Russische Studenten suchen Unterkünfte

Von: st
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Ulrich Peinkofer hofft, dass seine Studenten mit Wohnraum versorgt sind. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. In jedem Jahr stellen sich Uwe Böken, der Leiter der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule Geilenkirchen, seine Stellvertreterin Roswitha Steffens und Ulrich Peinkofer, einer der letzten Lehrer des ehemaligen Eichendorff-Kollegs, zum Ende der Schulferien die gleiche bange Frage: Können wir die neuen Studenten ausreichend mit Wohnraum versorgen?

Sicherlich, erklärt Peinkofer, ist es in der Vergangenheit allen jungen Frauen und Männern irgendwie gelungen, sich eine Wohnung zu beschaffen. „Aber zu Beginn eines Schuljahres gab es doch hin und wieder auch Schwierigkeiten“, erklärt er.

Erst wenn am Donnerstag wieder 15 junge Erwachsene deutscher Herkunft aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion, aus Russland, Ukraine und Kasachstan, nach einem sechsmonatigen Intensivsprachkurs, den sie in Deutschland absolviert haben, nach Geilenkirchen kommen, um an der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule ihr Abitur zu machen, ist bekannt, ob sie mit Wohnraum versorgt sind. „In der Vergangenheit gab es anfänglich immer wieder mal Schwierigkeiten, so dass wir sie auch schon einmal ein, zwei Tage im Hotel untergebracht haben, bis wir eine Lösung gefunden haben“, sagt Uwe Böken. Die Rechnung haben dann Lehrer des Kollegs aus ihrer Privatschatulle bezahlt.

Die hier erwarteten Spätaussiedler haben in ihrem Herkunftsland durch den Besuch einer elfjährigen allgemeinen Mittelschule die Hochschulzugangsberechtigung erworben, die allerdings in Deutschland nicht anerkannt wird. Um in Deutschland studieren zu dürfen, müssen sie in einem zweijährigen Bildungsgang die allgemeine Hochschulreife erwerben. Aus diesem Grunde wurde 1972 ein Sonderlehrgang am Oberhausen-Kolleg in Duisburg gegründet. 1974 zog diese Schule nach Geilenkirchen in das Gebäude der Steyler Missionare am Loherhof um, 1977 wurde dieser Lehrgang eine selbstständige Einrichtung des Landes NRW. Im Laufe der Jahre wechselte der Name mehrfach, 1989 wurde die Schule in Eichendorff-Kolleg umbenannt. „Eichendorff deshalb, weil sich über viele Jahre ein großer Teil der Schülerschaft aus Schlesien, der Heimat Eichendorffs, rekrutierte“, erklärt Peinkofer. Seit dem Umzug der Schule nach Geilenkirchen besuchten immer mindestens 300 Schüler die Schule.

„Ab 1990, als es politisch bedingt zu einem Aussiedler-Boom kam, sogar 450“, blickt Peinkofer zurück. Allerdings sank diese Zahl ab 2007 kontinuierlich, die Schule war als selbstständige Einrichtung nicht mehr zu halten. Aufgrund einer Vereinbarung zwischen dem Land NRW und der Stadt Geilenkirchen ist diese Schule seit 2010 Bestandteil der Anita-Lichtenstein Gesamtschule als deren Abteilung IV Eichendorff-Kolleg. 120 Schüler zogen mit zehn Lehrern vom Loherhof nach Bauchem. Mittlerweile sind vom ehemaligen Eichendorff-Kolleg mit Ulrich Peinkofer und Uta Thelen-Ise nur noch zwei Lehrer übrig, die Schülerzahl ist auf 30 gesunken. In der Zeit, in der die Schule im alten Missionsgebäude untergebracht war, wohnten die Schüler auf dem Loherhof. Da jetzt chinesische Studenten dort untergebracht sind, die auf ein Studium in Deutschland vorbereitet werden, besteht diese Möglichkeit nicht mehr für die Spätaussiedler.

„Jetzt hoffen wir, dass Geilenkirchener Bürger ihre Bereitschaft signalisieren, bei Bedarf ein Zimmer an die 20 bis 30 Jahre alten Studenten zu vermieten“, erklärt Uwe Böken. Denn er hat erfahren, dass diese in der Vergangenheit oft abgewiesen wurden. Wer grundsätzlich bereit ist, bei Bedarf ein Zimmer zu vermieten, melde sich im Sekretariat der Gesamtschule, Sonja Cox, Telefon 980733.

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