Übach-Palenberg/Geilenkirchen - Schloss an Schloss: Radtour entlang der Wurm

Schloss an Schloss: Radtour entlang der Wurm

Von: Anja Klingbeil
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Alt trifft modern: In einem Te
Alt trifft modern: In einem Teil der Burg Trips ist heute ein Altenheim untergebracht. Foto: Anja Klingbeil

Übach-Palenberg/Geilenkirchen. Ob Karl der Große in der Wurm gebadet hat, ist nicht überliefert. Dass der Fluss, der in Aachen entspringt, und etwa 50 Kilometer lang ist, eine große Geschichte und viele kleine Geschichten zu erzählen hat, ist aber gewiss.

Einst bildete die Wurm die natürlichen Grenzen zwischen den damaligen Graftschaften. „Die Wurm spielt eine echte Hauptrolle”, sagt Gästeführerin Berti Davids-Heinrichs. Eine Hauptrolle auch bei der Führung „Schlösser und Mühlen entlang der Wurm”.

Sie ist roter Faden und Wegweiser zu alten Gemäuern. Acht Kilometer geht es am Rand der Ufer entlang. Acht Kilometer, auf denen sich Schlösser und Mühlen wahrlich aneinanderreihen. Auch die Kirche orientierte sich an der Wurm, westlich von ihr lag die Diözöse Lüttich, östlich Köln.

Schloss Zweibrüggen, Trips und Leerodt waren einst angelegt als Burgen. Die dicken Mauern und die umliegenden Wassergräben machten aus ihnen gute Verteidigungsanlagen. Erst nach dem 30-jährigen Krieg wurden aus den Burgen Schlössern, die keine Feinde mehr abhalten sollten, sondern als geöffnete repräsentative Gebäude die Landschaft prägten. In Zweibrüggen etwa erhebt sich heute ein strahlender herrschaftlicher Schlossbau.

Wie die einstige Burg ausgesehen hat, ist allerdings nicht überliefert. Das lässt sich hingegen ein paar Kilometer weiter an Burg Trips deutlich erkennen. Das alte Burggemäuer hat seinen Charakter behalten. Immer noch ist der Bau von Wasser umgeben, eine Brücke führt durch den Torbogen ins Innere. Heutzutage tummeln sich auf dem Gewässer die Enten und Schwäne mit ihrem Nachwuchs. Im Inneren hat sich die Vorburg verwandelt: Aus dem geschichtsträchtigen Gebäude ist ein Altenheim geworden.

Die ehemalige Wasserburg Leerodt war seit dem 14. Jahrhundert Stammsitz des gleichnamigen Adelsgeschlechtes. Direkt neben der Burg wurde ein prächtiges Schloss errichtet. „Das größte hier in der Region”, sagt Berti Davids-Heinrichs. Heute sind auch davon nur Ruinen erhalten. Ein mystischer Ort, der sich mittlerweile als Veranstaltungsstätte etabliert hat.

Dort finden etwa Halloween-Partys statt. Leerodt ist seit 700 Jahren in Familienbesitz. Zu jeder Burg gehörte in früheren Zeiten auch immer eine Mühle. „Wo eine Burg gebaut wurde, dort siedelten sich die Menschen an. Die Mühlen wurden zu wichtigen Produktionsstätten”, erklärt Berti Davids-Heinrichs. Spätestens Ende der 1960er Jahren hören die Mühlräder auf sich zu drehen. Damals wurde die Wurm begradigt. Aber schon mit der Industrialisierung hatten die Mühlen mehr und mehr an Bedeutung verloren.

Die Wurm wird seit einigen Jahren wieder renaturiert, der Fluss kehrt in sein altes Bett zurück. Mittlerweile haben sich wieder 25 Fischarten dort angesiedelt - das hätte sicher auch Karl dem Großen gefallen. Berti Davids-Heinrichs jedenfalls sagt: „Entlang der Wurm wird deutlich, wie facettenreich unserer Heimat ist. Dort zeigt sich, was Geilenkirchen zu bieten hat.”

Die Geschichte von Schloss Zweibrüggen, Trips und Leeordt erzählt Berti Davids-Heinrichs am Sonntag, 2. September. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Schloss Zweibrüggen in Übach-Palenberg. Zweieinhalb Stunden dauert die Fahrradtour, die Strecke ist acht Kilometer lang und auch für ungeübte Radler gut zu bewältigen. Infos gibt es unter der Telefonnummer 02451/6682.
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