Schießerei in Übach: Täter weiter auf der Flucht

Von: Georg Schmitz und Udo Stüßer
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Der Einsatzleiter gibt der Leitstelle der Polizei über Mobiltelefon einen Lagebericht über die ersten Erkenntnisse. Alle Foto: Georg Schmitz
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Ein Polizist sucht im Kanal nach weiteren Projektilen. Foto: Georg Schmitz
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Die beiden Beamten des Erkennungsdienstes aus Aachen vermessen die Strecke. Die Patronenhülse ist mit einer Nummer markiert. Foto: Georg Schmitz
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Das im Rettungswagen liegende Opfer war an der Stelle zusammengebrochen, an der die beiden Polizeibeamten (hinten rechts) stehen. Foto: Georg Schmitz

Übach-Palenberg. Samstagabend, kurz nach 20 Uhr: Ein Auto hält am Anfang der Jülicher Straße, kurz hinter der Kreuzung Roermonder Straße in Übach-Palenberg. Mehrere Personen springen aus dem Fahrzeug. Ein Mann läuft vor ihnen in Richtung Daimlerstraße weg. Er will offensichtlich einen Weg auf der rechten Seite erreichen, der eine Abkürzung in die Borsigstraße darstellt. Schüsse fallen.

Der Mann wird getroffen. Seine Hand greift zum Oberschenkel, aber er hinkt weiter. Kurz vor dem Weg bricht er zusammen und fällt in Höhe eines Hebebühnenverleihs auf den Bürgersteig. Passanten, die die Szenerie beobachtet haben, eilen dem Mann zu Hilfe. Die Täter flüchten. Wer geschossen hat, ist zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt. Alle tragen Handschuhe.

Zum Verhör mitgenommen

Wenig später treffen erste Streifenwagen der Polizei und ein Rettungswagen am Tatort ein. Der Rettungshubschrauber „Christoph Europa 1“ landet direkt neben dem Tatort auf der Wiese. Der Notarzt versorgt den Schwerverletzten, der nach ersten Erkenntnissen zwei Schüsse in den Oberschenkel abbekommen hat. Einer davon ist ein glatter Durchschuss.

Ein Rettungswagen bringt den Mann in das Medizinische Zentrum nach Würselen. Aus allen Himmelsrichtungen nähern sich Polizeifahrzeuge mit Einsatzsignalen. Innerhalb weniger Minuten ist die nähere Umgebung mit Flatterband abgesperrt, später wird der Sperr-Bereich erweitert.

Manchem Anwohner steht die Angst ins Gesicht geschrieben, viele liegen allerdings im Fenster und schauen sich die polizeilichen Maßnahmen an. Nach einer halben Stunde kreist ein Polizeihubschrauber über dem Tatort. Die Fahndung nach dem Fluchtfahrzeug wird auf ganz Nordrhein-Westfalen und die benachbarten Niederlanden ausgedehnt.

Polizeibeamte haben zwischenzeitlich die Fundorte von zwei Patronenhülsen markiert. Nach erstem Augenschein handelt es sich um die Hülsen von Neun-Millimeter-Projektilen. Um 21 Uhr gleicht die Jülicher Straße einem Gebiet, über das der Ausnahmezustand verhängt wurde. Der Löschzug Übach und die Löschgruppe Boscheln der Freiwilligen Feuerwehr werden zur Unterstützung hinzugezogen. Die Feuerwehrkräfte leuchten den Einsatzort mit Scheinwerfern aus. Zwischenzeitlich sind mehrere Personen von der Polizei zum Verhör mitgenommen worden.

Schüsse bereits am Dienstag

Mehrere Gruppen, vornehmlich türkischstämmige Deutsche und Rumänen, haben sich teilweise laut gestikulierend versammelt. Man unterhält sich über mehrere Schüsse, die in der Nacht zum Dienstag auf ein Geschäft in Palenberg abgegeben wurden. Aus den Gesprächen geht hervor, dass manche einen Zusammenhang sehen und einen Racheakt vermuten.

Zustand des Opfers stabil

Kurz vor 23 Uhr treffen zwei Beamte des Erkennungsdienstes vom Aachener Polizeipräsidium ein und nehmen die Spurensicherung auf. Über eine Stunde sichern die Beamten Beweismittel und vermessen den Tatort. Der Abstand zwischen den gefundenen Patronen und der Stelle, an dem der Verletzte zusammenbrach, beträgt rund 50 Meter. Erst nach 1 Uhr am Sonntagmorgen wird die Straße wieder freigegeben. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen über die als versuchtes Tötungsdelikt gewertete Tat übernommen.

Wie Dr. Jost Schützeberg, Pressesprecher der ermittelnden Staatsanwaltschaft Aachen, am Sonntag auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, handelt es sich bei dem Angeschossenen um einen 38-Jährigen. Über den Wohnort und die Nationalität konnte der Staatsanwalt keine Auskünfte erteilen. „Der Mann ist außer Lebensgefahr, sein Zustand ist stabil“, erklärte Schützeberg. Hintergrund und Tatmotiv seien derzeit noch unklar. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte er.

Derzeit würden von der Staatsanwaltschaft mehrere in Verdacht geratene Personen von der Staatsanwaltschaft beschuldigt. „Wir überprüfen nun, ob diese Beschuldigten für die Tat in Frage kommen.“ Festnahmen hat es am Sonntag allerdings noch keine gegeben. Von Schüssen in der Nacht zum Dienstag auf ein Geschäft in Palenberg wusste der Sprecher der Staatsanwaltschaft nichts. Deshalb könne er derzeit keine Zusammenhang zwischen den beiden Taten sehen.

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