Schüler verschönern Geilenkirchen mit Motiven aus der Steinzeit

Von: Georg Schmitz
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Auch Kursleiterin Dr. Christiane Lork (l.) ist stolz auf das von Anna, Jamina, Janina, Julia, Jolien, Verena, Wiktoria, Julia und anderen Realschülern geschaffene Kunstwerk, das sich nach den steinzeitlichen Tiermotiven aus der Höhle von Lascaux in Südfrankreich richtet. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Mit der Gestaltung von vier großflächigen Kunstwerken leisteten Schülerinnen und Schüler der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule und der städtischen Realschule Geilenkirchen einen kleinen Beitrag zur Verschönerung der Bahnunterführung.

Zum Wochenende zieren nun die Arbeiten den Tunnel, und die Beteiligten hoffen, dass die bemalten und besprühten Metalltafeln sich nicht durch äußere Einwirkung oder gar Vandalismus in ihrer Beschaffenheit verändern, damit viele Menschen noch lange Freude an den Bildern haben.

„Wir haben im Jahr 2003 schon mal Wandtafeln gestaltet und damit die Unterführung künstlerisch belebt”, schaut die Leiterin des Kunstkurses der Realschule, Dr. Christiane Lork, zurück. In den ersten Monaten wären diese auch nie beschmiert worden, doch nach Jahren habe der Vandalismus Wirkung gezeigt.

Mit Spachtel und Pinsel

Mit den neuen im Fachunterricht erstellten Werken habe man sich den Ursprüngen der Kunst genähert. „Im August 2009 haben wir uns zunächst theoretisch mit der Steinzeit und der Höhlenmalerei befasst”, sagt Christiane Lork. Anschließend hätten die elf Mädels und sechs Jungs im Alter von zwölf bis 14 Jahren des Kurses Bildbände angeschaut, eine Skizze entworfen und in entsprechenden Farben der Höhlenmalerei gestaltet. Das Konzept wurde mit Acrylfarben mittels Spachtel und Pinsel auf Metallplatten umgesetzt.

So entstand zum einen die „Höhle von Lascaux”, zum anderen die informelle, ungegenständliche Umsetzung der berühmten Grotte im südlichen Frankreich (Dordogne). „Hier wurden Form, Farbe und Struktur aufgegriffen und in einen neuen situativen Kontext gesetzt”, erläutert Christiane Lork. Während bei der Höhle von Lascaux dem Betrachter die Thematik rund 18.000 Jahre alter Felszeichnungen mit Tiermotiven eindrucksvoll vorgegeben wird, kann jeder Mensch beim zweiten Werk seiner Fantasie freien Lauf lassen und sich „sein eigenes Bild machen”.

Bei den Werken der Realschule wurden die früheren Wandplatten genutzt und übermalt. Diese andere Art des Unterrichts gefiel den Realschülern. „Das hat uns viel Freude bereitet”, sagen Anna, Jamina, Janina, Jolien, Verena, Wiktoria und die beiden Julias übereinstimmend.

Der Wahlpflichtkurs „Graffiti” an der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule war exakt auf Pascal Dziubak zugeschnitten. Der junge Mann hat sich schon mehrfach mit seiner Spraykunst in offiziellem Auftrag betätigt, so auch bei der Aktion „Graffiti in the City”, bei der er im Heyergässchen eine Mauer behandelte.

Mit Sprühlack hat Pascal Dziubak die der Steinzeithöhle gegenüber liegenden beiden Wandtafeln bearbeitet und so das zur Bahnunterführung passende Thema „Zug” kalligrafisch eingebracht. Kunstpädagogin Sabine Opdenberg ist voll des Lobes über die künstlerische Ausarbeitung. „Das hat mir auch sehr viel Spaß gemacht”, denkt Pascal Dziubak zurück. In nur fünf Stunden war er mit beiden Graffitiarbeiten fertig.

„Ich bin begeistert von der Umsetzung der Kunstpädagogik an unseren Schulen”, freut sich Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler beim Betrachten der Bilder. Hier in der Unterführung würde man nun zwei mutige Kontraste finden, die sich sehen lassen könnten. Die Bahnunterführung erfahre durch die Kunstwerke eine Aufwertung.

„Wer hier entlang geht, der erlebt, dass sich die Stadt um etwas kümmert”, sagte der Bürgermeister. Hier finde der Passant öffentliche Kunst, die in vielen Metropolen üblich sei.
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