Geilenkirchen - Schüler der KGS lernen, sich zu verteidigen

Schüler der KGS lernen, sich zu verteidigen

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Sensei Tom Klein zeigte den Kindern der Katholischen Grundschule, worauf es bei einem Selbstbehauptungskurs ankommt. Foto: mabie

Geilenkirchen. „Kurs zur Stärkung des Selbstbewusstsein“, das klingt vielleicht im ersten Moment nicht so spannend. Doch wer in dieser Woche einmal im Theaterraum der Katholischen Grundschule (KGS) Immendorf zu Gast war, der durfte sich schnell eines Besseren belehren lassen.

Da wurde geschrien, da wurde mit den Füßen aufgestampft, und da gab es auch schon mal Schläge. All das ging natürlich sehr gesittet ab, denn mit Sensei Tom Klein, der im Berufsleben Polizist und privat ein vielfacher Meister des Kampfsports ist, gingen die über 100 Kinder der Schule auf eine Entdeckungsreise in ihr Selbstbewusstsein.

Spieltrieb und eigene Gedanken

Wie stark das ausgeprägt sein kann, erlebte Trainer Tom Klein bei den Schülern der dritten Klassen. „Die waren richtig gut dabei, haben mitgemacht“, lobte er. Dennoch gab es in anderen Klassen auch Momente, wo sich Spieltrieb und eigene Gedanken der Kinder ihre Bahn brachen, und sie nicht aufmerksam genug waren.

Dabei kam es bei diesem Training, das auch die eigene Wehrhaftigkeit mit einbezog und stärkte, genau auf diesen Punkt an. „Was macht Ihr denn, wenn ein Fremder Euch einfach so mitnehmen will“, fragte Tom Klein in die Runde. Ein paar zaghafte Antworten gab es noch zu Beginn des Kurses, doch die änderten sich gegen Ende ganz schnell.

„Ich bin stark, stark bin ich“

Denn mit dem Kernsatz „Ich bin stark, stark bin ich“ im Rücken, lernten die Kinder, sich nicht nur durch wehrhaftes Verhalten gegen Personen durchzusetzen, die ihnen etwas Schlechtes wollen.

Im Rhythmus dieser sechs Worte durften die Kinder sich gegen Ende des Kurses auch dem natürlich per professionellen Trainingspolstern aus dem Kampfsport bestens geschützten Trainer zur Wehr setzen. Der griff sie zwar nur zum Schein an, dennoch hinterließ die Souveränität des „Angreifers“ Tom Klein so nachhaltige Eindrücke, dass die Kinder schnell lernten, sich zunächst verbal laut mit „Nein!“ zu äußern, um schließlich mit Tritten gegen das Schienbein oder Schlägen auf die Körpermitte zu wehren. „Das mit dem Schienbein kann ganz schön weh tun, auch bei Euren kleinen Füßen“, sagte er.

Und er schärfte den Kindern neben der passenden Reaktion auch die passende Beurteilung einer Situation ein. So spielte er mit ihnen Szenen durch, die beispielsweise auf dem Schulhof beim Ärger mit vielleicht älteren Schülern entstehen können.

Dabei zeigte Klein eindrucksvoll auf, dass Weglaufen manchmal die klügere und nicht die feigere Option ist. Zudem machte er deutlich, dass nicht alle fremden Menschen gleich zu Feinden werden, nur weil sie sich beispielsweise in einer vollen Fußgängerzone in der Stadt den Kindern dichter nähern, als das vielleicht auf dem Dorf mit viel mehr Platz auf dem Gehweg der Fall ist.

Bessere Konzentration

In jedem Fall zeigte Tom Klein auch, dass die Kinder sich besser konzentrieren können, wenn sie das möchten, wobei bestimmte Übungen gut helfen. Er zeigte ihnen außerdem auch, dass sie durchaus Selbstbewusstsein ausstrahlen können, wenn sie es trainieren.

„Das ist besonders wichtig, denn Täter greifen sich – unabhängig von der Lebenszeit – meist diejenigen Menschen, die eher schwach wirken“, schließt er. Und da kann ein starkes Selbstbewusstsein, das sich auch an der Körpersprache ablesen lässt, eigentlich nur helfen.

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