Schotterweg verschandelt ein „Juwel“

Von: Udo Stüßer
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Viele Bürger sind verärgert: Läufer, Radfahrer und Spaziergänger haben sich mit ihrer Kritik an die Bürgerliste gewandt. Foto: Udo Stüßer
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Nicht nur lose, sondern besonders die scharfen Steine sind Radfahrern ein Dorn im Auge. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Marius Klar joggt regelmäßig durch die Teverener Heide. Doch derzeit findet der junge Mann aus Hünshoven nur noch wenig Freude an seinem Sport. Zumindest in der Heide. Auf seiner Laufstrecke wurde der Waldweg auf einer etwa drei Kilometer langen Strecke mit Gestein aufgefüllt.

„Der Waldboden ist jetzt katastrophal“, schimpft er. „Man muss sehen, dass man sich nicht verletzt. Viele Steine sind spitz und scharf. Das Gestein ist locker, so dass man wegknickt.“ Warum dieser Weg mit Gestein aufgefüllt wurde, weiß der Gillrather Gerd Latour. Regelmäßig wandert er mit seiner Frau Anni durch die herrliche Heidelandschaft, die er als „Juwel“ bezeichnet. „Mitarbeiter des Forstamtes haben bei Rodungsarbeiten mit schwerem Gerät Wege kaputtgefahren.

Aufgrund der tiefen Spuren waren die Wege wochenlang nicht zu benutzen. Und jetzt hat man diese Steine hineingefahren“, ärgert er sich und erinnert an Wanderer, Radfahrer, Familien mit Kinderwagen, alte Menschen mit Rollatoren und behinderte Menschen im Rollstuhl, die nun erhebliche Probleme haben. Kritisch sehen das auch Aggi Welfens, Barbara Owczarski, Roswitha Wamper und Therese Coenen, die seit nunmehr zwölf Jahren durch die Heide walken. Auf den spitzen Steinen könne man nicht gut laufen, monieren die älteren Damen, man hätte nicht so grobes Material einfüllen dürfen.

Viele Bürger, vor allem Radfahrer und Läufer, sind verärgert. Die Kritik nahm jetzt auch Christian Kravanaja, Fraktionschef der Geilenkirchener Bürgerliste, auf seiner Bürgermeister-Wahlkampftour auf. „Hier ist die Funktion des Naherholungsgebietes nicht mehr gegeben. Wir müssen nun gegenüber der Forstbehörde Druck aufbauen“, erklärte er vor Ort. Derweil moniert Johann Graf, Stadtverordneter der Bürgerliste und Mitglied des Bauausschusses: „Über diese Aufschüttung wurden wir nicht informiert.“

Gerd Latour hat sich mit seiner Kritik an den Technischen Beigeordneten der Stadt Geilenkirchen gewandt. „Ich habe daraufhin mit der Landesforstbehörde Kontakt aufgenommen. Dort hat man mir mitgeteilt, dass der Weg so instand gesetzt wurde und keine weiteren Maßnahmen geplant seien“, erklärt Mönter auf Anfrage unserer Zeitung.

Wie Mönter weiter erläutert, sei die Stadt nicht zuständig, weil der größte Teil der Heide im Besitz des Landes sei. Dem Bund gehöre das Gelände rund um den Teverener Flugplatz, die Stadt besitze nur einen kleinen Teil der Heide.

Revierförster Wolfgang von der Heiden sieht die Angelegenheit derweil recht gelassen. „In ein paar Wochen ist das gar kein Thema mehr“, versichert er. Nach den letzten Holzeinschlägen sei der Weg kaputt gewesen, mit einem Schottergemisch habe man ihn so instand gesetzt, dass er wieder befahrbar sei. „Das Schottergemisch wird innerhalb der nächsten Wochen festgefahren.“ Dann wird auch sicherlich Marius Klar wieder Freude am Joggen haben.

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