„Schule ohne Rassismus“: Wegschauen? Das geht gar nicht.

Von: Isabelle Hennes
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Um kurz nach 9 Uhr ging es endlich los: Die Schüler der Klassen fünf, sechs und sieben des Carolus-Magnus-Gymnasiums stürmen – wie passend – die Carolus-Magnus-Straße hinauf. Foto: Isabelle Hennes

Übach-Palenberg. Rebecca Bergs und Henning Schmitz haben Großes vor. Die beiden Schüler der Jahrgangsstufe elf des Carolus-Magnus-Gymnasiums haben angekündigt, dass sie beim Spendenlauf zehn Runden schaffen wollen. Großes vorgenommen hatte sich auch ihre Schule, und die hat ihr Ziel jetzt erreicht: Seit Dienstag trägt das Gymnasium den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Es ist ein Projekt von und für Schüler und Schülerinnen, die gegen alle Formen von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, aktiv vorgehen und einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft leisten wollen.

Bevor es auf die Strecke ging, mussten sich alle Schülerinnen und Schüler auf dem Schulhof versammeln. Denn Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch und Jürgen Fischer von der Initiative Schule ohne Rassismus waren gekommen, um zu gratulieren. „Das ist nicht nur ein Preis, sondern auch eine Aufgabe“, sagte Jungnitsch. Er erinnerte an Nazi-Deutschland und forderte, dass so etwas nie wieder passieren dürfe. „Nicht nur eure Schule sollte ohne Rassismus sein, sondern unsere ganze Stadt.“

Leichter gesagt als getan

So sehen das auch Rebecca und Henning. Für sie ist die Auszeichnung sowohl in historischer Hinsicht wichtig, als auch für die Gegenwart. „Wir müssen gezielt gegen jede Art von Rassismus vorgehen. Nicht nur auf dem Schulhof, sondern auch, wenn uns so etwas auf der Straße begegnet.“ Das ist oft leichter gesagt als getan. Wenn eine Gruppe einen einzelnen auf der anderen Straßenseite angreift, hat sie als Mädchen, das alleine etwas unternehmen will, wenig Chancen. „Aber man kann immer etwas tun“, sagt sie. Entweder ruft man die Polizei oder man holt sich Unterstützung von anderen Passanten. Nur wegschauen – das geht gar nicht.

Um zu zeigen, dass sie es mit der Auszeichnung auch tatsächlich ernst meinen, fand nach dem offiziellen Teil auf dem Schulhof ein Spendenlauf in der Innenstadt statt. Im Vorfeld hatten die Schüler Sponsoren gesucht. Für jede rund einen Kilometer lange Runde bekam jeder Schüler einen Stempel. Und damit Geld für Ärzte ohne Grenzen, den Förderkreis der Schule und das stadtinterne Projekt „Unsere Kinder“. Auch Lehrer Christoph Schlagenhof ging mit auf die Strecke. Er hatte seine Frau und seine Mutter als Sponsoren für den Lauf gewinnen können.

Ihr Bestes geben

Bevor Rebecca und Henning auf die Strecke gingen, waren die Jahrgangsstufen fünf, sechs und sieben an der Reihe. Und die kamen ganz schön ins Schwitzen. Um beim Stempeln keine Zeit zu verlieren, hielten einige den Zettel den ganzen Lauf über in der Hand. Andere mussten ihn beim Start- und Zielpunkt erst einmal aus der Hosentasche kramen. Die gekommenen Eltern und Großeltern freuten sich über das Engagement ihrer Kinder und Enkel und machten fleißig Fotos und Videos.

Wie viel Geld am Ende zusammengekommen ist, wird morgen in der ersten Unterrichtsstunde bekannt gegeben. „Wir hoffen, dass es mehr als 10.000 Euro sein werden“, sagt Henning. Er und Rebecca wollen ihr Bestes geben.

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