Übach-Palenberg - Schulterschluss mit Landgraaf im Kampf gegen Tihange

Schulterschluss mit Landgraaf im Kampf gegen Tihange

Von: Manfred Hahn
Letzte Aktualisierung:

Übach-Palenberg. Die Gäste aus der niederländischen Partnergemeinde Landgraaf bei der Übach-Palenberger Ratssitzung am Donnerstag signalisierten gemeinsame Interessen. Es ging um Schritte gegen den Betrieb des belgischen Atomkraftwerks Tihange, in dessen Umfeld beide Partnergemeinden liegen.

Wie schon der Haupt- und Finanzausschuss beschloss auch der Rat einstimmig, dass die Verwaltung prüfen soll, wie man die von der Städteregion Aachen eingeleiteten gerichtlichen Schritte gegen den Kraftwerksbetrieb unterstützen kann. Im Ausschuss hatte man schon den von der SPD angeregten Zusatz akzeptiert, die Stadt möge einen Beobachter benennen, der regelmäßig über die Gerichtsverfahren informiert, und im Rat hatte Gerhard Gudduschat für die Koalition aus CDU und FDP-USPD eine weitere Anregung. Er schlug vor, die Stadt solle sich in einer gemeinsamen Presseerklärung mit der Partnergemeinde Landgraaf für die Stilllegung des Kraftwerks Tihange aussprechen. Der Rat sah das genauso wie SPD-Sprecher Heiner Weißborn („Alles, was Druck aufbaut, ist gut!“) und sagte einstimmig Ja zu den Tihange-Beschlüssen.

Das Thema „Tihange und die Gefahren“ stand dann noch einmal auf der Tagesordnung des Rates. Beigeordneter Helmut Mainz berichtete nämlich über den Stand der Vorkehrungen beim Katastrophenschutz des Kreises Heinsberg bei nuklearen Störfällen. Demnach liegt der Kreis Heinsberg in Bezug auf das Kernkraftwerk Tihange in einer „Außenzone“.

Nach einer Empfehlung der Strahlenschutzkommission sind für diese Zone keine Evakuierungen vorzubereiten. Allerdings, erklärte Mainz, gibt es für den Kreis andere Maßnahmen. Dazu zählen Messprogramme zur radiologischen Lage, die Aufforderung zum Aufenthalt in Gebäuden, die Warnung vor dem Verzehr frisch geernteter Lebensmittel und die Verteilung von Kaliumjodtabletten an alle, für die eine Jodblockade vorzusehen ist. Nach medizinischen Empfehlungen sind das Menschen bis zum Alter von 45 Jahren.

Wie Mainz aus einem Schreiben von Landrat Stefan Pusch (CDU) zitierte, lagern im Heinsberger Kreisverwaltungsgebäude zurzeit 440.000 solcher Tabletten, die der Gefahr einer Schilddrüsenkrebserkrankung entgegenwirken können und im „Ereignisfall“ an Städte und Gemeinden des Kreises ausgegeben werden.

In Bezug auf das Kernkraftwerk Doel bei Antwerpen liegt nach dem Schreiben des Landrats das Kreisgebiet in einer so genannten „Fernzone“, also mehr als 100 Kilometer entfernt. Auch hier sind für den Ernstfall Messprogramme vorgesehen sowie die Verteilung von Jodtabletten an Kinder, Jugendliche und Schwangere.

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