Schmitz triumphiert, CDU am Boden

Von: Jan Mönch und Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
10945698.jpg
Na denn, prost! Georg Schmitz trinkt zwar keinen Alkohol, schenkte aber gerne einen aus. Foto: Markus Bienwald
10945705.jpg
Das war wohl nix: Der Unterlegene Ronnie Goertz (rechts) zeigte sich als guter Verlierer und gratulierte Georg Schmitz. Foto: Bienwald

Geilenkirchen. Weil die Auszählung des letzten Briefwahlbezirks einige Zeit in Anspruch nahm, stand das endgültige Ergebnis der Stichwahl erst um Punkt 19.01 Uhr fest. Da hatte Georg Schmitz schon mehrere Runden durch den Sitzungssaal des Rathauses gedreht und Glückwünsche entgegengenommen.

 

Zu deutlich, viel zu deutlich war der Unterschied zwischen den beiden Bewerbern um das Amt des Bürgermeisters, als dass der letzte Bezirk noch etwas hätte bewirken können: 55,9 Prozent waren es schließlich, die ihr Kreuzchen beim Einzelbewerber Georg „Schorsch“ Schmitz gemacht hatten, nur 44 Prozent, also beinahe zwölf Prozent weniger, sahen in CDU-Kandidat Ronnie Goertz den besseren Bewerber.

„Ich habe vergangene Nacht kein Auge zugetan“, gestand Georg Schmitz, „jetzt ist mir natürlich ein Stein vom Herzen gefallen“. Nachdem die ersten sieben, acht Stimmbezirke ausgezählt waren, habe er gewusst, dass ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen sein würde. Die „Kämpfe“, die in den vergangenen Wochen gegen ihn geführt worden seien, hätten ihm zugesetzt, so Schmitz weiter. „Aber ich will mit niemandem Krach haben und gehe auf jeden zu, der Geilenkirchen mit mir zusammen nach vorne bringen will.“

Zu den ersten Gratulanten zählte der scheidende Bürgermeister Thomas Fiedler. Er werde Schmitz jede Möglichkeit einräumen, sich schon vor der offiziellen Amtsübergabe einzuarbeiten. „Das hätte natürlich für jeden Kandidaten gegolten.“ Er wünsche seinem Nachfolger eine erfolgreiche Amszeit. „Eine Sache aber wird er ganz sicher erleben, nämlich dass man es nicht jedem recht machen kann. Das muss jemand, der so in Wohlwollen und Sympathie eingebettet ist wie er, lernen.“

Der unterlegene Ronnie Goertz zeigte sich enttäuscht und sprachlos. Das Ergebnis müsse man nun akzeptieren und analysieren. „Bei dem Wahlergebnis handelt es sich um eine Abrechnung mit der Politik und besonders mit der CDU und ihren Unruhen“, erklärte er. Themen und Inhalte habe man dem Bürger nicht näher bringen können, man habe nicht klar machen können, worum es beim Bürgermeisteramt geht.

Enttäuscht zeigt sich auch die CDU-Parteichefin Theresia Hensen. Sie gratulierte Georg Schmitz zum Wahlerfolg. Man müsse nun den Wählerwillen respektieren und akzeptieren. Das Ergebnis werde man in den nächsten Tagen analysieren. „Und dann werden wir sehen, wie wir damit umgehen.“ CDU-Kreisvorsitzender Bernd Krückel (MdL) gratulierte Georg Schmitz ebenfalls und empfahl der CDU, in aller Ruhe aufzuarbeiten, wie es zu dem Ergebnis gekommen ist „und dabei kritisch in die eigenen Reihen zu schauen“. Krückel sagte mit Blick auf die Geilenkirchener CDU: „Wenige Menschen haben ein Meinungsbild erzeugt, das die Mehrheit nicht widerspiegelt.“ Der Kandidat Ronnie Goertz habe von den in der Partei Unterlegenen keine Unterstützung erfahren.

Für Grünen-Fraktionschef Jürgen Benden war die Wahlbeteiligung von 43,8 Prozend „erschreckend“. Das Ergebnis habe man zu akzeptieren, man müsse die Ärmel aufkrempeln und weiterarbeiten. „Die Fraktionen müssen nun hinterfragen, ob die Zusammenarbeit in der Vergangenheit so war, wie sie sein sollte, oder ob man fraktionsübergreifend besser zusammenarbeiten muss“, meinte Benden und sagt mit Blick auf die CDU: „Politik nach Gutsherrenart geht nicht mehr. Das haben die Bürger gezeigt.“

SPD-Fraktionschefin Gabi Kals-Deußen erklärte: „Die Wähler haben entschieden, das müssen wir respektieren und nun das Beste daraus machen. Dem neuen Bürgermeister Georg Schmitz gegenüber werden wir uns loyal verhalten.“

Bürgerlisten-Parteichef Helmut Gerads sagte: „Wir werden das Ergebnis akzeptieren und den neuen Bürgermeister unterstützen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (7)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert