Übach-Palenberg - Schloss Zweibrüggen: Mit Mozart auf Weltreise

Schloss Zweibrüggen: Mit Mozart auf Weltreise

Von: Renate Kolodzey
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Das Uwaga!-Quartett mit Christoph König an der Violine, Matthias Hacker am Kontrabass, Miroslav Nisic am Akkordeon und Maurice Maurer, ebenfalls an der Violine (v. l.). Foto: Renate Kolodzey
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Auch die jüngsten Besucher hatten ihren Spaß beim Konzert. Foto: Renate Kolodzey

Übach-Palenberg. Vor anderthalb Jahren waren sie schon einmal in Übach-Palenberg zu Gast, durften sich die Fans wieder auf die Vollblutmusiker Christoph König, Maurice Maurer (Violinen), Matthias Hacker (Kontrabass) und Miroslav Nisic (Akkordeon) freuen.

Die in Essen, Dortmund und Düsseldorf beheimateten Künstler heimsten nicht nur als Solisten zahlreiche Preise ein, sie zeigen ihr Können auch als Ensemble „Uwaga!“ – auf Deutsch „Achtung!“ – seit zehn Jahren weltweit mit renommierten Symphonie-Orchestern. Das größte Hobby der vier ist zwar die Musik, doch König und Maurer entspannen sich auch gerne beim Fahrradfahren, Hacker als BVB-Fan beim Fußballgucken und Nisic beim Fotografieren.

Nun spielten sie auf Einladung der Freunde der Kammermusik und der VHS im Schloss Zweibrüggen. „Mozartovic – Amadeus goes Balkan-Groove“ hatte das Quartett eine fiktive Reise Mozarts überschrieben, die es in den altehrwürdigen Mauern des Schlosses zu präsentieren gedachte, gewürzt mit launigen Kommentaren: „Mozart ist viel gereist, so wie wir, und dabei nimmt man so einiges mit – Handtücher zum Beispiel!“, flachste König und verriet: „Bis gestern hatte Kollege Hacker noch eine Mozart-Frisur mit langen Haaren!“ Die Zuschauer amüsierten sich köstlich und kamen aus dem Lachen nicht heraus.

Das erste Stück, „Efimias Tanz“, aus der Feder des Kontrabassisten, war dessen Tochter gewidmet. Mit viel Verve und schmelzenden Geigentönen spielte sich die muntere Truppe geradewegs in die Herzen der Besucher, so dass gleich zu Beginn begeisterte Bravo-Rufe erschallten. Kaum geendet, witzelte Maurer: „Einmal ist Mozart mit einem Paddelboot ohne Navi losgefahren und landete in Jamaika, wo er auf Bob Marley stieß. Eine Frau weinte, und beiden fielen tolle Songs ein: Marley schrieb ‚No woman, no cry‘ und Mozart das ‚Violinkonzert G-Dur‘!“

Letzteres arrangierte Maurer ungeniert um zum „Reggae-Violinkonzert“, und unversehens erfüllten fetzige Reggae-Klänge das Schloss, die in wehmutsvolle Weisen mündeten, um dann wieder volle Fahrt aufzunehmen. „Classic modern“ fesselte die Zuhörer vom ersten Moment an, und sie belohnten diesen wie auch alle weiteren Titel mit lauten Jubel-Rufen.

Beim „Doppelkonzert“ flogen Hackers flinke Finger extrem schnell über die Saiten seines Kontrabasses, Maurers Geige schluchzte und weinte, und König „bearbeitete“ seine Violine fast zerstörerisch, bis das Akkordeon den Schlusspunkt mit rasanten, zigeunerähnlichen Klängen setzte.

Über die Titelfindung des von König komponierten Stücks „Kein Weltuntergang“ plauderte Hacker verschmitzt, dass an jenem Tag laut Google eigentlich die Welt untergehen sollte – was dann aber doch nicht geschah. In der zum Träumen anregenden Melodie setzte der Kontrabass weiche Akzente, die förmlich einlullten, und alle Instrumente verschmolzen zu einem harmonischen Ganzen.

Mozarts „Klavierkonzert“ schwelgte ebenso in betörenden Klängen, wobei das Akkordeon mit virtuosen Trillern in andere Sphären entführte. Bei Mozarts „Balkan Klaviersonate“ hüpften und sprangen die Töne geradezu, und die Künstler ließen ihre Körper im Takt mittanzen. Ein Höhepunkt jagte förmlich den anderen.

Zu Maurers Titel „Puls“ durften sich die Gäste dann noch einmal entspannt zurücklehnen und die betörende Melodie genießen, ehe sie der hüpfende Sound von Piazollas „Haifisch“ und Mozarts „Alla turca“ furios mitriss und ihre Tanzbeine animierte. Mit anderen Worten: Es war Leben in der Bude – pardon, im Schloss! Kein Wunder, dass das hingerissene Publikum stehend mit vehementem, minutenlangem Applaus zwei Zugaben einforderte und Ilona Maindonk und Dr. Andreas Kasel aus Geilenkirchen sich wie wohl die meisten einig waren: „Die Musiker spielen das Publikum schwindelig! Sie sind das reinste Antidepressivum!“

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