Rockfabrik: Ji-In Cho mit drei echten Typen an ihrer Seite

Von: rei
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So müssen Rocker aussehen: And Then She Came war völlig zu Recht der Headliner. Foto: rei

Übach-Palenberg. Gleich drei Bands sind in der Rockfabrick nacheinander auf die Bühne gekommen. Kein Tribute diesmal, sondern echte Unikate. Das Konzert war gut besucht, ließ aber Platz für mehr und hätte erst recht noch viel mehr verdient gehabt.

Der Headliner kommt zum Schluss. Das steht immer fest. Und der hieß an diesem Abend And Then She Came. Es gab gleich zwei Support Acts, der besseren Art.

Der erste hieß Batlord und bestand aus vier Musikern (Gitarre, Bass, Keyboards, Drums), von denen Sänger und Gitarrist Scorpio mit seinem kahlrasierten, weiß geschminkten Kopf, den dunkelumrandeten Augen und dem diabolischen Blick sicherlich die schillerndste Figur gewesen sein dürfte. Der aus Los Angeles stammende Sänger trug mit seinem brillianten Gitarrenspiel maßgeblich zum eigenen Sound bei, den die Band selbst Gothic Rock oder „High Drama Graveyard Music“ nennt.

Grey Attack aus Aachen, deren Bandname tatsächlich auf die Haarfarbe der reiferen Rocker anspielt enterten anschließend die Bühne. Um Frontmann Grey Charlez, der im wadenlangen Mantel frisurtechnisch sehr viel Meat Loaf vermittelte, stimmlich aber deutlich mehr Reibeisen mitbrachte, scharten sich mit Wulff Maahn (Gitarre), Frank le Gov (Bass) und JFK (Schlagzeug) drei Gleichgesinnte, die gekommen waren, um ordentlich Gas zu geben.

Das taten sie auch, nachdem die anfänglichen Irritationen durch den Techniker, der während des Gigs auf der Bühne Kabelkorrekturen vornehmen musste, abgeklungen waren. Jetzt kamen Grey Attack richtig in Fahrt, bis der wie ein Damoklesschwert ständig drohende Zeitplan des Abends wieder ein wenig die Luft raus nahm. Gute handgemachte Rockmusik, mit dem Höhepunkt der Rockballade „I’ll be there“, mit guter Show, kernigen Posen und knackigen Soli.

And Then She Came – der Name war Programm. Die Band entstand vor Jahren aus einem Studioauftrag, den Frank Stumvoll (Bass) angenommen hatte und für den er seine alten Weggefährten Olli Singer (Gitarre) und S.C. Kuschnerus (Schlagzeug) dazu holte.

„Und dann kam Sie: Ji-In Cho“, so heißt es in der bandeigenen Homestory. „Nachdem sei dazu gekommen war, entwickelte sich eine Eigendynamik, die weit über das Studioprojekt hinausging und aus der eigene Songs entstanden, die einfach nach einer eigenen Band schrien“, wird die Gründung der bis 2012 unter dem Namen Krypteria um die Welt tourenden Formation beschrieben.

Mit dem neuen Namen kam ein neuer Stil. Klassifizierungen sind immer schwer und ungeliebt. Die Band selbst lässt vorsichtig Namen wie 30 Seconds To Mars oder Linkin Park (aber bitte die frühen!) fallen. And Then She Came ist auf jeden Fall das: Pure Energie und Spielfreude. Da brennt auf der Bühne ein Dauerfeuerwerk ab. Wen das kalt lässt, der hat keinen Puls mehr. Ji-In Cho ist nicht nur eine starke Sängerin, mit einer klaren, dennoch zur kraftvollen, oft brachialen Musik glänzend passenden Stimme, sondern auch ein echter Hingucker.

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