Schützende Werkstoffe aus Geilenkirchener Laserzentrum?

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
laserbildtext
Bürgermeister Andreas Borghorst, Generalleutnant a.D. Manfred Dietrich, Präsident des Förderkreises Deutsches Heer, Bundestagsabgeordneter Leo Dautzenberg, Parlamentarischer Staassekretär Thomas Rachel und Geschäftsführer Ulrich Berners (von links) beim Rundgang im LBBZ. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Diese Bundesregierung hat erstmalig zivile Sicherheitsforschung zu einem Thema gemacht. Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat ein nationales ziviles Forschungsprogramm aufgelegt. Ziel ist es, die getrennt agierenden Akteure Unternehmen, Forschung und Anwender zusammenzubringen”, sagte Thomas Rachel (MdB) am Dienstag.

Rachel ist Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung und war zu Besuch im Geilenkirchener Laser Bearbeitungs- und Beratungszentrum NRW.

Mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Leo Dautzenberg und in Begleitung von Bürgermeister Andreas Borghorst informierte sich Rachel über die Firma und neue Projektideen zur Entwicklung verbesserter Werkstoffe und deren Verarbeitung zur Herstellung von Leichtbaupanzerungen.

Mit 123 Millionen Euro Forschungsgeldern reagiere die Bundesregierung, so der Parlamentarische Staatssekretär, in den Jahren 2007 bis 2010 auf Krisenszenarien von der Naturkatastrophe bis hin zum Kofferbomber.

Bei seinem Besuch stellte Rachel fest, dass es in der Aachener Region die Kompetenz gibt, innovative Produkte anzubieten. Seit dem 11. September habe sich die Bedrohungslage geändert, die Infrastruktur sei verletztbar. „Und darauf müssen wir Antworten finden.

Technologie kann eine Antwort sein”, sagte Rachel. Wie bedeutsam die Sicherheitsforschung für Schavan (CDU) ist, zeigt auch, dass das Kabinett am Mittwoch ein Kooperationsabkommen mit den USA im Kabinett beschlossen hat. Rachel: „Das wird das erste Abkommen mit Obama.” Voraussichtlich im Frühjahr wird das Abkommen unterschrieben.

„Neue Produkte bedeuten auch neue Arbeitsplätze, eine Stärkung der hiesigen Wirtschaft und eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit auch in der Region Geilenkirchen. Es kommt zu einem Technologietransfer in die Region hinein und damit zu einer Anstellung von jungen Ingenieuren”, betonte bei dieser Gelegenheit auch Dr. Johannes Gartzen, Professor für Schweißtechnik an der FH Aachen und Projektpartner des LBBZ.

Bislang arbeitet das Geilenkirchener LBBZ unter der Geschäftsführung von Dipl.-Ing. Ulrich Berners für die Autoindustrie, für ThyssenKrupp und Siemens. Ein Schwerpunkt liegt in der zivilen Sicherheitstechnik. So schneidet das LBBZ beispielsweise Kunstfasern für sicherheitsrelevante Bauteile eines großen deutschen Autoherstellers.

Und jetzt will das LBBZ mit den Kooperationspartnern - Isola AG Düren, Gebrüder Kufferath Düren, Aixma GmbH Erkelenz, Ernst-Mach-Institut Freiburg, Gesellschaft für Sicherheit und Wehrtechnik Düsseldorf -Êein Material schaffen, das einen höheren Schutzfaktor bietet als bisherige Materialien, aber dabei leichter ist. Unter dem Projektnamen H2E verbirgt sich ein „Hochleistungsverbundwerkstoff zur Herstellung von Schutzsystem bei extrem hoher dynamischer Stoßbeanspruchung.” Dieses noch zu entwickelnde Material soll als Splitterschutz und ballistischer Schutz in explosionsgeschützten Gebäuden wie Hotels und Krankenhäusern, aber auch in Fahrzeugen wie Krankenwagen, Feuerwehr- und Polizeieinsatzfahrzeugen eingesetzt werden. Nicht ausgeschlossen ist, dass es auch in der Wehrtechnik eingesetzt wird. Zuvor müssen die Projektpartner allerdings grünes Licht aus dem Ministerium erhalten.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert