Geilenkirchen - Sanierung der Start- und Landebahn für das Jahr 2013 auf dem Plan

Sanierung der Start- und Landebahn für das Jahr 2013 auf dem Plan

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Anflug auf den Heimatflugplatz Geilenkirchen-Teveren. Im vorigen Jahr ist die Zahl der Flugbewegungen des Awacs-Verbandes erstmals auf unter viertausend gerückt. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Auf Einladung des Stabschefs Oberst Werner Nemetschek hat auf der Nato-Air Base Teveren eine Tagung der Lärmschutzkommission für den Flugplatz Geilenkirchen stattgefunden.

Die Kommission war vor zehn Jahren auf Initiative des Nato-E-3A-Verbandes erstmals zusammengekommen, um die Auswirkungen des Flugbetriebs mit Repräsentanten der Landesregierung, der Kreise Heinsberg und Aachen sowie der umliegenden Städte und Gemeinden im offenen Dialog zu erörtern.

Der Kommandeur des Awacs-Verbands, Brigadegeneral Burkhard Pototzky, ging zunächst auf aktuelle Sachverhalte ein, wie zum Beispiel die Beteiligung des Verbands im Rahmen von ISAF (International Security Assistance Force) sowie auf die Anstrengungen des Verbandes zur weiteren Lärmreduzierung.

Das konkretisierte Oberst Werner Nemetschek in seinen Ausführungen. Als ehemaliger Kommodore des Jagdbombergeschwaders 31 „Boelcke” in Nörvenich und Chef des Stabes des Awacs-Verbandes sind für ihn solche Kommissionen kein Neuland. „Bei der Umsetzung der dem Verband gestellten Aufgaben steht der verantwortungsvolle Umgang mit Steuergeldern bei der Umsetzung des militärischen Auftrags stets im Mittelpunkt”, erklärte er einleitend.

Die Anzahl der Flugbewegungen am Flugplatz Geilenkirchen nehme seit Jahren tendenziell ab, hieß es, Flüge außerhalb der normalen Platzöffnungszeiten (montags bis freitags zwischen 8 und 22 Uhr) würden „auf das operativ zwingend Notwendige” reduziert. Dies gelte auch für Triebwerks-Testläufe, die in einer dafür vorgesehenen Lärmschutzeinrichtung stattfänden.

„Allerdings sind wir mit der Reduzierung der Flugbewegungen von über 5000 im Jahr 2005 auf unter 3900 im letzten Jahr an der unteren Grenze dessen angelangt, was zur Ausbildung unserer Piloten und für die sichere Durchführung des Flugbetriebs vertretbar ist”, erklärte der Oberst.

Neben der Reduzierung der Flugbewegungen erläuterte der Chef des Stabes weitere konkrete Maßnahmen zur Lärmreduzierung. Nachdem im vergangenen Jahr die erste TCA (Trainer Cargo Aircraft, also Ausbildungs- und Transportmaschine) außer Dienst gestellt worden war, werden die zwei verbliebenen Luftfahrzeuge dieses Typs in diesem Jahr folgen. Ihre Aufgaben werden mit einer modernen, wesentlich leiseren und emissionsärmeren Boeing 757 übernommen.

Durch Abschluss der mit erheblichem finanziellen Aufwand verbundenen Umrüstung und Modernisierung des Flugsimulators können viele der in der Praxis zu übenden, lärmintensiven Notverfahren, bei denen unter anderem der Ausfall eines Triebwerks simuliert wird, dorthin verlagert werden. Dadurch verringert sich deren Anzahl am Flugplatz Geilenkirchen in erheblichem Umfang, hieß es.

Weitere konkrete Maßnahmen sind die Verlagerung von Übungsanflügen auf andere Flugplätze innerhalb und außerhalb Europas. Bereits jetzt findet lediglich ein Drittel aller Übungsanflüge der Awacs-Flugzeuge am Flugplatz Geilenkirchen statt. Verhandlungen mit osteuropäischen Ländern zeichnen sich als erfolgversprechend ab.

„Allerdings bedeutet eine Verlagerung der Flugbewegungen an andere Orte auch immer eine Verlagerung der Beschwerden über Fluglärm”, gab der Kommandeur des Verbands anhand konkreter Beispiele zu bedenken. „Längere Anflugwege und zusätzliche Landegebühren bedeuten zudem zusätzliche Kosten in Millionenhöhe, die vom Verband und damit letztendlich aus Steuergeldern zu tragen sind”, erinnerte er an seine Eingangsworte.

Weiterhin informierte er die Teilnehmer der Kommission über die notwendige Instandsetzung der bestehenden Start- und Landebahn. Derzeit liegen mehrere Optionen für die notwendigen Reparaturarbeiten zur Entscheidung vor, von denen jedoch keine eine Verlängerung oder Verbreiterung der Landebahn oder eine Veränderung der Ausdehnung der Nato- Air Base beinhaltet, hieß es. Der Beginn der Arbeiten ist für das Jahr 2013 avisiert.

Anstrengungen des Verbandes, die Anzahl der Ausbildungs- und Übungsflüge durch einen längeren Verbleib der Flugzeugbesatzungen in Geilenkirchen zu reduzieren, werden durch die zuständigen Nato-Gremien mit Nachdruck unterstützt. Allerdings ist hierzu die Zustimmung jeder einzelnen der 18 am Awacs-Programm beteiligten Nationen erforderlich.

Auf Fragen eines Vertreters der Initiative gegen Awacs-Emissionen bezüglich der Flugbewegungen außerhalb der normalen Platzöffnungszeiten und am Wochenende, präzisierten die Vertreter des Verbandes ihre Angaben. Diese Flüge finden statt auf Einsatzbefehl der Nato, beispielsweise im Rahmen von HVE (High Visibility Events, also Ereignisse mit großer Außenwirkung).

Sie dienen der Überwachung und Einhaltung von Flugverbotszonen, beispielsweise bei der Nobelpreisverleihung in Stockholm oder beim Welt-Klimagipfel in Kopenhagen. Auch Regierungsflüge fallen hierunter, beispielsweise wenn die Bundeskanzlerin und die Träger des Karlspreises auf ihrem Weg nach Aachen in Geilenkirchen landen.

Vor dem Hintergrund laufender Einsätze gab General Burkhard Pototzky eine in nächster Zeit mögliche Zunahme von Ausbildungsflügen in den Nachtstunden bekannt. Er bat um Verständnis für diese „der Flugsicherheit dienenden und notwendigen Maßnahmen”.

Auf die Frage nach einer möglichen Beteiligung deutscher Soldaten an der ISAF-Operation bestätigte der General, dass der Nato-E-3A-Verband durch Flexibilität und Professionalität derzeit seinen Auftrag in vollem Umfang ausführen kann.
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