Schüler präsentieren sich als wahre Experten

Von: Danielle Schippers
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Stolz können Schüler des Carolus-Magnus-Gymnasiums auf ihre Leistungen und die Urkunden sein. Zum ersten Mal wurden die besten und interessantesten Facharbeiten der Q1 ausgezeichnet. Darüber freuten sich auch die beiden Lehrerinnen Petra Owczarski und Sandra Terodde (oben rechts). Foto: Danielle Schippers

Übach-Palenberg. Am Carolus-Magnus-Gymnasium werden zum ersten Mal die besten und interessantesten Facharbeiten der Q1 (Klasse 11) ausgezeichnet. Die Schüler stellten ihre Arbeiten mit kurzen, professionellen Vorträgen ihren Eltern, Lehrern und jüngeren Schülern vor.

„Ein bisschen wie in der Uni“ fühlten sich Publikum und vortragende Schüler während der teilweise sehr fachspezifischen Vorträge an diesem Abend im Carolus-Magnus-Gymnasium. Jeder Schüler der Q1 muss in einem schriftlich belegten Fach seiner Wahl eine Arbeit einreichen. „Die größte Schwierigkeit für die Schüler ist dabei erfahrungsgemäß die Themenwahl zu Beginn“, resümiert Petra Owczarski. Die Lehrerin hat vorbereitende Seminare zum wissenschaftlichen Schreiben gegeben, um die Schüler darin zu unterstützen.

Ein passendes Thema finden, Quellen suchen, Selbstorganisation, das Verfassen in der richtigen Form, korrektes Zitieren und eine anschließende Präsentation der Ergebnisse mit entsprechenden multimedialen Mitteln – all das ist für die Jugendlichen Neuland, das sie aber auf die Arbeitsweise in der Uni und im Beruf vorbereitet. Auch dort wird selbstständiges Arbeiten immer wichtiger.

Die 14 Schüler, die ihre Arbeiten des letzten Schuljahres vorgestellt haben, hatten daran offensichtlich große Freude. „Viele Arbeiten sind sehr gut. Die Schüler können eigene Themen wählen, die sie wirklich interessieren und sich so selber herausfordern. Der Sinn hinter diesem Abend ist, dass die guten Arbeiten nicht untergehen“, erklärt Sandra Terodde, Deutsch- und Bio-Lehrerin, die das Projekt zusätzlich betreut hat.

„Short Presentations by Experts“ wurde dieser Abend genannt, und als Experten konnten die Schüler tatsächlich bezeichnet werden. Vor allem die Arbeiten in Mathematik und Physik zeugten von einem enormen fachspezifischen Wissen. Allen Vorträgen war anzumerken, dass sich die Schüler intensiv in Experimenten, Recherche und gründlicher Textarbeit in ihre Themen eingearbeitet hatten.

Vier Arbeiten und die Präsentation dazu wurden auf Englisch verfasst, eine sogar auf Französisch. Insgesamt wurden die Fächer Deutsch, Geschichte, Physik, Mathematik, Englisch, Biologie und Französisch abgedeckt. Mit den Facharbeiten können die Schüler eine Klausur des jeweiligen Faches ersetzen, was ihnen bei so guten Noten nur Recht sein kann. Dass die Leistungen auch über die Schule hinaus Beachtung finden, zeigt die Arbeit von Hendrik Leenders über mathematische Verschlüsselung, die sogar von der Dr. Hans Riegel-Stiftung ausgezeichnet wurde.

André Breuer hat seine Arbeit über die „Funktionsweise und messtechnische Untersuchung des nichtlinearen Verzerrers „Das Plus für E-Gitarre“ geschrieben. Selbst technisch versierte Zuhörer im Publikum kamen bei seiner Analyse der Experimente mit Schaltkreisplänen und Frequenzmessern nicht mehr mit. „Ich spiele selber E-Gitarre und interessiere mich für Physik. Die Arbeit war sehr lehrreich.

Sich die Fachausdrücke und technischen Grundlagen aus Fachliteratur selber zu erarbeiten, hat mir viel mehr Spaß gemacht als normaler Unterricht“, erzählt er. Beste Voraussetzungen also für ein Maschinenbau-Studium.

Christiane Rothkranz kam auf ihr Thema „Die Figur der Rothaarigen in der Jugendliteratur“, weil sie selber rote Haare hat und sich fragte, wo eigentlich die Klischees darüber herkommen. Dafür untersuchte sie wissenschaftlich Bibelstellen, Pippi Langstrumpf und den Roman „Die rote Zora“. Aus ihrem Vortrag konnte das Publikum viel Neues Lernen.

Die ursprüngliche Verbindung der Farbe Rot und roten Haaren mit dem Bösen und Hexen entstand nämlich einerseits im Christentum durch den roten Teufel und andererseits bei den Germanen durch den bösen Gott Loki mit rotem Bart. „Ich weiß noch nicht, ob ich etwas mit Literatur studieren möchte. Aber die Bücher unter einem speziellen Aspekt noch mal zu lesen, war interessant.

Und es war wichtig, das richtige Zitieren zu lernen und mal einen wirklich langen Text zu schreiben“, fasst Christiane ihre Erfahrungen zusammen und zeigt damit stellvertretend für alle Schüler, die Facharbeiten geschrieben haben, dass die angestrebten Lernziele tatsächlich greifen können.

Die Vorstellung der besten Ergebnisse soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. So haben die Schüler mit der multimedialen Präsentation eine zusätzliche Übung, jüngere Schüler können Ideen sammeln und von den älteren lernen, und interessierte Lehrer und Eltern können die Lernerfolge ihrer Kinder sehen.

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