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Schau der vielen detailverliebten Tüfteleien

Von: hama
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Der Schein trügt: Wie immer w
Der Schein trügt: Wie immer waren es die Männer, die bei den Gangelter Modellbautagen der Modell-Eisenbahn-Freunde aus Gangelt in der Mehrzahl waren. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Ein Drachenflieger zieht gemächlich seine Kreise, unter ihm fährt ein Postauto zu einem abseits gelegenen Bauernhof und auf dem Weg dahin sieht man jemanden an einem Geländer schweißen. So detailverliebt und variantenreich ging es wieder einmal bei der Modellbauausstellung in der Gangelter Hauptschule zu.

Die beliebte Schau der Modell-Eisenbahn-Freunde aus Gangelt rund um alles, was mit Modellbau zu tun hat, war für viele Besucher wieder ein vorgezogenes Weihnachtsfest. Dabei zeigt sich in jedem Jahr, dass es vor allem die Erwachsenen - hier speziell die Männer - sind, die begeistert von Stand zu Stand schlendern. „Das scheint aber nur so”, erläutert Rolf Brock, der Vorsitzende der Modellbauer. „Samstag kommen die Erwachsenen, und Sonntag ist dann Kindertag.” Geärgert hat sich Rolf Brock über das Verhalten einzelner Aussteller, denen ein Platz reserviert worden war und die dann ohne sich abzumelden, gar nicht anreisten. Andere Aussteller wären dankbar gewesen, wenn sie zu den knapp 60 Ausstellern hätten gehören können.

Die Modellbauer aus Venlo nahmen im Erdgeschoss den meisten Raum ein und glänzten mit einer Modelleisenbahn, an der viele sich nicht satt sehen konnten. Nicht nur die digitale Technik, mit der die bis zu 30 Züge über das Areal gelenkt werden, sorgte für Staunen. Ein riesiger Fernsehturm war der markanteste Punkt in einer mit dutzenden Themen gestalteten Landschaft. Eine Modelleisenbahn und Städte waren auch bei Emil Chiaradia die beiden Komponenten, mit denen er staunende Zuschauer anlockte. Selbst gefertigte Bastelbögen aus Papier sind bei ihm die Grundlage für herrliche Stadtpanoramen, die sich vor allem an mittelalterlichen Weilern orientieren. Dass da jeweils eine Eisenbahn im Oval drumherum gebaut ist, scheint Nebensache. Der Höhepunkt bei den komplett in Eigenleistung gebauten Modellen war das U-Boot von Mario Weide.

Die „Zwaartvis” hat ein niederländisches Vorbild und wurde in drei Jahren mit einem 200er Abflussrohr als Grundlage zu einem technischen Meisterwerk mit diversen Druckluftsystemen, Querstrahlruder und diverser anderer Technik gebaut. Den untertrieben scheinenden Wert von 5000 Euro gab Mario Wieder vermutlich nur an die Fragen weiter, weil seine Frau daneben stand. Bei den funkferngesteuerten Fahrzeugen geht der Trend weg vom einfachen Hin- und Herfahren.

Bei den Modelltruckfreunden aus Aachen gab es eine riesige Baustelle, die mit allen Fahrzeugtypen, die zu einer Baustelle gehören, angefahren wurde. Hier versammelte sich ebenso viel Publikum wie bei den Modellflugvereinen, die sich präsentierten.

Faszinierend ist, was beispielsweise bei den Ikarus-Modellfliegern aus Geilenkirchen alles selber zusammengebaut wird. Das ist auch bei Rosemarie und Christina Siebert aus Geilenkirchen selbstverständlich. Mutter und Tochter präsentierten wie in den letzten Jahren wieder ihre herrlichen Puppenstuben verschiedenster Bauart. Das „Modellbauteam Düsseldorf” hat im Maßstab 1:72 mit 5000 Figuren die Schlacht von Waterloo nachgestellt. Modelle des Geilenkirchener Bahnhofes und der Gangelter St. Nikolauskirche standen nur scheinbar mit Mittelpunkt einer Anlage, die von den Modell-Eisenbahn-Freunden selber aufgebaut worden war. Der eigentliche Grund aber war, den Gästen zu zeigen, wie man bei blank geputzten und neu gekauften Eisenbahnen eine Fahrzeugalterung durchführt und man sich somit plötzlich vorkommt, als wäre man bei der historischen Selfkantbahn, die zeitgleich fünf Kilometer entfernt den Nikolaus durch die Landschaft zog.
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