Seit sieben Jahren in der Rolle des St. Martin: Andreas Diederen

Von: Leandra Kubiak
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Vom Schützenbruder, Familienvater und Beecker Bürger zum Sankt Martin: Seit sieben Jahren durchläuft Andreas Diederen diese Verwandlung – immer um den 11. November herum. Foto: Leandra Kubiak
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Vom Schützenbruder, Familienvater und Beecker Bürger zum Sankt Martin: Seit sieben Jahren durchläuft Andreas Diederen diese Verwandlung – immer um den 11. November herum. Foto: Leandra Kubiak

Geilenkirchen-Bauchem. Eine weiße Weste übergezogen, den roten Mantel umgehängt, den imposanten Helm auf den Kopf, und schon ist die Verwandlung (fast) perfekt. Seit sieben Jahren schlüpft der Beecker Andreas Diederen nun schon in die Rolle des Sankt Martin.

Einmal im Jahr, immer dann, wenn die Tage langsam kürzer werden und es auf die Adventszeit zugeht, ist es so weit. Das Martinsfest ist ein Datum, das Diederen in jedem Jahr fest in seinem Terminkalender eingeplant hat.

„Das gehört für mich einfach dazu“, sagt der 37-Jährige, der gebürtig aus Bauchem stammt. „Traditionell stellen bei uns die Schützen den Sankt Martin“, sagt Diederen. Und so lag es nah, dass auch er irgendwann einmal in die Rolle des römischen Soldaten schlüpfen würde, denn schon seit seiner Jugend ist Diederen in der St.-Josef-Schützenbruderschaft Bauchem aktiv. „Und so bin ich im Prinzip in die Rolle reingeschlittert“, erzählt er.

Obwohl Diederen nicht mehr in Bauchem, sondern gemeinsam mit seiner Familie in Beeck lebt, ist es für ihn selbstverständlich, sich nach wie vor in der Bruderschaft zu engagieren. Und in so einem Tag, wie es der Tag des Martinsumzuges ist, stecke eine ganze Menge Arbeit, weiß der Familienvater. In Bauchem habe sich daher ein Gremium gebildet, das sich alljährlich um die Vorbereitungen des Zuges kümmere.

Etwa zehn Helfer seien dabei, nicht alle kommen allerdings aus dem Schützenverein. Auch der Taubenverein, das Trommler- und Pfeiferkorps und die Interessengemeinschaft Bauchem würden mit einspringen, sagt Diederen. Am Abend selbst ist auch die Feuerwehr Geilenkirchen dabei, die das Martinsfeuer im Auge behält und es schließlich löscht.

Klar, dass es einiger Helfer bedarf, denn ein traditioneller Martinsumzug will gut vorbereitet sein. In Bauchem dauert der Umzug etwa eine Dreiviertelstunde, im Anschluss gibt es ein Martinsfeuer, und natürlich wollen die Kinder zum Abschluss mit ihren Tüten versorgt werden. Im Vorfeld ziehen die Vereine dafür durchs Dorf und sammeln Geld ein, um die Süßigkeiten für die Martinstüten besorgen zu können. Schließlich werden die Tüten dann gepackt, und das Feuer wird für den großen Abend vorbereitet.

Es ist eine Tradition, die Andreas Diederen nicht missen möchte. „Wenn die Tradition einmal wegbricht, kommt sie auch nicht mehr zurück!“, ist er überzeugt. Und das gilt es in seinen Augen zu verhindern.

„Ich mache das auch nicht nur für die Kinder“, sagt er. „Ich mache das für alle!“ Und wer, außer den Vereinen, solle es denn sonst machen? Die Bereitschaft bei den Schützen sei zwar nach wie vor da, das Fest zu organisieren, Sorgen mache man sich aber um den fehlenden Nachwuchs im Vereinsleben.

Gerade in Beeck wird das Gemeinschaftsgefühl großgeschrieben, wenn es um das Martinsfest geht. „In Beeck gehen wirklich noch Jung und Alt im Zug mit“, sagt Diederen. Dass dort nicht nur die Kinder, sondern auch die Ältesten eingebunden werden, sieht man auch daran, dass am Abend des Umzugs jeder Bewohner, der älter als 80 Jahre ist, einen Weckmann überreicht bekommt.

Für Diederen ist der Martinszug am Samstag in Bauchem übrigens nicht der einzige, an dem er in diesem Jahr teilnimmt. Wenn es am Samstagabend losgeht, hat er bereits zwei Umzüge hinter sich – wenn auch nicht als Sankt Martin höchstpersönlich.

Denn als Vater von zwei Töchtern gilt es natürlich auch, mit der Familie die Züge im eigenen Ort, beziehungsweise der Gemeinde, zu besuchen. Und einen schönen Nebeneffekt hat das auch: So könne er seinen Kindern erzählen, dass in Beeck der „echte“ Sankt Martin dabei sei. Papa, den die Kinder ja nun mal erkennen, würde in Bauchem als Sankt Martin sozusagen nur aushelfen.

Ernst wird es für Diederen am Samstagnachmittag, denn dann muss er sich in Schale werfen und sich am vereinbarten Treffpunkt pünktlich aufs Pferd setzen, damit der Zug beginnen kann. Im Vorfeld hofft er einfach nur, dass am Abend alles reibungslos laufen wird. Das Schönste sei für ihn, wenn der Zug vorbei ist, alles gut funktioniert hat und man sich noch einmal mit dem Team zusammensetzt und den Abend Revue passieren lässt.

Es ist das siebte Mal, dass Diederen am Samstag als Sankt Martin aufs Pferd steigen wird, und mit der Entwicklung der vergangenen Jahre ist er durchaus zufrieden. Nachdem es in den ersten Jahren schon mal etwas chaotisch gewesen sei, habe er inzwischen das Gefühl, dass der Zug wieder etwas ruhiger und geordneter ablaufe.

Eine große Veranstaltung wird es aber so oder so: Rund 500 Tüten sollen verteilt werden und die Schützenbruderschaft rechnet mit rund 1000 Besuchern. Los geht es um 18 Uhr am Johann-Plum-Platz. Die Übergabe der Tüten findet anschließend in der Mensa der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule, Pestalozzistraße 27, statt. Eine Stätte, die vorübergehend dafür herhalten muss, da die Bruderschaft kein Vereinsheim mehr hat, seit das Hallenbad Geilenkirchen 2013 niederbrannte.

Für Andreas Diederen wird es sicherlich nicht das letzte Mal sein, dass er sich um den 11. November herum den roten Umhang überwirft. „So lange ich noch auf das Pferd komme, kann ich mir auch vorstellen, das weiterzumachen“, sagt er. Und für das Martinsfest gilt das selbe, wie für den Fußball: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ Denn schon am Samstag steht fest, an welchem Tag der Martinsumzug 2017 stattfinden soll. Und auch das Martinspferd wird schon jetzt für das nächste Jahr „gebucht“. Die Vorbereitungen können starten.

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