Sanierung der Startbahn liegt auf Eis

Von: Udo Stüßer
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Für 18 Millionen Euro muss die Teverener Start- und Landebahn saniert werden. Doch die Nato-Staaten streiten sich in Brüssel um die Kosten. Foto: Nato
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Er hofft auf eine schnelle Entscheidung in Brüssel: Thorsten Wahl, Leiter der Abteilung Infrastruktur. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen-Teveren. Die für dieses Jahr vorgesehene Sanierung der drei Kilomter langen und 45 Meter breiten Start- und Landebahn auf dem Awacs-Flugplatz in Teveren liegt vorläufig auf Eis. Über das Projekt wird bei der Nato in Brüssel derzeit noch heftig diskutiert, die Gelder für die rund 18 Millionen Euro teure Sanierung sind noch nicht genehmigt.

 „Bei der Nato wird nicht die Notwendigkeit des Projektes in Frage gestellt, sondern es wird diskutiert, wer für die Sanierung der Start- und Landebahn zahlen muss“, erklärt Thorsten Wahl, als Nato-Zivilist Leiter der Abteilung Infrastruktur auf dem Flugplatz Teveren. Der Bauingenieur ist zuständig für die Unterhaltung und Wartung der rund 300 Gebäude auf dem Teverener Flugplatz, für Sanierungsmaßnahmen und Neubauten. Dies gilt auch für die vorgeschobenen Einsatzflugplätze in Trapani (Italien), Aktion (Griechenland), Konya (Türkei) und Oerland (Norwegen).

67 Millionen Euro für große Projekte und 9,2 Millionen für 41 kleinere Bau- und Sanierungsmaßnahmen hat er für den Flugplatz Teveren in Brüssel beantragt. Während für den Bau eines 18 Millionen teuren neuen Rechenzentrums bereits mit der Grundsteinlegung der Startschuss gefallen ist, wurden neun Millionen Euro für den Bau einer neuen 2900 Quadratmeter (Brutto Innenfläche) großen Feuerwehrwache – die Flugplatzfeuerwehr unterhält neun Fahrzeuge – und zwölf Millionen Euro für eine neue Einbruchmeldeanlage, mit der die Abstellfläche der 17 Frühwarnflugzeuge gesichert wird, in Brüssel genehmigt.

„Aus meiner Sicht ist die Sanierung der Start- und Landebahn das wichtigste Projekt für einen solchen Flugplatz. Aber ich gebe keine Prognose ab, wann sich in Brüssel etwas bewegt“, sagt Thorsten Wahl. 28 Staaten müssen dem Projekt zustimmen, 27 haben es bereits getan. Wer da in Brüssel nicht mitziehen will, will der Nato-Angehörige nicht sagen. Zu politischen Vorgängen darf er sich nicht äußern.

Derweil berichtete jüngst der „Spiegel“, dass die Bundesregierung verärgert sei, „weil die Franzosen ihren Anteil an der Nato-Basis in Geilenkirchen nicht bezahlen“. Die Summe, die Frankreich nach Berliner Angaben zurückhalte, sei mit acht Millionen Euro in 2012 zwar verhältnismäßig gering. In der Regierung weise man aber darauf hin, dass die gemeinsame Finanzierung einen hohen symbolischen Wert habe. „In Berlin ist man auch deshalb verstimmt, weil die Franzosen ihrerseits den Deutschen mangelndes internationales Engagement unterstellen“, heißt es im „Spiegel“ (Ausgabe 45/2012).

Dass die Sanierung der Start- und Landebahn in Teveren allerdings dringend erforderlich ist, beschreibt der Awacs-Verband in der verbandseigenen Zeitschrift „Nato Skywatch“ bereits im Jahre 2009. Eine Straße in gutem Zustand sei zweifelsohne von entscheidender Bedeutung für die Verkehrssicherheit. Damit die Verkehrssicherheit gewährleistet bleibe, sei es deshalb unerlässlich, die Fahrbahnen regelmäßig zu warten und instand zu setzen. „Dies gilt umso mehr für Start- und Landbahnen, wo bereits kleinste Ausbrüche am Betonbelag verhängnisvolle Folgen für die Sicherheit des Flugbetriebes haben können.“

Gebaut wurde die Start- und Landebahn Anfang der 80er Jahre. Zu diesem Zeitpunkt ging man von einer 20-jährigen Lebensdauer aus. Als Kriterien für die Bestimmung der Lebensdauer gelten die Zahl der Starts und Landungen und die von den Flugzeugen ausgehende Belastung.

„Während der letzten 26 Jahre“, so zitierte der „Skywatch“ Thorsten Wahl im Jahre 2009, „befand sich die Start-/Landebahn in einem insgesamt guten Zustand, so dass nur die routinemäßig anfallenden Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden mussten.“ In den letzten fünf bis zehn Jahren sei die Piste jedoch zunehmend wartungs- und reparaturbedürftig geworden.

„Besonders an der größten strukturellen Schwachstelle, den Fugenkanten der Betonplatten, treten vermehrt Schäden auf. Risse und lose Teile an der Oberfläche der Betondecke treten typischerweise an dieser Stelle auf. Solche ausgebrochenen Betonteilchen stellen Fremdkörper dar, die bei den Starts und Landungen Fremdkörperschaden an den Luftfahrzeugen bzw. an deren Triebwerke verursachen könnten“, warnte Thorsten Wahl bereits 2009. Seinen Planungen nach sollte bereits 2012 mit der Sanierung begonnen werden.

Aber in diesem Jahr ist garantiert kein Baubeginn mehr. Selbst wenn man sich in Brüssel einigt, müssen die Arbeiten international ausgeschrieben werden. Die Ausschreibung dauert sechs Monate. Und vor Wintereinbruch wird man sicherlich nicht mit der Sanierung beginnen. Dennoch sagt Thorsten Wahl: „Ich hoffe, dass es bald eine Lösung gibt. Dem Verband kann es egal sein, ob 27 oder 28 Staaten bezahlen. Hauptsache ist, dass die Piste bald saniert wird.“

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