Rundgänge durch die Geilenkirchener Pfarrkirche

Von: Udo Stüßer
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Gästeführerin Berti Davids-Heinrichs hat 14 heimathistorische Führungen in ihrem Programm. Neu ist ein Rundgang durch die renovierte Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt. Foto: Udo Stüßer
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Im Jahre 1822 wurde der Grundstein für die Geilenkirchener Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt gelegt. Foto: Udo Stüßer
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181 Kriegstote sind auf dem Soldatenfriedhof hinter der Kirche St. Mariä Himmelfahrt begraben. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Berti Davids-Heinrichs ist mit der Geschichte ihrer Heimat bestens vertraut. Sie kennt aber nicht nur die Geschichte, sondern auch die Geschichten, die mit historischen Gebäuden verbunden sind. 14 verschiedene Rundgänge hat die Gästeführerin von Westblicke in ihrem Programm.

Mit Davids-Heinrichs kann man in die Historie des Missionshauses Loherhof eintauchen, Verborgenes in Burg Trips entdecken, die Bergbaugeschichte von Übach-Palenberg aufleben lassen oder das märchenumwobene Zweibrüggen kennenlernen.

Neu in ihrem Programm ist am Sonntag, 14. Februar, 12 Uhr, eine Kirchenführung durch St. Mariä Himmelfahrt Geilenkirchen. Treffpunkt ist der Nymphenbrunnen auf dem Marktplatz.

Zwei Monate hat Berti Davids-Heinrichs intensiv geforscht, ist ins Stadtarchiv gegangen und hat alte Heimatkalender und Kirchenliteratur studiert. „Es ist schön, immer wieder Neues zu lernen und das Wissen dann weiterzugeben“, sagt sie. Nachdem die Kirche nun in neuem Glanz erstrahlt, kann sie den interessierten Menschen während einer einstündigen Führung Interessantes berichten. Beispielsweise, dass die Grundsteinlegung für St. Marien im Jahr 1822 war und die Kirche 1825 fertiggestellt wurde.

Der Erbauer des Gotteshauses, Johann Peter Cremer, hat auch die Grotenrather Kirche, den Elisenbrunnen und das Stadttheater Aachen geplant. „Als während der Bauphase das Geld knapp wurde, hat der Besitzer der Ölmühle, Josef Kux, 320.000 Feldbrandsteine gestiftet“, erzählt Berti Davids-Heinrichs. Während des Rundgangs kann die Gästeführerin auch von den drei Vorgängerkirchen an dieser Stelle berichten, die erste stammte aus dem 13. Jahrhundert. „Im 17. Jahrhundert ist die Kirche innerhalb von sechs Jahren zweimal abgebrannt“, berichtet die Gästeführerin. Nach den Bränden wurden die Gotteshäuser stets nur notdürftig wiederhergestellt, bis man sich 1822 zu dem Neubau entschloss.

Wenn Davids-Heinrichs von der Innenausstattung erzählt, gerät sie geradezu ins Schwärmen. Besonders freut sie sich, dass mit der Restaurierung des Gotteshauses auch eine Säuberung des Bildes verbunden war, das Marias Himmelfahrt darstellt. Erst durch die Säuberung ist man zu ganz neuen Erkenntnissen gekommen.

„Dabei handelt es sich um ein Abbild des Originals von Peter Paul Rubens. Jetzt hat man festgestellt, dass das Bild eines bislang unbekannten Künstlers mit ‚Franken‘ signiert ist und aus dem Jahr 1832 stammt“, sagt die Gästeführerin. „Der Künstler hat sich selbst in das Bild gemalt, aber sehr versteckt, nicht dominierend“, fügt sie hinzu.

Der alte Tabernakel, der noch aus der Vorgängerkirche stammt, und die Figur aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, die die Mutter Gottes mit Jesus auf dem Arm zeigt, werden ebenfalls Themen bei ihrem Rundgang sein. Die Apostelfiguren, 1937 in hellen Tönen aufgestellt, im Jahr 1985 farbig überarbeitet, sind jetzt nach der Restaurierung wieder in hellen Tönen zu sehen. „Das passt wieder zum klassizistischen Stil der Kirche. Jetzt ist die Ausgestaltung wieder einheitlich, die Figuren sind nicht mehr so dominant“, so die Gästeführerin.

Auch ein Rundgang über den Soldatenfriedhof gehört zu der Führung. „1957 wurde der Friedhof angelegt, 181 Kriegstote sind hier begraben“, erklärt Davids-Heinrichs und weist auf das Massengrab von 40 namenlosen Soldaten hin. Hier liegt übrigens auch ein Onkel der Gästeführerin begraben. Karl-Heinz Davids ist im Alter von 19 Jahren einen Monat vor Ende des Zweiten Weltkrieges gefallen.

Wer am Sonntag, 14. Februar, verhindert ist, sollte sich die zweite Führung vormerken. Sie findet am Sonntag, 11. Dezember, 12 Uhr, statt. Auch dann ist der Nymphenbrunnen Treffpunkt. Darüber hinaus können Gruppen Führungen bei Berti Davids-Heinrichs, Telefon 02451/66 282, direkt buchen.

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