Gangelt - Sankt-Johanni-Bruderschaft geht frische Wege

Sankt-Johanni-Bruderschaft geht frische Wege

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Beim vorigen Schützenfest in Gangelt bot die Johanni-Bruderschaft den Gästen aus nah und fern ein großartiges Bild. Jetzt wird daran gearbeitet, den früheren Status wieder zu erreichen. Foto: Karl-Heinz Hamacher
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Der neue Vorstand der Gangelter St.-Johanni-Schützenbruderschaft mit Sebastian Erfurth (rechts) als Vorsitzender und seinem Vorgänger Bernd Brock (links).

Gangelt. „Den Vorsitz bei den St.-Johanni-Schützen habe ich übernommen, weil der traditionsreichste Verein Gangelts mir sehr am Herzen liegt“, sagte Sebastian Erfurth (34), der nach 15 Jahren Bernd Brock an der Spitze der Bruderschaft ablöst.

„Die Verantwortung gemeinsam mit einem gut funktionierenden Vorstand zu übernehmen, ist mir auch ein Stück weit Verpflichtung gegenüber der Gangelter Bevölkerung und nicht zuletzt auch, weil meine beiden Söhne Fabian (8) und Simon (6) auch Vereinsmitglieder sind“, führte Sebastian Erfurth weiter aus. „Denen möchte ich ein Stück weit Vorbild sein und einen Verein bieten, der, gerade in der jetzigen Zeit Zusammenhalt und Miteinander zeigt.“

„Kein guter Eindruck“

Ein wenig Kritik schwang auch mit bei der Darlegung des neuen Chefs der Bruderschaft: „Hätten mehr Leute im Zentralort diese Einstellung, gäbe es bei den St. Johanni-Schützen keine Probleme.“ Die Bruderschaft hat aktuell 64 Mitglieder. Das hört sich erst einmal gut – allerdings ist davon nur die Hälfte aktiv, liest man aus den Vereinsaufzeichnungen.

Viele der „Alten“ sind immer noch Mitglied der Bruderschaft, gehen aber in den Aufzügen nicht mehr mit. Und gerade da mache Gangelt nicht immer die beste Figur. „Wenn beispielsweise bei Schützenfesten gerade ein Dutzend Schützen hinter der Gangelter Flagge ziehen, macht das keinen guten Eindruck“, so Sebastian Erfurth.

In einigen Orten des Dekanats scheine das anders zu sein, was mit den dörflichen Strukturen zusammenhänge. „Gangelt wächst und wächst, doch von den Zugezogenen kann man selten jemanden für die die Ideale der Bruderschaft gewinnen.“ Es sei natürlich nicht einfach, „Glaube, Sitte, Heimat“ zu vermitteln. Es sei sogar ausgesprochen schwer, weiß Sebastian Erfurth: „Glaube hat für jeden eine ganz persönliche Bedeutung. Manch einer zweifelt auch oft daran“, aber zur Bruderschaft gehöre der Blick in Richtung Kirche, da sich alle Feiern grundsätzlich auf kirchliche Feste beziehen. Da gibt es die einzige Kirmes im Jahr, die zu Pfingsten gefeiert wird.

Sitten und Traditionen

Bei Prozessionen sind die St.-Johanni-Schützen dabei; der Patronatstag wird gefeiert. Das schließe auch die Sitten und Traditionen im Ort ein. Ein Beispiel sei die nur in Gangelt stattfindende Rosenkranz-Prozession im Oktober. „Dadurch bekommt man auch ein Gefühl für Heimat, lernt deren Bedeutung kennen und bekommt den Wert des Begriffs vermittelt.“

Aber es bleibt dabei, macht Sebastian Erfurth klar: Dem Verein fehlt die Jugend. Damit haben nicht nur in Gangelt viele Vereine zu kämpfen. Der Schießsport lockt hier und da neue Mitglieder – zuletzt waren es zwei. Hinter der Sporthalle verfügen die Gangelter über einen guten und modernen Schießstand. Deshalb gehen die St.-Johanni-Schützen jetzt in die Offensive.

„Ich denke, 2014 wird ein Jahr des Wandels in der Bruderschaft sein. Wir werden vor allem an Pfingsten auf den Verein aufmerksam machen“, so der Vorsitzende der Schützen, der mit seinen Vorstandskollegen beschlossen hat, wieder ein Zelt auf den Kirmesplatz errichten zu lassen. Die vergangenen Jahre hatte man in der Aula der Hauptschule gefeiert. Ein großer Königsball mit einer renommierten Band soll dazu angeboten werden.

„Da hoffen wir natürlich, dass die Gangelter Bevölkerung unsere Arbeit auch mit ihrem Besuch honoriert. Sollten wir dadurch den einen oder anderen mit unserer Begeisterung für das Schützenwesen ansprechen, ist er oder ist sie herzlich willkommen“, lädt das Erfurth-Team schon jetzt zur Pfingstkirmes ein.

Das Schützenwesen in Gangelt hat wie in vielen andern Orten auch eine lange Tradition. 1486 gab es mit der St.-Sebastianus- und der Antonius-Bruderschaft gleich zwei dieser Gesellschaften, die sich allerdings in den Wirren der Zeit wieder verloren.

Anfang des 17. Jahrhunderts, so hat es Josef Thissen für das Buch „Gangelt im 20. Jahrhundert“ nachgezeichnet, wurde dann die heute noch aktive St.-Johanni-Schützenbruderschaft im Zeichen von „Glaube, Sitte, Heimat“ gegründet.

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