Schmucker Bahnhof entsteht in Gillrath

Von: Udo Stüßer
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Endstation: Daniel Goertz, Lei
Endstation: Daniel Goertz, Leiter des Bürgerbüros, Günther Steinhauer, Geschäftsführer der Selfkantbahn, Vorsitzender Dr. Peter Grünberg und Bürgermeister Thomas Fiedler (v.l.) freuen sich auf den Bahnhof.

Geilenkirchen-Gillrath. Mehr als 25.000 Fahrgäste treten im Jahr eine nostalgische Reise mit der Selfkantbahn an. Alleine 14.000 kaufen ein Ticket für die insgesamt 43 Nikolausfahrten. Doch während die Eisenbahnfreunde in Schierwaldenrath auf eine schmucke Bahnhofsanlage treffen, stoßen sie in Gillrath lediglich auf einen Container.

Das soll sich nun ändern. Seit Jahren beschäftigt sich die 1971 gegründete Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr mit dem Wunsch, ein neues Bahnhofsgebäude nach historischem Vorbild in Gillrath zu errichten. Im Frühjahr ist nun Baubeginn für ein elf Meter langes, vier Meter breites und drei Meter hohes Bahnhofsgebäude mit Toilettenanlage, Fahrkartenschalter, Warteraum, Dienstraum und Fahrradabstellplätzen.

„Und vor den Nikolausfahrten soll der Bahnhof fertig sein”, zeigen sich Vorsitzender Dr. Peter Grünberg und Geschäftsführer Günther Steinhauer zuversichtlich. „Wir freuen uns, diese Dauerbaustelle durch ein angepasstes Gebäude ersetzen zu können, das den Bedürfnissen einer Museumseisenbahn entspricht”, freut sich Grünberg.

Ermöglich wurde der Neubau durch den Einsatz der Stadt Geilenkirchen, die nach geeigneten Fördermöglichkeiten gesucht hat und fündig wurde. „Wir haben alle fördertechnischen Klippen überwunden und den Verein nach vorne gerückt”, freut sich Bürgermeister Thomas Fiedler.

Seit 2010 nämlich beteiligt sich die Stadt an dem grenzüberschreitenden Interreg-Projekt „Tiger”. Der Name „Tiger” steht für „Touristische Inwertsetzung der grenzüberschreitenden europäischen Region”, besser bekannt ist das Projekt unter dem Namen „Grünmetropole”.

Durch die Vermittlung der Stadtverwaltung ist es gelungen, aus dem Interreg-Projekt „Tiger” ein Budget von 68.000 Euro für die Finanzierung des neuen Bahnhofsgebäudes zu akquirieren. 34.000 Euro kommen aus EU-Mitteln, 20.400 steuert das Land bei, die Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr muss einen Eigenanteil von 13.600 Euro beisteuern. Dieser Eigenanteil kann auch durch Eigenleistung beim Bau eingebracht werden. Somit wird der städtische Haushalt durch den Bau des neuen Bahnhofes nicht belastet.

Dass die Eigenarbeit des Vereins gar nicht so einfach zu leisten ist, machen Grünberg und Steinhauer deutlich: Von den 450 Mitgliedern der Interessengemeinschaft sind 90 aktiv. Zum harten Kern, der regelmäßig anpackt, gehören nur 15 bis 20 Mitglieder. „Und in der Bauphase können wir die Eisenbahn nicht stillstehen lassen”, macht Günther Steinhauer deutlich. Und so bezeichnet Grünberg die Eigenleistung in Höhe von 13.600 Euro als „Wermutstropfen”.

Sicherlich kennt auch er die Lasten der Kommunen. Trotzdem appelliert er an Bürgermeister Thomas Fiedler: „Diese 13.600 Euro wären eigentlich der Eigenanteil der Stadt. Vielleicht kann man uns noch entgegenkommen. Geben Sie sich einen Ruck und dem Stadtrat auch.” Doch Thomas Fiedler kann angesichts der Haushaltslage keine Versprechungen machen, lobt aber die gute Kooperation der Stadt mit den Vereinen und die „vorbildliche Einbringung der Eigenleistung”.

Bei der Gelegenheit weist Grünberg darauf hin, dass der Verein noch weitere Pläne in die Tat umsetzen will. Ab dem Jahr 2014 sollen in Gillrath ein neues Gleis und ein neuer Bahnsteig entstehen. Und all das in Eigenleistung. Eine Förderung ist dafür nicht in Sicht. „Die europäische Förderperiode nähert sich dem Ende, die Gelder sind verplant. Wenn uns irgend etwas auffallen würde, würden wir laut hier schreien”, versichert Fiedler, der in Gillrath ein wichtiges touristisches Aushängeschild sieht. „Dieser Bahnhof ist ein bedeutsames Element, mit dem wir die touristische Wertigkeit und grenzüberschreitenden Potenziale herausstellen”, sagt der Bürgermeister.

Dabei wirft Fiedler auch gerne einen Blick nach Aachen und über die Grenze auf die Ballungsräume Parkstad Limburg, Sittard, Heerlen und Geleen. „In diesem Kranz von verdichtetem Raum suchen viele Menschen im Kreis Heinsberg Erholung. Und solch eine Attraktion wie in Gillrath schafft Anziehungskraft.”
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