Übach-Palenberg - Schüler für Hunger und Armut in der Welt sensibilisiert

Schüler für Hunger und Armut in der Welt sensibilisiert

Von: Markus Bienwald
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Die Kraft von SV-Lehrer Holger Hess reichte noch für einen Countdown bis zum Essen. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Sich ärgern lassen, nur weil man mal 24 Stunden lang nichts isst? Das kam für Hari Kittani gar nicht in Frage. Auch wenn Freunde versuchten, ihm die aktive Teilnahme am Projekt „Hunger 24“ madig zu machen, hielt der Zehnjährige vom Carolus-Magnus-Gymnasium am Tag vor den Osterferien tapfer durch.

„Ich fühle mich zwar etwas schlapp, aber das wird sich schnell ändern“, sagt er, bevor er nach einem Tag „ohne“ das erste Glas Wasser trinken durfte. „Ich habe zwischendurch trockenes Brot gegessen, das war ja erlaubt“, erzählt sein gleichaltriger Sitznachbar Vincent Bücher. „Jetzt habe ich aber einen Mega-Hunger und freue mich aufs Essen“, schließt er kurz vor Ende der Aktion.

Die 60 Teilnehmer in diesem Jahr speisten am Ende ihrer selbst auferlegten Fastenzeit dann gemeinsam im Schulflur, wozu jeder etwas mitgebracht hatte. Dass sie das ausgiebig taten, war ihnen gegönnt, schließlich beteiligten sich Schüler aller Jahrgangsstufen am Projekt „Hunger 24“ des Carolus-Magnus-Gymnasiums (CMG). „2013 sind wir damit gestartet und fanden auf Anhieb 20 Mitstreiter“, wie SV-Lehrer Holger Hess berichtet. Auch er hat mitgemacht, damit nicht nur die Schüler leiden mussten. „Es war ganz schön hart“, gibt er zu, doch die Kraft reichte noch für den laut mit offizieller Schuluhr heruntergezählten Countdown bis zum Essensstart.

Herzhafte Köstlichkeiten

Auf dem Tisch finden sich neben herzhaften Köstlichkeiten auch viele Süßigkeiten und Kuchen, Säfte, Wasser und mehr runden das Bild eines riesigen Schulbuffets ab. Zu Tisch sitzen junge Menschen, die in den vergangenen 24 Stunden keine feste Nahrung zu sich genommen haben. „Trinken war natürlich erlaubt, und natürlich haben wir darauf geachtet, dass die Teilnehmer keine Klassenarbeiten während ihrer freiwilligen Fastenzeit geschrieben haben“, so Holger Heß. Die Aktion wird von der Organisation „worldvision“ initiiert und lädt alle Altersschichten zum Mitmachen ein.

Verschwendung

„Worldvision“ hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen für Armut und Hunger zu sensibilisieren. „Und alle Teilnehmer taten das freiwillig, in ihrer Freizeit“, wie Holger Hess betont. So fand der gemeinsame Startschuss nach dem Schulende statt, ein Film über die Verschwendung von Lebensmitteln sorgte nach Ansicht der Pädagogen vor allem bei den jüngeren Schülern für einen nachhaltigen Eindruck. Das Gefühl, den Hunger am eigenen Leib zu erfahren, war an diesem Tag aber nicht alles: Spenden wurden gesammelt, die für einen noch nicht näher bestimmten guten Zweck fließen werden. „Und das Tolle am gemeinsamen Essen nach einem Tag der Nahrungsabstinenz ist, dass alle zusammen sind und sich austauschen“, unterstreicht Holger Heß abschließend.

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