Geilenkirchen - Schüsse in Übach: Angeklagter muss ins Gefängnis

Schüsse in Übach: Angeklagter muss ins Gefängnis

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Nachdem es am ersten Prozesstag am Amtsgericht zu Handgreiflichkeiten gekommen war, sicherten am Donnerstag schwer bewaffnete Polizeibeamten das Gebäude ab.

Geilenkirchen. Ein Polizeiaufgebot wie am Donnerstag hat man am Geilenkirchener Amtsgericht noch nicht gesehen. Über 60 uniformierte Beamte waren zur Sicherung eines spektakulären Prozesses abgestellt und umzingelten förmlich den altehrwürdigen Gebäudekomplex. Auch auf Justitias Fluren und im Gerichtssaal überwachten die Polizisten den Ablauf der Hauptverhandlung gegen drei Angeklagte.

Dem 29-jährigen Hauptangeklagten warf die Staatsanwaltschaft Aachen vor, am 3. Mai 2014 auf der Jülicher Straße in Übach-Palenberg einen heute 40 Jahre alten Mann mit einer Pistole angeschossen und schwer verletzt zu haben. Seine beiden 26 und 27 Jahre alten Begleiter saßen wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung auf der Anklagebank. Ersterer wurde zu einer Haftstrafe verurteilt, die beiden anderen zu Bewährungsstrafen.

Weil es am ersten Verhandlungstag zu Auseinandersetzungen zwischen den zwei verfeindeten Parteien im und vor dem Gerichtsgebäude gekommen war, hatte die Direktorin des Amtsgerichtes Geilenkirchen, Corinna Waßmuth, den Polizeischutz angefordert.

Waßmuth verlas eingangs eine Zuständigkeitsrüge des Vertreters der Nebenklage, Rüdiger Henning aus Hückelhoven, der die Zuständigkeit des Schöffengerichts am Amtsgericht anzweifelte. Er beantragte einen rechtlichen Hinweis auf eine mögliche weitergehende Verurteilung im Sinne der ursprünglichen Anklage wegen versuchten Totschlags beziehungsweise der Beihilfe hierzu. Deshalb solle das Verfahren an die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Aachen verwiesen werden. Das Schöffengericht folgte dem Begehren von Rüdiger Henning nicht, nachdem es zunächst sechs Zeugen gehört hatte.

Als wichtigste Zeugin kristallisierte sich im weiteren Verlauf eine 16-Jährige aus Übach heraus, die das Geschehen aus der Nähe miterlebt hatte. Die in unmittelbarer Nähe zum Tatort wohnende Schülerin hatte am Tag der Tat gerade ein paar Leckereien für ihre Schwester geholt, die ihr auf der Straße entgegenkommen sollte. „Ein mit drei Personen besetztes Auto kam schnell angefahren und hielt vor einem anderen Auto an“, berichtete die Zeugin. Zwei Männer seien ausgestiegen, einer habe hinten in seinem Hosenbund die Hand an einer Waffe gehabt. Während der Fahrer im Auto sitzen geblieben sei, seien die beiden auf das andere Fahrzeug zugegangen, aus dem zu diesem Zeitpunkt ebenfalls ein Mann ausgestiegen sei. „Dann nahm der schwarz gekleidete, mit einer Mütze bekleidete Mann die Pistole und schoss auf den Entgegenkommenden“, sagte die 16-Jährige.

Sie habe gesehen, dass der erste Schuss auf den Boden ging, der nächste habe dann das Bein des Mannes getroffen. Dann habe sie sich umgedreht und sei davongerannt. Es sei noch ein dritter Schuss gefallen. Bis auf die Ehefrau des 40-jährigen Opfers bestätigten die weiteren Zeugenvernehmungen größtenteils die Aussage der Schülerin.

Staatsanwältin Stefanie Herweg beantragte in ihrem Plädoyer für den Hauptangeklagten drei Jahre und sechs Monate Haft, für die beiden anderen Angeklagten zwei Jahre auf Bewährung. Nach den Plädoyers der Verteidigung und Nebenklage gab Corinna Waßmuth das Strafmaß bekannt. Drei Jahre und drei Monate ohne Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung erhielt der 29-jährige Schütze.

Jeweils ein Jahr und zehn Monate auf Bewährung gab es für die beiden anderen Angeklagten wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung. Es habe sich kein Beweis für einen Tötungsvorsatz ergeben, so die Amtsgerichtsdirektorin.

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