Geilenkirchen - Rückblick: Ein Jahr der kleinen und großen Stars

Rückblick: Ein Jahr der kleinen und großen Stars

Von: Udo Stüßer
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Der 23-jährige Postbote Luis Miguel Alves Costa wird im Mai als „Super Hero“ gefeiert.
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Im März verlegt Gunter Demnig als Erinnerung an die Mitbürger jüdischen Glaubens 27 Stolpersteine gegen das Vergessen
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Ende März legt ein seltener Gast in Geilenkirchen eine Rast ein: Ein müder Storch bleibt vier Wochen in der Stadt und wird von der Bevölkerung gut versorgt.
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Der Awacs-Verband ist mindestens bis 2025 gesichert: Dies erklärt Verteidigungsminister Thomas de Maizière bei einem Besuch auf dem Flugplatz Teveren im August.
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Der April beginnt mit einer Schreckensnachricht: das Hallenbad wird ein Raub der Flammen. Dieser Großbrand beschäftigt die Menschen das ganze Jahr über. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Eine Welt neuer Möglichkeiten auf allen Gebieten des Arbeitens, Lernens, Kommunizierens und der Unterhaltung wird gleich zum Jahresbeginn in Geilenkirchen angekündigt: Durch ein Glasfasernetz sollen die Menschen an die Zukunft angeschlossen werden und superschnelles Internet, exzellentes Fernsehen und hochqualitative Bildtelefonie erhalten.

Der begonnene Glasfaserausbau ist nicht das einzige Thema aus 2013, das die Menschen auch in 2014 beschäftigen wird. Gleich im Januar wird auch bekannt, dass die für 2013 vorgesehene Sanierung der drei Kilometer langen und 45 Meter breiten Start- und Landebahn auf dem Awacs-Flugplatz in Teveren vorläufig auf Eis liegt. Über das Projekt wird bei der Nato in Brüssel heftig diskutiert, die Gelder für die rund 18 Millionen Euro teure Sanierung werden allerdings noch nicht genehmigt.

Nur 27 von 28 Staaten geben grünes Licht. Es wird weiter diskutiert. Erleichterung herrscht bei der Geilenkirchener Familie Stasch: Markus Stasch im Februar, der ebenso wie seine Eltern Gisela und Bruno Stasch im Januar nach einem brutalen Raubüberfall in Teveren irrtümlich zum Ziel eines SEK-Einsatzes wurde, erhält Besuch von der Polizei. Die mutmaßlichen Täter seien festgenommen, die Unschuld der Familie erwiesen. Am 8. Januar waren drei maskierte Täter in Teveren in eine Wohnung eingedrungen, hatten die Anwesenden mit Waffen bedroht und einen 42-Jährigen niedergestochen.

Im März erklärt Bürgermeister Thomas Fiedler, dass er den Bau einer Bahnunterführung im Stadtkern angesichts der Haushaltslage der Stadt für nicht finanzierbar hält. Nach Voruntersuchungen belaufen sich die Gesamtkosten auf über 10.371.000 Euro, der Eigenanteil der Stadt würde bei 1,5 bis 2,5 Millionen Euro liegen.

Während sich die Menschen im März auf den Frühling freuen, herrscht zwischen der Stadt Geilenkirchen und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Eiszeit. Die BIMA will die Fliegerhorstsiedlung in Teveren unsaniert verkaufen. Fiedler sieht die soziale Ausgeglichenheit in der Stadt arg strapaziert. Ebenfalls im März verlegt der Aktionskünstler Gunter Demnig als Erinnerung an die Mitbürger jüdischen Glaubens 27 Stolpersteine gegen das Vergessen. Ende März legt ein seltener Gast in Geilenkirchen eine Rast ein: Ein müder Storch bleibt vier Wochen in der Stadt, wird von der Bevölkerung umsorgt und gefüttert. Am 23. April wird er dann zum letzten mal gesehen.

Der April beginnt mit einer Schreckensnachricht: Das Hallenbad wird ein Raub der Flammen. Aus einem Brand in der Sauna entwickelt sich ein Großbrand, es entsteht Sachschaden in Millionenhöhe. Eine Ära geht zu Ende: Markus Mönter erhält im April seine Ernennungsurkunde und wird Nachfolger des aus dem Amt scheidenden Technischen Beigeordneten Hans Hausmann.

Im April liegt auch ein Geilenkirchener Wahrzeichen in Schutt und Asche: der 45 Meter hohe Turm der alten Molkerei wird gesprengt. Auf dem Gelände soll ein neues Baugebiet entstehen.

