Schüler organisieren Berufs- und Informationstag

Von: Ines Kubat
Letzte Aktualisierung:
12494787.jpg
Ein Jahr lang haben die Schüler und Lehrer Robert Jansen (5.v.r.) den Berufs- und Informationstag am St.-Ursula-Gymnasium vorbereitet. Foto: Kubat
12494788.jpg
Yvonne Burbach vom Verein Experiment beantwortet einer Schülerin Fragen zum Thema Work&Travel.

Geilenkirchen. „Hat der Beamer später noch funktioniert?“, fragt Antonia Jansen im Vorbeigehen den Vertreter der RWTH Aachen Martin Krükel. „Ja, es gab keine Probleme mehr“, antwortet der BWL-Experte. Die Schülerin nickt etwas erleichtert und geht schnellen Schrittes über den Schulhof zum nächsten Vortrag.“

„An diesem Donnerstagmorgen gehen ihr viele Dinge durch den Kopf. „In den letzten Tagen gab es noch mal richtig viel zu tun“, berichtet sie. Denn mit zehn anderen Schülern des Kurses „Management“ hat die Elftklässlerin den Berufs- und Informationstag am Bischöflichen Gymnasium St. Ursula in Geilenkirchen organisiert. Es ist bereits das zweite Mal, dass die Planung des Infotages ganz in den Händen von ein paar Schülern liegt.

Und damit für die 29 Referenten und 350 Schüler der zehnten und elften Klasse der Vortragsmorgen reibungslos verläuft, müssen viele Fäden zusammenlaufen und hier und da schnelle Lösungen für Probleme gefunden werden.

Vor knapp einem Jahr hatten sich die neun Mädchen und zwei Jungs für den Kurs bei Lehrer Robert Jansen bewerben müssen – inklusive Motivationsschreiben und einer Stärken- und Schwächenanalyse. Denn die Anforderungen, die Jansen an den Kurs stellt, sind hoch: Angefangen von der Korrespondenz und der Akquise der Referenten bis hin zur Einteilung ihrer Mitschüler mussten die Mädchen und Jungen alles selbst organisieren – und zwar in ihrer Freizeit. Ihr Lehrer, der den Management-Kurs als Praxis-Erfahrung ins Leben gerufen hatte, steht den Schülern zwar im Notfall zur Seite, hat ihnen aber die Verantwortung übertragen.

Nun, ein Jahr später und um viele Erfahrungen reicher, sitzen sie zum letzten Mal gemeinsam zusammen und denken darüber nach, was sie gelernt haben: „Im Team zu arbeiten“, sagt die eine. „Dass hinter solch einem Tag mehr Arbeit steht als man denkt“, sagt eine andere. „Und dass man immer einen Plan B haben sollte“, ergänzt Sophie Zelewski.

Denn trotz aller Vorbereitung können immer Probleme auftreten. So auch an diesem Morgen: Einige Schüler sind beispielsweise nicht in die Listen eingetragen, und auch technische Dinge klappen nicht überall. Deshalb sind die jungen Organisatoren vor allem in den Pausen gefragt, spontan zu helfen, wenn Referenten mit einem Problem auf sie zukommen.

Doch die elf Schüler wissen, was sie tun, treten professionell und zuverlässig auf. Und professionell müssen sie auch agieren: Schließlich war es ihre Aufgabe, die 29 Referenten für den Infotag zu gewinnen – und zwar solche Referenten, für deren Themen sich ihre Mitschüler interessieren.

Wie schon der Vorgänger-Kurs hat auch die aktuelle Management-Gruppe die Interessen der Zehnt- und Elftklässler mit Hilfe eines Fragebogens ermittelt. Und wie bei ihren Vorgängern bestehe wieder das größte Interesse ihrer Mitschüler an den Ausbildungen zum Polizisten und zum Lehrer oder am Werdegang bei der Bundeswehr.

Doch die Angebotspalette des Morgens ist weitaus größer: Beispielsweise legt ein Fitness-Trainer seinen Werdegang dar, während eine Bank ihren Ausbildungsgang präsentiert oder Thorsten Pracht, Lokalchef unserer Zeitung, den jungen Leuten erklärt, was den Beruf eines Journalisten ausmacht.

Doch die elf Schüler des Management-Kurses setzen auch eigene Impulse: „Wir wollten mehr Praxis in den Berufs- und Informationstag integrieren“, erklärt Andrea Feiter. Deshalb regten sie unter anderem beim Referenten einer Versicherung an, praktische Tipps in seinen Vortrag zu integrieren – zum Beispiel dazu, wie sich die Schulabgänger nach dem Abi selbst versichern müssen.

Ganz praktische Tipps gibt an diesem Morgen auch Yvonne Burbach vom Verein Experiment, der junge Menschen begleitet, die nach ihrer Schulzeit für eine gewisse Zeit ins Ausland reisen möchten: Welches Visum brauche ich für Work & Travel? Welche Versicherungen und Impfungen muss ich machen? Und wo bekomme ich eigentlich ein polizeiliches Führungszeugnis? Zu all solchen Fragen kannte Burbach die Antworten.

Doch wozu braucht man eigentlich einen solchen Berufs- und Informationstag, wenn die jungen internet-affinen Leute all diese Infos auch online finden können? Die Antwort scheint den Schülern ganz klar: „Der Vorteil ist, dass man hier individuelle Fragen stellen kann“, sagt beispielsweise Jana Rohse, „außerdem bekommt man viele verschiedene Möglichkeiten vorgestellt und Unterstützung angeboten.“

Am Ende der dritten Vortragsrunde stehen dann die Mitglieder des Management-Kurses auf dem Schulhof beisammen und lassen den Morgen Revue passieren: „Wir sind ziemlich zufrieden. Es hat eigentlich alles geklappt.“

Und mit dieser Meinung sind sie nicht allein. Auch Lehrer Robert Jansen lobt ihre Arbeit, während er aufräumt: „Der heutige Tag ist der Lohn der Schüler für ihre monatelange Arbeit.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert