Gangelt-Schierwaldenrath - Schierwaldenrath: Der rechten Szene die Stirn bieten

Schierwaldenrath: Der rechten Szene die Stirn bieten

Von: agsb
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Das prämierte Golddorf Schierwaldenrath bietet rechten Gruppierungen die Stirn.

Gangelt-Schierwaldenrath. „Wir wollen nicht langer zusehen. Rechtsextremistische Aktionen sind in unserem Dorf an der Tagesordnung. Schierwaldenrath richtet sich gegen rechts!“, forderten die Mitglieder des Interessengemeinschaft Schierwaldenrath Hans Ohlenforst und Reiner Beumers bei einer Infoveranstaltung, zu der die IG aufgerufen hatte.

Das Appell wurde spätestens nach der Veranstaltung erhört. Viele Zuhörer trugen sich in die Gästeliste ein und bezogen damit Stellung gegen Rechts.

Grund dafür, dass Rassismus und Rechtsextremismus in Schierwaldenrath nun öffentlich der Kampf angesagt wird, ist die Tatsache, dass sich Mitglieder der verbotenen Kameradschaft Aachener Land (KAL) im Ort niedergelassen haben. Bei einer großangelegten Hausdurchsuchungen der Polizei stoppten deren Fahrzeuge deshalb vor kurzem auch in Schierwaldenrath.

Für die Dorfbewohner ist nun oberstes Ziel, nicht zu einem zweiten Stolberg zu werden. Dort wurde vor einigen Jahren ein junger Deutscher von einer Gruppe junger Männer mit Migrationshintergrund ermordet. Die Kameradschaft Aachener Land nutzte die Gunst der Stunde und startete eine Hetzkampagne gegen Ausländer. Seitdem pilgern die Rechtsextremen einmal im Jahr in die Stadt, verärgern mit ihrem Aufmarsch die Bevölkerung.

Stephan Zenker vom Polizeipräsidium Aachen, Direktion Kriminalitätsbekämpfung, erklärte jedoch, Stolberg habe beim Kampf gegen rechts Fortschritte gemacht. Zum einen durch das konsequente Durchgreifen der Polizei und durch das Vereinsverbot der Kameradschaft Aachener Land. „Aber das Problem ist, dass diese Personen sich neu aufstellen, nun sogar die „Rechts-Partei“ gegründet haben“, so Zenker.

Zum Staunen der zahlreichen Anwesenden nannte Zenker die Kaiserstadt Aachen zwar als Brennpunkt in der Region, sah jedoch in Düren und dem Kreis Heinsberg sehr starke Auffälligkeiten.

Der Kreis Heinsberg vor allem stünde derzeit im Fokus der Ermittler, da dort im Internet zur Gründung einer Gruppe „Heinsberg National“ aufgerufen wurde. „Die Kameradschaft Aachener Land prägt trotz des Verbotes weiter die Region, auch im Kreis Heinsberg“, erklärte Zenker.

Glücklicherweise stellten sich die Menschen im Kreis gegen Rechtsextremismus auf, wie Zenker betonte. Bereits 2009 wurde das Bündnis gegen Rechtsextremismus für Demokratie und Toleranz im Kreis Heinsberg ins Leben gerufen. „Wir brauchen eine Kultur des Hinschauen – nicht nur in Schierwaldenrath“, sagte Ralf Zanders vom Bündnis.

Im Verlauf der Veranstaltung kamen viele Fragen aus dem Publikum. Die Bürger wollten wissen, wie sie sich verhalten sollten, wenn sie Rechtsextremisten im Ort erkennen. Vertreter der Polizeibehörde gaben Tipps, damit sich die Bürger nicht selbst in Gefahr bringen. Der Appell der Polizei war eindeutig: Immer die Polizei hinzurufen.

Bürgermeister Bernhard Tholen lobte das große Interesse der Bürger. Pfarrer Rolf Hannig hingegen thematisierte die Ernennung Schierwaldenraths zum Golddorf und zum Dorf mit Zukunft: „Schierwaldenrath hat weiterhin eine glänzende Zukunft, weil man etwas unternimmt“, betonte Hannig. Nur wenn die Bürger jetzt nichts unternehmen würden, fiele ein schlechtes Licht auf den Ort.

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