Scheufens Bilder zeigen eine Explosion der Farben

Von: Udo Stüßer
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Dass Walter Scheufen die Fotografie liebt, wird nicht nur in seinen Bildern deutlich. Auch das Kunstwerk in seinem Garten weist auf sein Hobby hin. Foto: Udo Stüßer
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Dieses Bild ist eine der Fotografiken, die der Birgdener Fotograf Walter Scheufen in der Kreissparkasse in Geilenkirchen ausstellt. Foto: Foto: Walter Scheufen

Geilenkirchen. Walter Scheufen ist Fotograf aus Leidenschaft. Er liebt aber nicht nur ausgedehnte Streifzüge mit der Kamera durch die Region, sondern ebenso die anschließende Bildbearbeitung am Computer. Eine bunte Farbexplosion.

 Unzählige Motive hat er mit der Kamera auch auf seinen Fahrten mit seinem Wohnmobil durch die Bretagne und Südfrankreich eingefangen. Durch die digitale Bearbeitung am heimischen PC in Birgden entstanden anschließend wahre Farbexplosionen. „Ein unscheinbares Bild kann durch die digitale Bearbeitung etwas ganz Besonderes werden. Es blüht förmlich auf“, sagt der pensionierte Lehrer und Mitbegründer der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule Geilenkirchen. Ausstellungen, Auszeichnungen und Preise, Fotobände und -serien sind das Ergebnis seines künstlerischen Schaffens.

Einen kleinen Einblick in seine Arbeit gewährt Walter Scheufen mit einer Ausstellung in der Kreissparkasse Heinsberg unter dem Titel „Impressionistische Fotografiken aus Frankreich“, die am Freitag, 29. April, 18 Uhr, eröffnet wird. Etwa 40 bis 50 großformatige Bilder, die an die Werke von Vincent van Gogh erinnern, werden anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Geilenkirchen und Quimperlé gezeigt.

Eindrucksvoll sind die Motive und Farben: die Schiffe, der Schiffsfriedhof, die Landschaften, die Wellen des Meeres, die sich an den kantigen Felsen brechen. Seine Bilder zeigt er gerne der Öffentlichkeit. „Aber das Rezept bleibt mein Geheimnis, so wie bei den Köchen“, lacht er.

Schon als Schüler des Kreisgymnasiums Heinsberg faszinierte ihn die Fotografie. Die 500 DM, die er als 13-Jähriger bei einem Osterrätsel der Kirchenzeitung gewonnen hatte, investierte er in seine erste Spiegelreflexkamera. Und die erste Dunkelkammer-Einrichtung kau-fte er zum Preis von 149 DM, die er in zehn Monatsraten abstotterte.

„Mein Bruder hatte damals den Vertrag unterschrieben“, blickt er lachend zurück. Bei Schulausflügen war Walter Scheufen von nun an der Fotoreporter, besserte aber bald schon sein Taschengeld auf, indem er für Bekannte Passbilder anfertigte, Hochzeiten und andere Festlichkeiten fotografierte. Seine Examensarbeit im Fach Technik, das er neben Deutsch und Wirtschaftswissenschaften studierte, schrieb er über die Geschichte des Kamerabaus. Nach seinem Examen unterrichtete Scheufen erst an der Hauptschule Wegberg, später an der Hauptschule Geilenkirchen und war dann einer der ersten Lehrer der neu gegründeten Anita-Lichtenstein-Gesamtschule.

Heute, im Ruhestand, bestimmt die Fotokunst sein Leben. Mit seinem Wohnmobil und seinem Motorrad erkundet er Frankreich, fotografiert Landschaften und Menschen, „all das, was mich optisch reizt“.

Eindrucksvoll sind seine Bilder aus der Region, beispielsweise aus dem Gangelter Bruch. Düster und geheimnisvoll ragen an einem grauen Novembermorgen die Bäume aus dem Nebel. Faszinierende Schwarz-Weiß-Bilder, die ebenso ausdrucksstark wie seine in Schwarz-Weiß gehaltenen Baumköpfe sind. Ganz anderes seine Bilder von Maastricht, eine wahre Farbenpracht.

Bereits als Schüler leitete Walter Scheufen eine Foto AG und gab sein Können als Kursleiter in der Erwachsenenbildung weiter. So leitete er Fotogruppen des Katholischen Bildungswerkes in Birgden und Gangelt, gab für die Volkshochschule Kurse in Fotografie für Anfänger, Fortgeschrittene und Dunkelkammertechnik. Walter Scheufen hat die Arbeit in der Dunkelkammer geliebt, die Faszination des Fotos, das aus der Entwicklerschale auftauchte, die spannenden Momente im Rotlicht. Doch vor zwölf Jahren verschloss auch er sich nicht mehr der modernen Technik, ersteigerte eine Nikon D 80 und stieg so in die digitale Fotografie ein.

Im Laufe der Jahre entstand auch so mancher Fotoband mit seinen Bildern. Eindrucksvoll ist sicherlich sein „Jahreswechsel 2010 in Paris“. Diese Fotoreportage im Stil des bekannten französischen Fotografen Henry Cartier-Bresson, der durch seine künstlerische Schwarz-Weiß-Fotografie bekannt wurde und Mitgründer der Foto-Agentur Magnum war, zeigt Menschen und Leben auf der Straße in Paris, in der U-Bahn, auf der Schlittschuhbahn. Man sieht den Mann in der Kneipe, den Gegensatz von Arm und Reich, den Obdachlosen mit der Bierflasche auf der Straße und das prunkvolle Kaufhaus.

Die „Explosion der Farbe“ mit Aufnahmen aus der Provence ist ein Band mit herrlichen Landschaftsaufnahmen. Und hier sieht man die gelungene Mischung aus Fotografie und Grafik. Die Mühle, mit einem extremen Weitwinkel aufgenommen, mit verstärkten Konturen und mit Fantasiefarben ausgestattet. Dieses Foto ist kein Abbild der Realität. Das ist Kunst. Große Kunst. Ebenso die kleine Kirche mit den typischen Zypressen im Vordergrund. Die Farben wirken wie getupft. Meisterhaft! In so manchem Bücherregal steht der Bildband „Geilenkirchen und seine Dorfgemeinschaften“ mit Texten des ehemaligen Schulrates Friedrich Cappel und Fotos von Walter Scheufen. Das Buch ist vergriffen. Schade, eine Neuauflage wäre sicher wünschenswert.

Auf eine breite Leserschaft stößt auch die „Dokumentation einer Schulpartnerschaft“. Auch diese Bilder halten die Freundschaft zwischen der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule und der Yohana-Yabotinski-School in Beer Yakov in Israel lebendig. Die Bilder zeigen aber nicht nur die Begegnungen der Schüler, sondern auch das Holocaust-Museum Yad Vashem, die Kreuzigungskirche, den Tempelberg, die Klagemauer und das tote Meer. Mit seinen Bildern hat Walter Scheufen an vielen Wettbewerben teilgenommen und Preise geholt. Auch bei dem Wettbewerb „Blende“, zu dem unsere Zeitung aufruft, holte er Medaillen.

Auf seine nächste Ausstellung in der Kreissparkasse darf man gespannt sein.

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