Schüler im kniffeligen „Alk-Parcours”

Von: Georg Schmitz
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Alles, was gegen den Alkoholko
Alles, was gegen den Alkoholkonsum spricht und nach vernünftiger Alternative klingt, soll hinein in die Waagschale. Und es müssen schon viele gute Argumente sein, bis das Gegenwicht der Droge Alkohol überwunden ist. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Die Schule, die sich mit dieser Problematik nicht auseinandersetzt, geht an der Realität vorbei”, sagt Uwe Böken. Der Schulleiter der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule hatte bei seiner Aussage den Blick auf ein Projekt gerichtet, das sich mit dem brisanten Thema Alkohol beschäftigt.

„Was machst du mit Alkohol - was macht Alkohol mit dir?” ist der Titel des vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW geförderten Projekts. Der von der Ginko-Stiftung für Prävention ausgearbeitete „Alk-Parcours” lief am Dienstag nach Marl und Wulfen in Geilenkirchen seine dritte Schule an. Mit im Boot sind das Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg, die Kreispolizeibehörde und das Jugendamt der Stadt Geilenkirchen.

Armin Koeppe von der Landeskoordinierungsstelle Suchtvorbeugung NRW führte die Schülerinnen und Schüler des 8er und 9er Jahrgangs kurz in die Thematik ein. An fünf Stationen konnten die jungen Leute einen Eindruck gewinnen von den Auswirkungen des Alkoholkonsums oder Fragen zum Thema stellen. Drogenberatungslehrer Manfred Bölingen und dessen Kollegin Gabriele Czech, die Vertreterinnen des Gesundheitsamtes Ilona van Halbeek und Sonja Schöppel, Polizeihauptkommissar Friedrich Mathieu und Willi Palmen von Geilenkirchener Jugendamt standen unterstützend zur Seite.

An der ersten Station konnten sich die Schülerinnen und Schüler über die geltende gesetzliche Lage und Jugendschutzbestimmungen informieren. „Kann man ohne Alkohol Spaß haben?”, stellten sich die Jugendlichen danach die Frage und machten sich auf der Suche nach Alternativen zu „Alkohol als Spaßfaktor”.

Die Droge und der Körper

„Alternativ kann man über das Weltgeschehen diskutieren”, meinte Jan Borcherding. Statt Alkohol trinken lieber essen, tanzen oder Musik hören, dachten sich drei Schülerinnen. Ihre Ideen schrieben die Jugendlichen auf Würfel und legten sie in die Waagschale. Auf der anderen Seite überwog aber noch der Alkohol, bis die Schüler genügend Ideen eingebracht hatten und ihre „Anti-Alkohol-Würfel” die Richtung der Waage angaben. „Was stellt Alkohol im Körper an?”, fragte Sonja Schöppel an Station 3. Hier hatten die Schüler die Körperorgane zuzuordnen, die vom Alkohol angegriffen werden. Schnell war Lena Esser und ihren Schulkameraden klar, dass Verdauungssystem, Bauchspeicheldrüse, Leber, Nieren, Herz- und Blutkreislauf aber auch das Gehirn geschädigt werden. In der vierten Etappe, der so genannten „Flirt-Station”, galt es aufzuschreiben, was den Schülern an dem jeweils anderen Geschlecht nicht gefällt, differenziert nach „betrunken” oder „nüchtern”. Schnell wurde klar, dass Mädchen nicht mögen, wenn sie von einem Jungen „angetatscht” werden. Dagegen finden Jungs die Mädels „nuttig”, wenn sie „besoffen” sind. „Das Machogehabe der Jungs geht mir ganz schön auf die Nerven”, sagte Lena Esser.

Besonders die fünfte Station verdeutliche die Ausfälle und verlangsamten Bewegungsabläufe nach Genuss von alkoholischen Getränken. Mit einer speziellen Rauschbrille und zusätzlichen Gewichten an den Armgelenken und den Beinen wird eine Trunkenheits-Situation vermittelt. Unter diesen erschwerten Umständen sollten die Schülerinnen und Schüler den Satz „Bin betrunken” in das Handy eintippen und als SMS an einen Empfänger senden. Das schafften die meisten zwar, aber doch deutlich langsamer als ohne Alkoholkonsum. Fast alle Jungs und Mädels waren schon mit Alkohol in Berührung gekommen, und das gaben sie auch unumwunden zu. Auch am Mittwoch wird der „Alk-Parcours” noch in der Geilenkirchener Gesamtschule weitere Schüler über die Auswirkungen von Alkoholkonsum aufklären.
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