Rüdiger Strübig schmeißt in Heinsberg die Brocken hin

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
15036773.jpg
Zwei, die nicht miteinander können: Heinsbergs G&V-Geschäftsführer Rüdiger Strübig (links) und der Marketingbeauftragte Guenter Kleinen fanden keine gemeinsame Linie. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Es herrscht dicke Luft im Heinsberger Gewerbe- und Verkehrsverein (G&V). Schon am Rande der Eröffnung des ersten Heinsberger Weinfestes vor wenigen Tagen hatte Geschäftsführer Rüdiger Strübig seinen Rücktritt angekündigt – aus gesundheitlichen Gründen, wie er sagte. Doch das war offenbar nur die halbe Wahrheit, wie sich jetzt herausstellt.

„Andere Gründe haben mich in meiner Entscheidung befeuert“, sagt Strübig zu unserer Zeitung. „Es gab schwierige zwischenmenschliche Beziehungen, beinahe ausschließlich mit einer Person.“ Wen er da meint, ist bei den Händlern der Innenstadt ein offenes Geheimnis. Schon recht schnell hatte es offenbar Spannungen zwischen dem langjährigen Marketingbeauftragten des G&V, Guenter Kleinen, und Strübig gegeben.

„Als ich in den Verein kam, musste ich Geschäftsgrundlagen schaffen. So etwas hatte der Verein bis dahin nicht“, erklärt Strübig. „Durch die Neuschaffung meiner Position mussten Zuständigkeiten, Kompetenzen und Arbeitsbereiche sowie Tätigkeitsfelder genauer definiert werden. Das führte zwangsläufig dazu, dass auch Kleinens Kompetenzen beschnitten wurden.“ Hinzu kam dann wohl auch: „Wir liegen meilenweit auseinander. Ich gehe ziemlich klar strukturiert an Projekte heran, wohingegen sein Zutun eher in den Bereich der Schöngeistigkeit fällt.“

Es habe mehrere Vermittlungsgespräche gegeben, die jedoch nicht das gewünschte Ergebnis gebracht hätten, sagt Strübig. „Es war natürlich auch ein gewisser Dampf auf dem Kessel.“ Nach Informationen unserer Zeitung spielten dabei auch Unstimmigkeiten über die Höhe der Honorierung von Kleinen eine Rolle.

Erst im März vergangenen Jahres war der frühere Oberstleutnant Strübig als Wunschkandidat des G&V-Vorsitzenden Peter Heinrichs von der Mitgliederversammlung ins Amt gehoben worden. Zu seinen Verdiensten zählt Strübig seitdem unter anderem das erwähnte Weinfest. Ein Unbekannter war er bei seinem Amtsantritt nicht.

Denn Ende Januar 2016 hatte er in Geilenkirchen für einiges Aufsehen gesorgt, als er überraschend von seinen Ämtern als Geschäftsführer und Vorsitzender des Aktionskreises zurücktrat. Konfliktfrei verlief sein Abgang in Geilenkirchen damals ebenfalls nicht. Ähnlichkeiten zur aktuellen Situation in Heinsberg drängen sich also ins Bild. Es wird somit höchste Zeit, auch den vermeintlichen Kontrahenten zu Wort kommen zu lassen: den Marketingbeauftragten Kleinen.

Mangelnde Transparenz

„Die administrativen Fertigkeiten von Herrn Strübig sind unbenommen. Von strukturellem Vorgehen, das heißt Verbindlichkeit in der Planung, konnte ich bislang aber nichts feststellen“, teilt Kleinen aus. „Als Planer und Organisator muss ich verlässlich sein, vor allen gegenüber denen, die mir zuarbeiten. Was den Geschäftsführer angeht, habe ich von Anfang an – und das ist belegbar – immer wieder Einladungen ausgesprochen und Brücken gebaut zum Austausch und zur Information als Grundlage einer guten Zusammenarbeit. Sie wurden leider nicht angenommen, sondern ignoriert. Außerdem hat mangelnde Transparenz einer möglichen Kooperation geschadet.“

Den Vorwurf, dass manchen Veranstaltungen in Heinsberg in den letzten Jahren ein wenig der frische Wind gefehlt habe, lässt Kleinen nicht gelten. „Immer wieder neue Ideen, neue Themen, neben der Fortführung erfolgreicher Veranstaltungen zeichnen Heinsberg aus. Dabei habe ich bisher auf das Kopieren von Konzepten anderer Kommunen bewusst und respektvoll verzichtet.“ Das könnte als kleiner Seitenhieb in Richtung Strübig verstanden werden, denn ein Weinfest hatte dieser bereits in Geilenkirchen erfolgreich ins Leben gerufen.

Falls „Not am Mann“ sei, würde auch er nach wie vor dem G&V zur Seite stehen, erklärt Rüdiger Strübig noch gegenüber unserer Zeitung. Ein Zapfenstreich für den pensionierten Oberstleutnant mit Rücktrittsangebot vom Rücktritt? Man wird sehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert