Geilenkirchen - Schnörkelbrief von 1746 sorgt für Aufsehen

Schnörkelbrief von 1746 sorgt für Aufsehen

Von: Georg Schmitz
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Beim 53. Frühjahrstauschtag des Philatelistenvereins Geilenkirchen wechselten zahlreiche Briefmarken und Münzen die Besitzer. Foto: Georg Schmitz
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Rolf Bolten ist stolz auf den „Schnörkelbrief“ aus dem Jahre 1746, der eine Original-Unterschrift von Österreichs Kaiserin Maria Theresia enthält. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Im Jahre 1962 fanden sich mit Eduard Wessels, Heinrich Stamm, Hermann Strücker, Arnold Gerighausen, Dr. Herbert Bolsinger, Dr. Hans Cortis und Dr. Karl-Josef Peters einige Briefmarkenfreunde zusammen, die nach der konstituierenden Sitzung ihrem Hobby ein „Zuhause“ unter dem Dach des von ihnen gegründeten Philatelistenvereins Geilenkirchen gaben.

Seitdem werden den Briefmarkenfreunden aus dem ganzen Rheinland alljährlich zwei Tauschtage angeboten – und das hat sich bewährt. Am Sonntag waren viele Philatelisten und auch Besucher der Einladung des Vereins zum 53. Frühjahrstauschtag in die Aula der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule gefolgt.

Der stellvertretende Vorsitzende Hubert Fläschel erinnert sich noch an seine Anfänge mit dem damals sehr beliebten Hobby des Briefmarkensammelns. „Früher musste noch alles frankiert werden, sogar Telegramme“, denkt er an die 60er- bis 80er-Jahre zurück. Einige Monate nach der Gründung der Bundesrepublik seien am 3. Oktober 1949 die ersten Briefmarken herausgekommen. „In den ersten Jahrzehnten waren besonders Ländersammlungen beliebt“, weiß Fläschel. Die Bundesrepublik, Österreich, Lichtenstein, die Schweiz und auch Berlin hätten bei den Sammlern ganz oben gestanden.

Fläschel kennt noch die Zeiten bis in die 90er-Jahre, als noch Hunderte Besucher nach dem sonntäglichen Gottesdienst in St. Marien zu den Tauschtagen in die der Straße gegenüberliegende Stadthalle mitten in Geilenkirchen strömten. „Damals hatte die Post fast jedes Jahr einen Stand bei den Tauschtagen und bot Sonderstempel an“, erinnert sich Willi Grün, 1. Vorsitzende des heute mehr als 40 Mitglieder zählenden Vereins. Briefmarken hätten sich schon mit unzähligen Themen befasst, es gebe sie in zahlreichen Designs und verschiedenen Größen. Nicht nur Staatsmänner und Politiker haben ihr Konterfei auf den gezackten Papierchen hinterlassen. Auch Motive wie Eisenbahn, Flugzeuge sowie die Tierwelt sind druckfrisch in den Umlauf gebracht worden.

Kinder und Jugendliche lieben die Marken oftmals bunt und groß. Der 13-jährige Hannes Seidel fällt etwas aus dem Rahmen, denn er sammelt niederländische Briefmarken. Seit drei Jahren interessiert er sich für die Philatelie und hat inzwischen acht Alben mit niederländischen Marken gefüllt. „Königin Beatrix habe ich in vielfacher Ausfertigung und in verschiedenen Werten, aber vom neuen König Willem-Alexander habe ich noch keine Marke“, erzählt Hannes.

Während die Vereinsfrauen die Besucher in der Cafeteria liebevoll umsorgten, fachsimpelten die Sammler miteinander an den Marken- und Münzständen. Rolf Bolten aus Viersen erregte mit einem ganz seltenen Faltenbrief Aufsehen. Der so genannte „Schnörkelbrief“ aus dem Jahre 1746 enthielt die eigenhändige Unterschrift von Maria Theresia, der damaligen Kaiserin von Österreich. Bolten ist auf dieses Exemplar besonders stolz und will es auch nie verkaufen. Er ist schon durch halb Europa gereist, um seine Sammlung zu komplettieren und freut sich jedes Mal, wenn er bei einem Tauschtag etwas ergattert.

Viele Briefmarken und Münzen wechselten in der Aula am Sonntag den Besitzer, und am Ende war Vorsitzender Willi Grün sehr zufrieden mit dem Frühjahrstauschtag.

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