Rockfabrik: Songs mit Ohrwurmpotential

Von: Stefan Reiners
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Raum für ausgedehnte Instrumentalparts: Die Klaus Major Heuser Band in der Rockfabrik. Foto: Reiners

Übach-Palenberg. Die Klaus „Major“ Heuser Band gastierte im Rahmen der Tour zu ihrem neuen Album „What's up“ in der Rockfabrik in Übach Palenberg. „‚Major‘ Heuser?“, mag sich mancher fragen. „Kenn ich doch irgendwoher…?“

Richtig. BAP. Die legendäre Kölschrock-Band um den Songwriter Wolfgang Niedecken. Und eben den 1980 dort eingestiegenen Klaus Heuser an der Gitarre. Aber er war nicht nur Leadgitarrist der Band. Er war auch der Komponist nahezu all ihrer Songs und Hits – Lieder, die (deutsche) Rockgeschichte geschrieben haben. Damit hat Heuser musikalisch nicht nur dem BAP-Sound seinen Stempel aufgedrückt.

Was weniger Leute wissen: Er ist auch ein erfolgreicher Produzent, zum Beispiel von Brings, die er in den Neunzigern unter seinen Fittichen hatte. Thomas Heinen, Sänger und Frontmann der Klaus „Major“ Heuser Band, drückte es daher wohl passend aus, als er zum Konzertabschluss sagte: „Wie konnte ich ‚Nein‘ sagen, als ich gefragt wurde, ob ich mit einem der größten deutschen Gitarristen singen wolle, mit dessen Liedern ich aufgewachsen bin, der mich dazu brachte, selbst Musik zu machen und der wohl einer der ganz Wenigen ist, die man sofort am Sound erkennt?“

Vertonte bis 1999 der „Major“ noch die wortgewaltigen Texte Wolfgang Niedeckens, so ist es in der Klaus „Major“ Heuser Band Thomas Heinen, der die Musik mit den entsprechenden Texten versieht. Und wieder wird ein schickes Paket daraus, das insgesamt viel Freude macht. Und zwar nicht nur den Fans, sondern auch spürbar den Musikern selbst.

Das zu artikulieren, dafür nahm sich der inzwischen fast 60-jährige Heuser auch gerne mal die Zeit. Die Zuschauer feierten noch den Bassisten Sascha Delbrouck für ein imposantes und exzessives Solo, als der Chef selbst zum Mikro griff. „Schön, dass euch das gefallen hat“, begann er eine längere Ansprache an seine Fans, „ist ja heute leider nicht mehr selbstverständlich.“

Um dann noch einen kleinen Exkurs darüber folgen zu lassen, wie schade es sei, dass die richtig Großen zwar noch live Musik machten, aber leider viel zu wenig Neues herausbrächten. Außerdem sei gute Livemusik ja kaum noch zu bezahlen.

„Wisst Ihr, was eine Karte für Phil Collins kostet?“, fragte er in die Runde. Und gab selbst die Antwort: „Zwischen 85 und 750 Euro. Ehe ich das mit Anreise und Verpflegung für meine Familie investiere, fahre ich mit denen doch lieber eine ganze Woche nach Usedom.“

Und das von einem bekennenden und leidenschaftlichen Live-Rocker im großen Stil.

Die Klaus „Major“ Heuser Band lieferte gewohnt prägnante Riffs, eingängige Melodien und Texte, die haften bleiben und echtes Ohrwurmpotential haben. „The one that leads you home“ hat etwas Hymnisches und wurde vom Publikum minutenlang intoniert, als wollte es das Lied gar nicht enden lassen.

Ausgedehnte Instrumentalparts wurden geboten – nicht nur vom „Major“, sondern auch von seinen Bandgenossen, wie zum Beispiel Keyboarder (und Produzent) der Band, Matthias Kraus. Die Bandmitglieder hatten immer wieder Gelegenheit, ihr Können zu zeigen und sich gebührend von den Fans feiern zu lassen.

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