Übach-Palenberg - „Roxxbusters“ zeigen 70er und 80er in Rockfabrik

„Roxxbusters“ zeigen 70er und 80er in Rockfabrik

Von: rei
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Professionell vorgetragene Covermusik: „Roxxbusters“ beweisen, wie man das Publikum mit Songs aus den 1970er und 1980er Jahren begeistern kann. Einige reisen mit der Band von Auftritt zu Auftritt. Foto: S. Reiners
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Alle vier Musiker sind Profis an ihren Instrumenten, so dass jeder Ton sitzt. Foto: S. Reiners

Übach-Palenberg. Es war tatsächlich wieder mal ein Abend der Superlative für die zahlreich erschienenen Fans und Musikliebhaber, der am Samstag in der Rockfabrik in Übach Palenberg geboten wurde. Seit einiger Zeit spielen dort regelmäßig meist sogenannte Tribute-Bands, die die Musik ihrer großen Vorbilder durch professionell vorgetragene Covermusik jung und aktuell halten.

Jetzt aber kamen die „Roxxbusters“ nach Übach. Die hatten sich keine Band im Speziellen ausgesucht, sondern die Rockmusik als solche, insbesondere die, der 1970er und 1980er Jahre. Ein ganz schön dickes Brett und sehr breites musikalisches Spektrum hatte man sich damit vor die Brust geschnallt. Schließlich starteten in diesen Jahrzehnten noch heute bekannte Namen ordentlich durch und schenkten der Rockwelt wahre Meisterwerke.

Profis am Instrument

Die fünf Musiker bewältigten diese Aufgabe jedoch mit Bravour. Die Voraussetzungen dafür waren natürlich auch bestens, handelt es sich doch bei jedem Einzelnen um einen Profi an seinem Instrument. Schlagzeuger Ralph Winter und Bassist Rainer Peters gehören beide zur Bigband der Bundeswehr und spielten zusammen in diversen großen Projekten, seien es Musicals („We will rock you“) oder mit bekannten Größen wie Kid Rock oder Stefan Raab.

Keyboarder Marco Lehnartz – so etwas wie der Stammersatz oder feste zweite Reihe für den etatmäßigen Tastenmann Tobias Schmitz – spielt derzeit hauptsächlich für Jupiter Jones (bekannt von ihrem Hit „Still“ aus dem Jahre 2011).

Sänger Hagen Grohe ist Tontechniker und Studiomusiker und wird so immer wieder auch für feste Projekte und Bands gebucht. Mit Joe Perry, besser bekannt als Leadgitarrist der Rockband „Aerosmith“, ging es so auf Tourneen durch Amerika, Kanada und Großbritannien. Kein Wunder, schafft Grohe doch nahezu jede Tonlage und Tonfarbe scheinbar mühelos.

Man wird aber auch keinem dieser vier Meister ihres Fachs zu nahe treten, wenn man feststellt, dass das Aushängeschild der „Roxxbusters“ Gitarrist und Sänger Frank Rohles ist. Nicht nur, weil er neben zahlreicher anderer Produktionen bereits eine goldene Schallplatte für seine Arbeit am Musical „We will rock you“ erhielt, zu dem ihn Brian May seinerzeit persönlich berufen hatte. Frank Rohles ist ein wahrer Hexer an den Saiten und auch stimmlich mit bemerkenswerter Breite ausgestattet.

Bester Beweis für Letzteres sicherlich sein Gesang bei John Miles „Music“. Er schaffte die tiefen wie die hohen Töne. Gerade bei diesem Song konnte auch Marco Lehnartz an den Keyboards restlos überzeugen. Nicht einmal unbedingt als Solist. Hierfür wurde ihm in Stücken wie „Cold as ice“ (Foreigner) oder natürlich „For you“ von Keyboardikone Manfred Mann ausreichend Gelegenheit gegeben.

Aber wer herauszuhören vermochte, mit welcher Präzision Lehnartz den Pianopart gleichzeitig zum rhythmisch konträr laufenden Thema des Streichorchesters spielte, der durfte darüber ebenso erstaunt sein, wie über die ganz offensichtlichen Qualitäten des Leadgitarristen.

Rohles erhielt natürlich zahlreiche Gelegenheiten zu glänzen und nutzte sie alle. Absoluter Höhepunkt war sein minutenlanges Solo über „Purple Rain“ von Prince, in dem er sichtlich aufging und worin sein gesamtes Herzblut zu stecken schien. Überhaupt präsentierten die „Roxxbusters“ ihrem sie frenetisch abfeiernden Publikum einen sehr gelungenen Mix aus perfektem Cover und eigenem Anstrich.

Komplexer Sound

Bei Michael Jacksons „Beat it“ muss das für den King of Pop seinerzeit extra von Eddie van Halen eingespielte Gitarrensolo natürlich eins zu eins stimmen. Tat es auch. Für Frank Rohles kein Problem. Mit allem Quietschen, Wimmern und Brüllen, das die Gitarre – wie auch immer – hervorbringen kann. Und dann eben die ganz, ganz großen Momente, in denen der Kreativität freier Lauf gelassen werden durfte.

Überhaupt erwischte sich der ein oder andere mitunter in geradezu ungläubigem Staunen, wie „die paar Männeken“ einen derartig komplexen Sound hervorbringen konnten. Aber anders als bei vielleicht so mancher kleineren Coverband, ging hier alles mit rechten Dingen zu. Man hörte einen mehrstimmigen Chor, weil tatsächlich alle Fünf sangen. Und zwar in den verschiedensten Lagen und Stimmen.

Streicher, Bläser und Klavier brachte Lehnartz mit drei verschiedenen Manualen gleichzeitig auf die Bühne. Dass alles echt war, bewies am besten der Gitarrist, der – sehr zur Erheiterung aller Anwesenden – nach dem Gitarrenwechsel kleinlaut eingestehen musste: „Ich hab‘ falsch verkabelt.“ Kein Wunder, dass kein Ton kam, obwohl die Band schon längst beim Intro zum nächsten Stück war.

Hagen Grohe sprang professionell mit einem spontanen Rumba-Rassel-Solo ein, bis die Gitarre wieder den Dienst aufnahm. Diese Szene zeigte auch sehr eindrucksvoll den Spaß, den die fünf Vollblutmusiker über die gesamten nahezu drei Stunden rüberbrachten. Den kaufte man ihnen absolut ab. Er kam allerdings auch zu 100 Prozent vom Publikum zurück. Schon bevor der erste Ton erklang oder auch nur ein Roxxbuster auf der Bühne erschien, feierten die teilweise mit- oder extra angereisten Fans in Bandoutfit ihre Helden lautstark.

Diese Band sollte man sich merken. Schon, weil sie am Freitag, 27. Mai, im Rahmen des „Übacher Winzerfestes“, wie sie selbst stolz verkündeten, wieder im Lande sein werden. Insider-Tipp: unbedingt anhören!

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