Geilenkirchen - Schulstart für I-Dötzchen: Ein Tag voller Aufregung

Schulstart für I-Dötzchen: Ein Tag voller Aufregung

Von: Robert Baumann
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Freuen sich auf die neuen Schüler und haben die Namensschilder schon vorbereitet: Annette Maxheim (links), Rektorin der GGS Geilenkirchen, und Konrektorin Ursula Richter-Rosenkranz. Foto: Robert Baumann
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Für die Erstklässler und ihren ersten Schultag musste die GGS Geilenkirchen im Vorfeld einiges organisieren. Foto: Robert Baumann

Geilenkirchen. Es ist zwar schon eine ganze Weile her, dennoch kann sich Annette Maxheim noch gut an ihren ersten Schultag erinnern. „Ich hatte eine bayerische Lederhose an“, sagt die Rektorin der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Geilenkirchen.

Und: „Mein erster Klassenlehrer hieß Herr Lamm. Er war für mich als Kind damals ein steinalter Mann, und er war wirklich lammfromm“, sagt Maxheim und schmunzelt. Vor allem an den Kommentar ihrer fünf Jahre älteren Schwester kann sich die Schulleiterin noch gut erinnern. „Warum freust du dich so? Schule ist doch doof“, hatte die Schwester zu ihr gesagt und konnte die ganze Aufregung der kleinen Annette so gar nicht nachvollziehen.

Am Donnerstag steht für Annette Maxheim wieder eine Einschulung an. Natürlich nicht mehr ihre eigene, sondern die von insgesamt rund 45 Kindern. Eine gewisse Anspannung und Vorfreude kann sie aber auch diesmal nicht leugnen. „Es ist für alle immer wieder sehr aufregend. Ich freue mich auf die Kinder, meine Kollegen und die Arbeit“, sagt die für 220 Schüler zuständige Rektorin. Die sechs Wochen unterrichtsfreie Zeit hätten ausgereicht, um sich vom stressigen Arbeitsalltag zu erholen.

Die Planungen für die Einschulung haben schon weit im Vorfeld begonnen. In der ersten Ferienwoche wurde der Stundenplan für alle acht Klassen und 15 Lehrer angefertigt – eine komplizierte Angelegenheit. Dabei spielt beispielsweise die Geschlechterverteilung in den Klassen eine Rolle. Und die Schule versucht bei den Erstklässlern, Kinder aus demselben Wohnviertel oder derselben Kindertagesstätte in einer Klasse unterzubringen. Die Kinder können so gemeinsam zu Fuß zur Schule kommen und nach dem Unterricht zusammen nach Hause gehen.

Die Eltern der Erstklässler wurden zudem vor Schulbeginn angeschrieben und über die anzuschaffenden Lernmaterialien informiert. Auf einem Elternabend berichteten die Lehrer, was auf die Kinder zukommt. Dabei ging es vor allem um eins: Den Eltern die Aufregung zu nehmen. In der letzten Ferienwoche erhielt die Schule die Lehrbücher und die Klassenräume wurden hergerichtet. Am Montag fand die große Lehrerkonferenz statt. Das ganze Schuljahr wurde geplant, Termine wie Sportfest, Wandertage, Konferenzen festgelegt.

Am heutigen Donnerstag werden die Erstklässler mit einem Gottesdienst begrüßt. Ein kleines Theaterstück und gemeinsames Singen sollen den i-Dötzchen einen angenehmen Start bereiten. Und dann geht es auch direkt in die Klassen, – für eine Stunde – während die Eltern sich im Elterncafé kennenlernen können. Um 11.30 Uhr erklingt der Gong, der erste Schultag ist geschafft. Am Freitag beginnt dann der reguläre Unterricht für die Erstklässler. „Wir werden schon etwas mit Zahlen und Buchstaben machen. Und es gibt auch schon Hausaufgaben auf“, sagt Konrektorin Ursula Richter-Rosenkranz. „Das Ziel bis zu den Herbstferien ist es, aus vielen Individuen eine Gemeinschaft zu formen, mit der sich gut arbeiten lässt. Oft kommen hier am ersten Tag kleine Prinzessinnen und Prinzen an, die dann merken, dass sie nur ein Rädchen im großen Ganzen sind“, erzählt die Konrektorin.

Eine weitere Herausforderung für Richter-Rosenkranz, Maxheim und alle anderen Lehrer ist das Thema Inklusion. Acht Kinder haben an der GGS aktuell einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Vor vier Jahren startete die GGS als GU (Gemeinsamer Unterricht)-Schule, mittlerweile heißt es gemeinsames Lernen. Die Inklusion bereitet Rektorin Maxheim Kopfzerbrechen. „Wir schwimmen, was die Verfahrensweise bei der Inklusion im kommenden Schuljahr angeht. Es ist schwer, die Gesetze in der Praxis umzusetzen. Keiner weiß, wo es langfristig hingeht“, nimmt die Schulleiterin kein Blatt vor den Mund. „Maximal 23 Kinder pro Klasse wären sinnvoll. Wenn das umgesetzt würde, könnten wir in Zukunft mit weniger Bauchschmerzen das Thema Inklusion angehen.“

In gut einer Woche starten schon die Planungen für die Einschulungen im nächsten Jahr. Stichtag für die Schulanmeldungen ist nämlich der 15. November. Im Oktober gibt es an der GGS deshalb schon einen Tag der offenen Tür für interessierte Eltern und Kinder. „Ich habe zum Glück keine eigene Klasse“, sagt Maxheim, die nicht falsch verstanden werden will: „Ich bin mit viel Herzblut Lehrerin, und mir fehlt die Leitung einer Klasse. Aber die Doppelfunktion Schulleiterin und Klassenlehrerin wäre sehr belastend.“

Seit elf Jahren ist Maxheim jetzt schon Rektorin. Viel verändert habe sich in Sachen Einschulung im Laufe der Zeit nicht. Im Gegenteil. Eines ist immer gleichgeblieben: Es wird wieder sehr, sehr aufregend – für alle.

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