negativen Überraschungen gehörte die schlechte Substanz der Dachkonstruktion; der Dachstuhl musste komplett erneuert werden. Die Gerlach-Krings-Böhning-Planungsgesellschaft mbH aus Aachen, unterstützt vom Praglowski-Architektenteam, schaffte es, alle nicht abzusehenden Schwierigkeiten mit mehrfach überarbeiteten Planung im Einklang mit der vorgegebenen Gestaltung zu lösen. Für die Planer stand der Erhalt dieses Städtebild prägenden, ab 1899 in drei unterschiedlichen Abschnitten erbauten Bahnhofs mit stückweiser Wiederherstellung des historischen Erscheinungsbildes. Ein Kriterium war zudem die Schaffung der Behindertengerechten Zugänge mit sich automatisch öffnenden Türen am Empfangsgebäude.

Den an dem Bauwerk beteiligten Firmen ist die Planung gelungen, wie jetzt sichtbar wird. Im Untergeschoss wurde die Empfangshalle in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand gestaltet. Die Halle präsentiert sich mit schönen Rundbögen und indirekter Beleuchtung. Auch die Fenster im Erdgeschoss wurden, mit Blick auf den ursprünglichen Zustand, in Rundbögen dargestellt. Die im Gebäude ansässige Fastfood-Kette wird an gleicher Stelle ihre Produkte anbieten. Im rechten Teil des Hauses öffnet ein Filialist für Backwaren; das Unternehmen möchte für die warme Jahreszeit auch eine Außengastronomie anbieten.

Im Bahnhofsgebäude steht nach der Sanierung eine Nutzfläche von rund 800 Quadratmetern zur Verfügung. Im Obergeschoss sind Flächen für den Büro-, Praxis- oder Studiobereich geeignet. „Auch in der Empfangshalle kann sich ein geeigneter Mieter ansiedeln”, wirbt Dipl.-Ing. Axel Praglowski.

Der Fahrkartenverkauf mit Reisecenter der Deutschen Bahn AG (DB) bleibt der Stadt erhalten. Darüber freut sich nicht nur Reise­berater Willi Buchkremer, der mit kleiner Unterbrechung seit 39 Jahren hier seinen Schalterdienst versieht.

Täglich nutzen bis zu 3000 Fahrgäste die Geilenkirchener Station. Damit zählt der Bahnhof in dieser Stadt zu den stark frequentierten in der Region.

Die Baumaßnahme war anfangs mit 850.000 Euro veranschlagt, doch aufgrund der unverhofft aufgetretenen Probleme haben sich die Kosten auf über eine Million Euro erhöht. Aus dem Stadterneuerungsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen erhält die Stadt für den Bahnhofsumbau Fördermittel in Höhe von rund 300.000 Euro.

Die DB Station & Service AG wird das komplette Gebäude anmieten und einzelne Nutzungseinheiten untervermieten. Der Stadt Geilenkirchen sind über die Vertragslaufzeit von 30 Jahren die Mieteinnahmen garantiert.
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