Runder Tisch: Einzigartiger Stadtplan für Flüchtlinge

Von: Markus Bienwald
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Ex-Pilot Gero Ronneberger stellte den von ihm initiierten Stadtplan für Flüchtlinge vor, von dem es auch eine digitale Ausgabe gibt. Foto: Markus Bienwald
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Das ist ungefähr die Hälfte der Menschen in Geilenkirchen, die sich aktiv in die Flüchtlingsarbeit einbringen. Der Runde Tisch für Flüchtlingsarbeit hatte jetzt zur Jahresabschlussfeier eingeladen.

Geilenkirchen. Mehr als 90 Freiwillige hatte Nicole Abels eingeladen, am Ende waren es über 50 Ehrenamtler, die bei der Jahresabschlussfeier des Runden Tisches für Flüchtlingsarbeit am Freitagabend in der „Oase“ zusammentrafen. „Den Runden Tisch gibt es schon so lange, dass man sagen kann, den hat es schon immer gegeben“, freute sich Pfarrer Peter Frisch bei der Feierstunde.

Voller Stolz könnten die Menschen, die sich in Geilenkirchen freiwillig für die Arbeit mit Flüchtlingen engagieren, sagen, dass sie viel bewegt haben, lobte er weiter. Neben aktuell zwölf Deutschkursen, der Fahrradwerkstatt, dem Kochkurs in der „Zille“ und dem Dolmetscherpool gibt es seit Freitag aber noch einen Punkt mehr an Aktivitäten. So hat der 59-jährige, pensionierte Awacs-Pilot Gero Ronneberger einen Stadtplan erstellt, der in dieser Form im Kreis Heinsberg einzigartig ist. „Ich kam vor etlichen Monaten auf die Idee, einen Stadtplan zu erstellen, der sich speziell an Flüchtlinge richtet“, so Ronneberger am Rande der Veranstaltung.

Das bedeutet, dass der normale Stadtplan mit zusätzlichen Legenden, die beispielsweise zum Rathaus oder zu Glaubenseinrichtungen führen, versehen ist. „Dazu finden sich noch Erklärungen in 14 verschiedenen Sprachen auf der Rückseite“, freute sich auch Bürgermeister Georg Schmitz, der den Plan offiziell vorstellte. Finanziert wurden der Plan und dessen Umsetzung über Landesmittel, von den Kirchen und auch aus Verfügungsmitteln des Bürgermeisters. Wie viel Arbeit das war, hat Gero Ronneberger nicht gezählt. „Das war viel“, meint er mit einem Augenzwinkern. Ein großer Teil der Arbeit musste alleine schon für das Lizensierungsverfahren eingeplant werden. Ein anderer Teil war die digitale Version der Karte, die über einen leicht per Smartphone scanbaren „QR“-Code auf der Vorderseite der gedruckten Karte erreichbar ist.

Link zum Krankenhaus

Die Kombination aus analoger Karte und per einfachem Scan erreichbarer digitaler Version hat den Charme, dass online auch die Öffnungszeiten immer wieder aktualisiert werden können. „Dazu haben wir beispielsweise über den Link zum St.-Elisabeth-Krankenhaus die Möglichkeit, dort direkt auf einen Anamnesebogen in 14 verschiedenen Sprachen zu kommen“, so Ronneberger. Dadurch können im Krankheitsfall Symptome schneller beschrieben und die Heilung schneller eingeleitet werden.

Die 1000 gedruckten Exemplare der Karte, die im Rathaus erhältlich sind und an die Flüchtlinge verteilt werden, sind aber nur ein Ergebnis der aktuellen Arbeit in Geilenkirchen. „Seit einem Jahr erlebe ich in Geilenkirchen massiv, dass das Wort des Jahres, der „Flüchtling“, nicht nur ein Wort ist, sondern dass die Hilfe hier gelebt wird“, so Nicole Abels. Ein Beispiel dafür lieferte auch die Katholische Frauengemeinschaft von St. Marien, die spontan bei der Jahresabschlussfeier vorbeischaute und 500 Euro für die Arbeit im Runden Tisch spendete.

„Solch bürgerschaftliches Engagement ist eine mehr als nötige Ergänzung unserer hauptberuflichen Tätigkeit“, schloss Nicole Abels, die damit der städtischen Flüchtlingshelferin Yvonne Wolf aus der Seele sprach. Schließlich endet die Arbeit mit den Menschen, die auf der Flucht vor Krieg und dessen Folgen auch nach Geilenkirchen kommen, nicht mit dem Jahresende. Künftige Aufgaben wie die Akquise von Wohnraum, die Begleitung zum Jobcenter, Arbeits- und Ausbildungsplatzsuche oder auch die Suche nach Dolmetschern, die arabische und syrische Muttersprachler sind, nannte Nicole Abels ebenfalls.

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