Der 23-jährige Postbote Luis Miguel Alves Costa wird im Mai als „Super Hero“ gefeiert. Er rettet einer 32-Jährigen das Leben, die vom Balkon fällt. Ins Gespräch kommt auch eine Geilenkirchener Diskothek: In der Nacht zum 1. Mai erleidet ein 26-jähriger Gast einen Jochbein-, Kieferhöhlen-, Augenhöhlen und Nasenbeinbruch. Verursacher soll ein Türsteher des Hauses sein. Auch die Politik mischt sich ein.

Im Juni flattert Stefan Bienert, Geschäftsführer des Krankenhauses, die Baugenehmigung auf den Tisch: Die St.-Elisabeth-Krankenhaus gGmbH investiert sechs Millionen Euro in einen viergeschossigen Anbau mit einer Nutzfläche von 2000 Quadratmetern. Bienert rechnet mit einer Bauzeit von 15 Monaten.

Mit den Stimmen von CDU, SPD, Bürgerliste und FDP wird im Juni der Haushalt verabschiedet, nur die Grünen stimmen gegen den Haushaltsplan, der Ausgaben in Höhe von 58,5 Millionen Euro und Einnahmen in Höhe von 52,8 Millionen Euro vorsieht.

„Et Herrjöttche es ene Würmer“, freut sich Badewannen-Renner-Erfinder Günter Cüppers, als im Juli 8000 Menschen das Wildwasser-Spektakel verfolgen. Tränen gibt es hingegen am St.-Ursula-Gymnasium: Matthias Küsters, seit 20 Jahren hier Schulleiter, geht in den Ruhestand. Ein vielbeachteter Schachzug gibt es ebenfalls im Juli in der Politik: CDU und SPD beantragen, zwei Ausschüsse zusammenzulegen. Dadurch verliert der Grüne Jürgen Benden den Vorsitz des Stadtentwicklungsausschusses.

Neues Sozialzentrum geplant

Konkrete Pläne für den Bau von 54 Wohnungen in einem neuen Sozialzentrum kommen im August auf den Tisch. Die St.-Josef-Kirche in Bauchem soll abgerissen werden. Betreutes Wohnen, Tagespflege und Pflegedienst sollen hier untergebracht werden. Baubeginn ist in 2014. Der Awacs-Verband ist mindestens bis 2025 gesichert: Dies erklärt Verteidigungsminister Thomas de Maizière bei einem Besuch auf dem Flugplatz Teveren im August. Derweil diskutiert die Nato noch über einen Stellenabbau.

Freunde des guten Geschmacks treffen sich gleich Anfang September beim Weinfest. Und eine Willkommensfeier gibt es für Jürgen Pallaske: Für den neuen Leiter des Gymnasiums gibt es im September eine große Schultüte.

Erste Planungen für ein neues Hallenbad werden im Oktober vorgestellt. Die Kosten sollen sich auf sechs bis acht Millionen Euro belaufen. Und im Oktober titscht erstmals ein „Flummi“ aus Geilenkirchen durch das TV: Debbie Schippers bringt zum Start von „The Voice of Germany“ nicht nur die Jury, sondern auch die Zuschauer auf ihre Seite. Seit Oktober liefert eine einzigartige Produktionsstraße süße Hörnchen: das Backwaren-Unternehmen Sweet-Horn nimmt in Geilenkirchen seinen Betrieb auf.

Ende des Jahres ist die Schulpolitik wieder ein Thema in Geilenkirchen. Denn: Die Situation der schwachen Schüler bleibt unbefriedigend. Auf Einladung der Grünen stellen sich Schulleiter den Fragen der Eltern. Und in den Ausschüssen wird heftig diskutiert. Das Ergebnis: Es bleibt alles beim Alten.

In der Nacht zum 24. November wird ein Mann im Asylbewerbercontainer am Bahnhof erstochen. Aus der Brust des Toten ragt ein Messer. Im November teilt Bürgermeister Thomas Fiedler mit, dass auch Geilenkirchen gegen das offizielle Ergebnis des Zensus klagen wird. Er befürchtet die Zuweisung geringerer Landesmittel in Höhe von 800 000 Euro.

Für den ganz großen Wurf reicht es im Dezember nicht. Zwar trifft Debbie Schippers die Töne, die Konkurrenz trifft sie aber besser. Bei „The Voice of Germany“ wird das Talent Vierte. Und nicht nur Debbie fährt im Dezember nach Berlin: Auch der Intercity 2222 fährt erstmals mit einem Zwischenstopp in Geilenkirchen in die Hauptstadt. Von nun an regelmäßig. Am 12. Dezember gibt es schließlich noch ein besonderes Fest: Hildegard Dremmen feiert ihren 103. Geburtstag.

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